„DZ vor Ort“: Heimbachs Kandidaten im Duell

Von: Sarah Maria Berners
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Kampf um das Bürgermeisteramt: Peter Cremer (2. v.l.) und Theo Hüffel (3. v.l.) stellten sich vor mehr als 180 Zuhörern den Fragen der Lokalredakteure Franz Sistemich (l.) und Burkhard Giesen. Foto: Sarah Maria Berners
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Viele Fragen hatten auch die Bürger und einige Kommunalpolitiker bei der Diskussionsrunde im Haus des Gastes.

Heimbach. Männergesang dürfte in Zukunft das Heimbacher Rathaus erfüllen, denn egal ob Peter Cremer oder Theo Hüffel Bürgermeister Bert Züll auf den Chefsessel folgt: Beide Kandidaten singen gerne – und Peter Cremer gab bei der Podiumsdiskussion von Dürener Zeitung und Dürener Nachrichten sogar eine kleine Kostprobe.

Mehr als 180 Heimbacher waren ins Haus des Gastes gekommen, um die beiden Kandidaten persönlich und deren Ziele für die kleinste Stadt NRWs kennenzulernen. Der eine lebt und arbeitet schon eine halbe Ewigkeit dort, der andere möchte dies in Zukunft ebenfalls tun und dafür die Gemeinde Wachtberg verlassen.

Und wie das in der Eifel so ist, wird der „Neue“ kritisch beäugt. So wollte eine Besucherin wissen, ob es nicht doch Zerwürfnisse mit der CDU seien, die Hüffel nach Heimbach treiben? „Es gab Konflikte, aber auch Lösungen“, sagte Hüffel. Er betonte, dass er sich bewusst für Heimbach entschieden habe. Aber auch die Personalie Cremer ist nicht unumstritten. Die CDU wollte ihn nicht, weil er nicht in die Union eintreten wollte. Er warf seinen Hut in Richtung SPD, FDP und UWV in den Ring. Die drei Parteien setzen nun auf ihn.

Taks-Force und Touristensteuer

Das traurige Thema „Stadtfinanzen“ rückten die Moderatoren – die Lokalredakteure Franz Sistemich und Burkhard Giesen – zunächst in den Fokus. Peter Cremer schwebt vor, direkt eine Task-Force zu gründen, die das Thema in den Mittelpunkt rückt. Die im Haushaltssicherungskonzept eingeplanten Steuererhöhungen seien nur ein Teil, eine Tourismussteuer und der Verkauf von Immobilien könnten weitere sein. „Ein Sanierungsprogramm habe ich nicht“, gestand Cremer, der damit rechnet, dass die Gemeinde es nicht schaffen kann, mehr einzunehmen als auszugeben. Ein verpasster Haushaltsausgleich würde jeden Gestaltungsspielraum nehmen.

Theo Hüffel sieht Einsparpotenzial in der Verwaltung, wenn mehrere Kommunen bei verschiedenen Aufgaben wie Buchführung kooperieren. Außerdem ist die Stabilisierung der Einwohnerzahl für ihn ein Instrument für eine bessere Finanzlage, weil mit den Einwohnern Schlüsselzuweisungen einhergehen. Menschen nach Heimbach locken will er über eine „Prämie“ von 500 Euro für Familien mit einem Kind unter 18 Jahren, die in ein mindestens 25 Jahre alten Haus ziehen. Aber auch Menschen aus den Niederlanden und Belgien will Hüffel nach Heimbach holen. Menschen, die Geld in Heimbach ausgeben.

Mit Garagen und Gartennutzung im Bereich „Über Rur“ will Peter Cremer das Wohnen für Familien in den Häusern der Altstadt, die keine Gärten haben, attraktiver machen. Auch Wohngruppen für SOS-Kinderdörfer könnten alte Gebäude nutzen.

Die Umsetzung des Masterplans steht für beide Kandidaten oben auf der Liste, wenn auch Cremer sich der Kritik gegenübersah, dass er sich als Fachbereichsleiter in der Verwaltung nicht ausreichend für die Umsetzung eingesetzt habe. Hüffel und Cremer planen Einzelhandels- und Marketingkonzepte, um etwas gegen den Leerstand zu tun, und wollen den Tourismus stärken. Masterpläne für alle Ortsteile, in denen geplante Maßnahmen übersichtlich dargestellt werden, sind Hüffel zudem wichtig.

Der Leerstand liegt auch den Bürgern auf dem Magen: „Sie werden Leerstand nur vermeiden können, wenn die Menschen auch mitziehen und dort einkaufen gehen“, gab eine Frau zu bedenken. Cremer betonte, dass Geschäfte angesiedelt werden müssten, die zum Beispiel auch die Touristen gerne aufsuchen. Ein Bürgerhaus für Heimbach liegt den Bürgern am Herzen, im Masterplan ist es schon enthalten. „Bekommen wir das?“, wollte eine Dame aus dem Publikum wissen. Die Antwort war von beiden Seiten ein Ja mit Einschränkung. Schließlich kommt es auf die Finanzierbarkeit an.

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