Duo zieht alle Register seines Könnens

Von: han
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Johannes Esser an der Orgel und Trompeter Hub Nickel boten in der Pfarrkirche St. Joachim eine mitreißende musikalische Mischung zum Jahresabschluss. Foto: Schmitz

Düren. Stehende Ovationen gab es für ein meisterliches Konzert: Hub Nickel (Trompete/Flügelhorn) und Johannes Esser (Orgel) gestalteten in der Pfarrkirche St. Joachim das Jahresabschlusskonzert der Cappella Villa Duria, das für die Besucher in der wundervollen Atmosphäre des Gotteshauses zu einem besonderen Erlebnis wurde.

Eine eindringliche, fesselnde und mitreißende musikalische Mischung wurde geboten, besinnliche Stücke wechselten mit heiter stimmenden Werken, eine Auswahl, die die rheinische Mentalität zum Jahreswechsel traf: Nachdenklichkeit und Fröhlichkeit. Ob es am Schnee lag?

In der Dürener Tiefebene

Kaum hatte Johannes Esser die „Toccata und Fuge d-moll” von Johann Sebastian Bach gespielt und dabei die musikalische Spannung des Abends noch weiter gesteigert, da kamen die beiden Musiker von der Empore zum Altarraum, empfingen den verdienten Beifall und trennten sich wieder. Der Leiter der Cappella Villa Duria stieg wieder hinauf zur Klais-Orgel, und Hub Nickel griff zum Alphorn.

Beide entführten das Publikum in die Bergwelt, und das „Edelweiß vom Semmering” erklang in der Dürener Tiefebene. Da ersetzte Schmunzeln die musikalische Anspannung der qualitätsvollen Konzertstunden.

Der Abend begann mit einem Duo für Trompete und Orgel, das Jean-Baptiste Loeillet komponiert hat. Und schon nach den ersten Tönen war klar, welch hohes Niveau das Konzert haben würde. Die Orgel begleitete zurückhaltend oder nachhaltig die Trompete, von der ein festlich strahlender Glanz ausging.

Hub Nickel zeigte keine Schwächen, das Zusammenspiel der Beiden berührte durch emotionale Tiefe, wurde zu einem akustischen Erlebnis. Da vergaß man, wie auch bei den folgenden Stücken, glatt die Kälte in der Kirche. Johannes Esser erwies sich als Meister an der Orgel, spielte Choralimprovisationen von Siegfrid Karg-Elert oder Variationen von Paul Hiller über „O du fröhliche”. Beide Musiker zogen alle Register ihres Könnens. Orgel und Trompete oder Flügelhorn korrespondierten in beeindruckendem Einklang wie bei Guillaumes Balay Andante für Flügelhorn und Orgel.

Da wurden Max Birns „Weihnachts-Fantasie” über „Kommet ihr Hirten” oder die „Fantasie über eine walisische Melodie” (William Rimmer) förmlich erlebbar. Ein wohliger Schauer lief über den Rücken bei Franz Schuberts „Ave Maria” oder Astor Piazollas „Oblivion”, eine eindrucksvolle Komposition, die die Widersprüchlichkeit von Denken und Fühlen musikalisch nachvollzieht, den Wechsel zwischen Trauer und Glück - eine Erinnerung an ein gelebtes Leben.

Kompositionen von Alfred Hottinger (Variationen über „Tochter Zion”) und Johann Georg Herzog (Pastorale/„Es ist ein Ros entsprungen”) rundeten das Konzert zum Jahreswechsel ab, das seit Jahren zu den Höhepunkten im Dürener Konzertleben gehört.

Bei Wein und Brot, das nach dem Konzert serviert wurde, hatten Besucher dann die Gelegenheit, gemeinsam oder allein auf das alte Jahr zurückzublicken und das neue Jahr willkommen zu heißen.
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