Dürens Spar-Strategie heißt Investieren

Von: Stephan Johnen
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Verstärkung für das Jugendamt: Bürgermeister Paul Larue (l.) und Amtsleiter Manfred Savelsberg begrüßten die neuen Mitarbeiter. Foto: Johnen

Düren. Was tun, wenn die Kosten für die Jugendhilfe aus dem Ruder laufen? Investieren! Der Rat der Stadt hat sich trotz Haushaltssicherungskonzept dazu entschlossen, mehr Geld in die Hand zu nehmen.

Die nicht ganz neue, aber nur selten umgesetzte Theorie lautet: Wer heute in die Jugendhilfe investiert, kann morgen Geld sparen. Am Montag wurde im Dürener Jugendamt ein zunächst auf zwei Jahre befristetes Projekt gestartet, das auf den sperrigen Namen „Kostenreduzierung im Bereich der Hilfen zur Erziehung sowie der Eingliederungshilfe” hört.

Als ersten Schritt begrüßten Bürgermeister Paul Larue und Amtsleiter Manfred Savelsberg zwölf neue Mitarbeiter. Kostenpunkt: rund 460.000 Euro. Jedes Jahr. Die Investition also ist getätigt. Und wie wird gespart?

„Wir wissen, dass der Druck auf uns enorm ist und dass das Einsparpotenzial zunächst nur theoretischer Natur ist”, sagt Manfred Savelsberg. Und dennoch: Eine Millionen Euro sei drin, jedes Jahr. Bei den Wirtschaftlichen Jugendhilfen rechnet Savelsberg am schnellsten mit messbaren Erfolgen in Form von Mehreinnahmen. Mit drei neuen Mitarbeiten wurde das Personal dieser Abteilung auf einen Schlag verdoppelt. „Bislang haben wir Unterhaltspflichtige nicht so überprüft, wie wir es gerne getan hätten”, bringt Savelsberg ein Beispiel. Nun könnten die Kostenbeiträge schneller herangezogen werden.

Viel wichtiger jedoch sind für das Jugendamt zwei andere Arbeitsfelder, die fortan besser beackert werden können: der Allgemeine Soziale Dienst und die Frühen Hilfen. Salopp formuliert: Wurde das Amt bis dato meist dann tätig, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, soll die Vorsorgearbeit nun eine größere Rolle spielen. Das komme den Kindern, Jugendlichen und Familien zu Gute - aber auch dem Budget des Amtes und damit dem Stadthaushalt. Begleitet und ausgewertet wird das Projekt vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik aus Frankfurt.

Mit den neuen Mitarbeiten werden die Teams für die Stadtteile vergrößert und die Fallzahlen pro Kopf nehmen ab. Das ermögliche eine engere Anbindung an die Familien, eine bessere Abwägung, welche Schritte notwendig sind. Bislang wurde, um die Gesundheit des Kindes zu schützen, beispielsweise im Zweifelsfall direkt eine Heimunterbringung angeordnet. Kostenpunkt: rund 50.000 Euro im Jahr. „Wir können nun in vielen Fällen genauer hingucken, ob es nicht eine Alternative gibt”, erklärt Savelsberg.
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