Dürens Jugendamt: Das Kinderwohl seit 90 Jahren im Mittelpunkt

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Ansgar Kieven, Beatrix Prescher, Ina Ruick und Bürgermeister Paul Larue (v.l.) präsentieren die Festschrift: 90 Jahre Stadtjugendamt. Foto: Abels

Düren. Als 1924 seine Geburtsstunde schlug, gehörte das Jugendamt der Stadt Düren zu den ersten in Deutschland. Heute ist es mit knapp 200 Mitarbeitern das größte Amt der Stadtverwaltung und verwaltet einen Etat von rund 33 Millionen Euro, die Personalkosten noch nicht einmal eingerechnet, Tendenz zum Leidwesen der ums Sparen bemühten Politik seit Jahren steigend.

„Damit ist es zu einem zentralen Tätigkeitsfeld von Kommunalpolitik und Verwaltung geworden“, betont Paul Larue. Seit seit seiner Wahl zum Bürgermeister im Jahr 1999 ist er auch Jugenddezernent.

Stand bei der Gründung vor allem die Fürsorge im Mittelpunkt der Arbeit, war es nach der „Stunde Null“ im Jahr 1945 auch wieder der erzieherische Gedanke, der den Jugendämtern während der NS-Diktatur abgenommen wurde. Aus den Fürsorgerinnen wurden im Laufe der Jahre Diplom-Sozialarbeiter und -pädagogen. Heute wird vor allem die Prävention groß geschrieben, um langfristig die Kosten aufwendiger Unterbringungen in Heimen und Familien zu senken. Der Besuchsdienst für Eltern und das Projekt gegen Kinderarmut sind in diesem Zusammenhang nur zwei Beispiele.

Die Geschichte und Entwicklung des Dürener Jugendamtes hat Arno Riesenberg anlässlich des 90. Geburtstages in einer Chronik zusammengefasst, die auch auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen und deren Veränderungen im Laufe der Jahre eingeht.

„Wir sehen uns als Dienstleister von der Wiege bis zum fortgeschrittenen Jugendalter, das per Gesetz erst mit 27 Jahren endet“, betont Ansgar Kieven. Er leitet das städtische Jugendamt seit 2013. Die Aufgaben sind vielfältig: von der Jugendgerichtshilfe bis zum Pflegekinderdienst und zur Adoptionsvermittlung, von der offenen Jugendarbeit bis zur Trägerschaft über nicht weniger als zehn eigene Kindertagesstätten. „Viele Eltern sehen uns als Berater und nehmen die Hilfe gerne an, weil wir aber andererseits auch dem Kindesschutz verpflichtet sind, stoßen wir natürlich auch immer wieder auf Widerstand“, betont Ansgar Kieven mit Blick auf die Wahrnehmung des Jugendamtes in der Öffentlichkeit.

Den 90. Geburtstag feierte das Jugendamt am Mittwoch auf Schloss Burgau. Die Mitarbeiter nutzten den Tag zunächst zum intensiven Fachaustausch. Beim anschließenden Festakt unterstrich Bürgermeister Paul Larue noch einmal, wie wichtig es sei, dass die Stadt aufgrund ihrer Größe innerhalb des Kreises Düren und ihrer besonderen sozialen Struktur ein eigenes Jugendamt unterhält. „Wir wissen, wo wir welche Mittel einsetzen, und haben auch direkt eine Kontrollmöglichkeit“, betonte Larue.

Eine der größten Herausforderungen in den kommenden Jahren sieht Ansgar Kieven in der Betreuung und Unterbringung von unbegleiteten Flüchtlingskindern. Bei ihnen geht es wie in den Anfangsjahren des Jugendamtes wieder um akute Nothilfe und reine Versorgung.

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