Düren - Dürens Kinder haben ein dickes Problem

Dürens Kinder haben ein dickes Problem

Von: Christoph Hahn
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Mehr Kinder als im Bundesdurchschnitt sind in Düren übergewichtig und haben Probleme mit der Beweglichkeit. Foto: dpa

Düren. Dürens Kinder haben Gewicht - aber nicht so, wie sich das Eltern und Erzieher wünschen. Nein: Die Kleinen haben zu viel Speck auf den Rippen. Und das schlägt doppelt so stark zu Buche wie sonst irgendwo im Bundesgebiet.

Dieses im negativen Sinn überraschende Resultat förderte die Studie Studie „Rundum gesund im Kindergarten mit Ball und Birne” zu Tage. Forscher der Sporthochschule Köln haben dazu mit Unterstützung von Stadt und Sparkasse 681 Jungen und Mädchen in zehn kommunalen Kindertagesstätten untersucht. Mittwoch stellte „Ball & Birne”-Koordinatorin Privatdozentin Dr. Christine Graf die Studie zusammen mit Bürgermeister Paul Larue im Rathaus vor.

Weit über dem Durchschnitt

Die Zahlen sprechen Bände: Im deutschlandweiten Durchschnitt leiden 2,9 Prozent aller Kinder an schwerem Übergewicht (Adipositas) -Êin Düren sind es 6,3 Prozent. Doch diese Erkenntnis ist im Grunde fast ein Nebenprodukt der Kölner Forscher. In erster Linie ging es ihnen um die Untersuchung der Bewegungsfähigkeit. Darum veranstalteten die Wissenschaftler mit den Jungen und Mädchen einige Tests.

Zu den Disziplinen gehörte der Weitsprung aus dem Stand, eine Minute lang auf einem Bein stehen und Anderes mehr. Beim Meistern dieser Tests gab´s dann noch mehr unerfreuliche Ergebnisse: 14,9 Prozent der Kinder hatten Defizite bei der Beweglichkeit. Bei 28,8 Prozent sah es in puncto Tempo mau aus. Bei 20 Prozent haperte es mit der Schnellkraft.

Die relativ niederschmetternden Ergebnisse haben Vertreter der Sporthochschule den Eltern bei einem Informationsabend, in dessen Verlauf den Erziehungsberechtigten Urkunden mit einer detaillierten Auswertung der Ergebnisse überreicht wurden, vermittelt. Dabei zeigten die Wissenschaftler Feingefühl, in dem sie mit Hilfe der Begriffskosmetik dafür sorgten, dass sich die Mütter und Väter den Resultaten gegenüber nicht verschließen.

So heißt die Note 1 „mega prima”, eine 6 immerhin noch „ein kleines bisschen prima”. Festgestellt haben die Experten aus Köln übrigens noch etwas: Kinder, die in einem Sportverein aktiv sind, zeigen beim Body-Mass-Index weniger Probleme mit Körperumfang und -masse als andere Kinder.

Mit Vorschlägen, wie sich die Kleinen mit Hilfe der Großen aus dem Schlamassel retten können, waren Teamleiterin Graf und ihre Mitarbeiter natürlich auch bei der Hand. So präsentierten sie den Eltern die so genannte Kinder-Bewegungspyramide.

An der Basis stehen dabei Alltagsaktivitäten wie Fahrrad fahren und Treppen steigen, die mindestens sechs Mal pro Tag fünf bis zehn Minuten lang ausgeführt werden sollen. Vier Mal für je eine Viertelstunde sollen weitere Freizeitaktivitäten wie Fangspiele oder Inlineskaten hinzukommen. Abgerundet werden soll das Bewegungsprogramm am besten von Schweiß treibenden Leibesübungen im Sportverein.

Das wiederum hörte Peter Borsdorff, Vorsitzender des Stadtsportverbands und überdies passionierter Langstreckenläufer, der ebenfalls zur Präsentation des Reports gekommen war, nur zu gerne. Bei Bürgermeister Larue fand er darin Unterstützung, wobei sich der Chef im Rathaus zusätzliche Chancen im Bereich der Ganztagsbetreuung erhofft. Zur Bewegung gebe es in Düren darüber hinaus viele Möglichkeiten - zum Beispiel auf der Skaterbahn und den Spielplätzen. Dass die Studie auch in den Kindertagesstätten Widerhall findet, weiß Chef-Wissenschaftlerin Graf: „Die Erzieherinnen sitzen mit im Boot.”

Weitere Informationen gibt´s im Internet

Die Website http://www.kindergarten-mobil.de gibt weitere Information zu der nicht nur in Düren, sondern bundesweit angestellten Untersuchung der Sporthochschule.

Außerdem finden sich im Netz unter anderem Informationen zur Nachbereitung der Studie.

Christoph Babel vom Dürener Jugendamt zeigte sich von der Studie sehr angetan. Sein Fazit: „Das würden wir gerne weiter führen.”

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