Dürens Feuerwehrchef warnt: Personaldecke ist zu dünn

Von: Fred Schröder
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Düren. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klaffen im Brandschutz offenbar große Lücken: „Ich komme mir vor wie der Rufer in der Wüste”, erklärte Jürgen Pelzer, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Düren, einmal mehr seinen Kollegen auf der Hauptversammlung der Wehr.

„Im großen und ganzen können wir bei den Fahrzeug-Beschaffungen zufrieden sein”, bilanzierte der Wehrleiter, doch für die Gerätehäuser und die Personalentwicklung gelte dies nicht.

„Wir haben einen akuten Notfallpatienten”, wies Pelzer die Vertreter von Rat und Verwaltung auf die Gefahrensituation am Gerätehaus im Stadtteil Merken hin. „Beim nächsten heftigen Sturm ist das Dach weg”, warnte der Wehrleiter.

„Das passiert zwangsläufig, wenn immer alles zurück gestellt wird oder politisch keine Priorität hat.”Auf dem Gelände der Hauptwache versehen die Freiwilligen Feuerwehrleute zudem ihren Dienst in Containern und in Birkesdorf sei in Sachen Baumaßnahme ein Stillstand eingetreten.

„Nichts ist geschehen, trotz guter Vorgespräche. Nicht einmal die versprochene Heizungsanlage wurde in Auftrag gegeben”, so das Fazit des Wehrleiters. Die Antwort des Bürgermeisters fiel wie erwartet aus: In Zeiten eines Nothaushaltes müsse man andere Spielregeln akzeptieren. „Priorität haben Jugend und Familie, Soziales und dann kommt die Feuerwehr”, rückte Paul Larue die Rangordnung zurecht.

Zweites Sorgenkind Pelzers ist die Personaldecke: Trotz erfolgter Einstellungen seien sowohl im vorbeugenden Brandschutz als auch auf der Wache die Vorgaben des Brandschutzbedarfsplanes noch nicht erfüllt. So seien vakante Stellen in vorbeugenden Brandschutz nicht besetzt worden mit dem Ergebnis, dass der großen Nachfrage nach Brandschutzberatung aus Personalmangel nicht entsprochen werden konnte. Die Feuerwehr Düren ist im vorbeugenden Brandschutz auch für die Gemeinden Heimbach, Hürtgenwald, Kreuzau, Merzenich, Nideggen, Nörvenich und Vettweiß zuständig. Insgesamt wurden 220 Brandschauen und acht Nachschauen sowie 147 Bauabnahmen durchgeführt. Dazu erledigte der Brandschutzingenieur noch 221 Stellungnahmen zu Verfahren in der Bauaufsicht und Brandschutzerziehung für Kinder und Jugendliche.

„Die Gruppenstärke 1/8 beim ersten Abmarsch ist in den Wachabteilungen nicht erreicht”, monierte Pelzer. Der Stellenplan weiche von den Vorgaben des Brandschutzbedarfsplanes ab. Sollten ehrenamtliche Kräfte die Lücken beim hauptamtlichen Personal schließen müssen, sei eine Minderung des Sicherheitsstandards nicht auszuschließen.

Larue verspricht Abhilfe

„Der Markt ist leergefegt”, konterte Bürgermeister Larue. Deshalb sei die Stadt bemüht, in Lehrgängen Nachwuchs für den hauptamtlichen Dienst heranzubilden.

„Das haben wir erfolgreich getan und werden es in Kürze wieder tun”, kündigte Larue an und versprach, die Engpässe nach einem Stufenplan ausgleichen zu wollen.
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