Dürens Finanzen: „Letzte Chance, Katastrophe zu verhindern”

Von: Christoph Lammertz
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Düren. Die Stadt Düren hat die Segel auf Sparkurs gestellt. Erstmals sind Politik und Verwaltung bei ihren Haushaltsberatungen jetzt ins Detail gegangen.

In einer Sitzung des Finanzausschusses stellten die Dezernenten ihre Investitionsvorhaben bis 2014 vor. Jenem Jahr, in dem die Stadt wieder einen ausgeglichenen Etat erreichen soll. Mit dem Hauptamt, das unter anderem in der Büroausstattung drastisch sparen und unter dem Strich 75.000 Euro jährlich weniger ausgeben will, erklärte das erste Amt, wie es die beschlossene Budgetsenkung um 5,9 Prozent erreichen kann.

„Der Doppelhaushalt 2010/2011 ist Dürens letzte Chance, die Katastrophe noch zu verhindern”, machte Kämmerer Harald Sievers zu Beginn der Beratungen noch einmal deutlich, wie wichtig eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der desolaten Finanzlage der Stadt ist.

Bis Mai, vielleicht aber auch bis in den Sommer hinein, werden sich Verwaltung und Politik nun intensiv mit Einnahmen und Ausgaben der Stadt befassen. Dass am Ende nicht nur drastische Sparmaßnahmen, sondern auch Steuererhöhungen beschlossen werden müssen, kündigte Sievers bereits an.

Auf ihrem Weg zu einer dauerhaften Verbesserung ihrer Finanzlage könnte die Stadt auch auf modernste Technik setzen. In der Finanzausschusssitzung wurde den Kommunalpolitikern ein „Tablet-PC”, ähnlich dem jüngst von Apple vorgestellten „I-Pad” präsentiert, der Papier in der Arbeit des Rates überflüssig machen kann. Ginge es nach Kämmerer Harald Sievers würde schon bald jedes Ratsmitglied ein solches Gerät erhalten, auf dem alle Verwaltungsvorlagen studiert und bearbeitet werden können.

Druck-, Porto- und Personalkosten würden so in erheblichem Umfang eingespart, erklärte Sievers. Die Investition in die Geräte werde sich sehr schnell amortisieren. Den Blicken und manchem süffisanten Lächeln in den Gesichtern der Ausschussmitglieder nach zu urteilen, dürfte dies aber eher noch Zukunftsmusik sein.

Konjunkturpaket lässt die Preise im Handwerk deutlich steigen

Sparen heißt es inzwischen für Düren auch bei den Investitionen aus dem Konjunkturpaket II. 6,4 Millionen Euro waren der Stadt aus Bundesmitteln für den Bereich Bildung zur Verfügung gestellt worden. An 24 Schul- und Kindergartengebäuden sollten dafür energetische Sanierungsmaßnahmen vorgenommen werden.

Doch inzwischen hat sich herausgestellt, dass das Konjukturpaket eine vielleicht nicht erwartete Nebenwirkung hat: Da es die Auftragslage der Handwerksbetriebe angekurbelt hat, steigen die Preise. Im Mittel um zehn, in einzelnen Bereich bis zu 50 Prozent, wie Dürens Gebäudemanager Helmut Harperscheid erklärte.

Würden alle geplanten Maßnahmen umgesetzt, dann würde dies inzwischen nicht 6,4, sondern 7 Millionen Euro kosten. So wird sich der Stadtrat Gedanken darüber machen müssen, worauf verzichtet werden soll. Da sich die Schulen allerdings auf die zugesagten Sanierungen verlassen, müsse überlegt werden, ob jetzt wegfallende Projekte über die normalen Haushalte der nächsten Jahre nachzuholen sind, sagte CDU-Fraktionschef Eßer.

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