Dürens ukrainische Partnerstadt zeigt beim Stadtfest Flagge

Von: sj
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Dr. Michael Markowicz und Lidiia Stasenko beunruhigt die Lage in der Ukraine. Zu den Kämpfen im Osten des Landes hatten viele Dürener Fragen.

Düren/Stryj. Seit 13 Jahren verbindet Düren und die ukrainische Stadt Stryj eine Städtepartnerschaft. Seit Jahren reisen die Gäste mit einer Delegation zum Dürener Stadtfest, um sich im Partnerschaftsdorf zu präsentieren. Doch selten wurde im Schatten der Annakirche so viel über Politik gesprochen wie in diesem Jahr.

„Viele Menschen fragen uns, wie die Lage in der Ukraine ist“, berichtet Lidiia Stasenko. Die Schulleiterin gehört zu der neunköpfigen Gruppe, die sich am Wochenende auf die 1600 Kilometer lange Reise von den Karpaten an die Rur gemacht hat.

Vier Tage sind die Ukrainer für ihren Besuch mit dem Auto unterwegs, zwei Tage hin, zwei zurück. „Die Partnerschaft mit Düren ist uns wichtig“, sagt Stadtratsmitglied Juri Kapinsky (30) aus Stryi. „Wir wollen unsere Freundschaft zu Düren pflegen.“ Und das auch in unruhigen, schweren Zeiten. „Gerade in diesen Zeiten“, fügt Lidiia Stasenko hinzu. „Viele Dürener haben den Besuch der Gäste genutzt, um sich aus erster Hand zu informieren“, sagt Dr. Michael Markowicz. Der Mediziner mit ukrainischen Wurzeln lebt und arbeitet in Düren und war am Wochenende oft als Dolmetscher gefragt.

„Der Krieg in der Ost-Ukraine ist zwar weit entfernt von Stryj, aber auch uns gehen die Kämpfe sehr nah“, berichtet Lidiia Stasenko. „Viele Menschen haben sich in der Ukraine freiwillig gemeldet, um gegen die Separatisten zu kämpfen“, berichtet sie. Auch ihre Heimatstadt habe „die ersten Toten, Verwundeten und Vermissten zu beklagen“. Die schwere Krise in ihrem Land sei „mehr als deutlich zu spüren“. „Sehr viele unserer Mitarbeiter sind zum Militär gegangen“, sagt der Stadtrat und Geschäftsmann Juri Kapinsky. „Manche freiwillig, und manche weil sie von der Armee eingezogen worden sind.“

Die Menschen in seiner Heimatstadt hätten große Angst. „Es ist weniger die Angst, dass der Krieg bis zu uns kommen könnte. Aber wir haben Angst, dass die Ukraine bald keinen Zugang mehr zum Schwarzen Meer hat. Und wir fürchten die Folgen für unsere Wirtschaft.“ Schon heute sei die Produktion in den meisten Firmen stark rückläufig. „Die Investoren bleiben weg, weil sie Angst haben. Und unsere Währung ist natürlich auch im Keller.“ Trotz allem habe man aber die Reise zum Stadtfest angetreten. „Wir müssen weiterleben“, sagt Juri Kapinsky.

Die Beziehungen zwischen den Städten seien in den vergangenen Monaten noch intensiver geworden, findet Claudia Prinz-Gollek, die bei der Stadt Düren die Städtepartnerschaft betreut. „Wir hatten schon immer regen Kontakt. Aber dieser Kontakt hat sich noch intensiviert.“

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