DZ-Sommertour: Auf Tuchfühlung mit dem Eurofighter

Von: Jörg Abels
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Gruppenbild mit Eurofighter: 20 DZ-Leser verbrachten gestern im Rahmen der DZ-Sommertour einen informativen Vormittag auf dem Fliegerhorst Nörvenich. Foto: Abels

Nörvenich. Noch steht der Eurofighter am Rande der Start- und Landebahn an der sogenannten „Last Chance”. Techniker des Jagdbombergeschwaders 31 „Boelcke” werfen einen letzten Kontrollblick auf das modernste Kampfflugzeug der Luftwaffe.

Kaum aber hat der Pilot das Okay der Techniker und die Freigabe des Fluglotsen aus dem Tower erhalten, geht alles rasend schnell. Binnen weniger Wimpernschläge beschleunigt der Pilot den Eurofighter auf über 200 Stundenkilometer, um die Maschine dann steil in den mit dunklen Regenwolken verhangenen Nörvenicher Himmel zu ziehen.

Die meisten der 20 Leser, die am Donnerstag im Rahmen der DZ-Sommertour einen exklusiven Blick auf den Fliegerhorst Nörvenich werfen dürfen, sind fasziniert - selbst die alten Hasen der Tour, die einst zu Starfighter-Zeiten auf dem Fliegerhorst stationiert waren, oder noch den bei Starts und Landungen mit Nachbrennereinsatz weitaus lauteren Tornado in Nörvenich erlebt haben.

„Bis zu 290 Meter pro Sekunde kann der Eurofighter steigen”, wirft Oberstabsfeldwebel Karlheinz Engelbrecht in die Runde. Und wahnsinnig enge Kurven fliegen, wie die Teilnehmer beim Landeanflug eines anderen übenden Piloten live miterleben.

Weiter gehts in einen der alten Shelter, in dem Feldwebel Anke Waschke von der Wartungs- und Waffenstaffel des Geschwaders bereits wartet, um den DZ-Lesern den Eurofighter mit unzähligen Technikdetails aus allernächster Nähe zu präsentieren.

Die Wartungsgruppen führen vor, zwischen und nach den Einsätzen die Inspektionen durch, ergänzen die Betriebsmittel und munitionieren den Eurofighter auf.

Anke Waschke gewährt den DZ-Lesern unter anderem Einblicke in eines der beiden Triebwerke, die das Kampfflugzeug auf mehr als die doppelte Schallgeschwindigkeit (Mach 2+) beschleunigen können und erklärt die verschiedenen Bremstechniken - auch den Bremsfallschirm, der auf der 3000 Meter langen Landebahn in Nörvenich eigentlich nicht benötigt wird, alle 28 Tage vom Piloten aber dennoch ausgelöst werden muss. Dann nämlich muss der Fallschirm ausgetauscht werden.

Und natürlich interessiert die DZ-Leser auch die Bewaffnung des Eurofighters, die sich aktuell noch auf Raketen beschränkt; und auf die Bordkanone vom Kaliber 27 × 145 mm, die einige Tourteilnehmer besonders fasziniert. Oberstabsfeldwebel Engelbrecht hatte zuvor darauf hingewiesen, dass das Jagdbombergeschwader 31 den Auftrag hat, die Grundlagen für einen mehrrollenfähigen Einsatz des Eurofighters als Jagdflugzeug und Kampfbomber zu erarbeiten.

Aktuell verfügt der Verband, der 2013 in Taktisches Luftwaffengeschwader umbenannt werden soll, über 18 Eurofighter. 31 sollen es einmal sein, mit 51 Piloten. Dann wird das Geschwader auch wieder über zwei fliegende Staffeln verfügen, kündigt Engelbrecht an. Momentan ist es eine Staffel mit knapp 20 Piloten

Die dreistündige Führung vergeht wie im Fluge - nicht zuletzt, weil die DZ-Leser überraschend auch noch eine startende Transall-Transportmaschine der Luftwaffe erleben und Hubschrauber der Bundespolizei, die auf dem Fliegerhorst Nörvenich trainieren.

Begonnen hatte der Tag mit einem informativen Vortrag über die Geschichte des Verbandes mit den Standorten Nörvenich und Kerpen und einem Blick in die Zukunft, bei dem Oberstabsfeldwebel Engelbrecht auch auf die zahlreichen mit der Eurofighter-Umrüstung verbundenen Baumaßnahmen auf dem Fliegerhorst eingegangen war, die ein Volumen von 150 Millionen Euro erreicht haben.
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