Dürenerin Valerie Flatten: In Kinderheim in Bolivien gearbeitet

Von: kin
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Die Arbeit in dem bolivianischen Kinderheim Poconas hat Valerie Flatten sehr viel Freude gemacht. Sie möchte die Einrichtung auch weiterhin unterstützen.

Düren. „Ich arbeite sehr gerne mit Kindern zusammen, und ich wollte Menschen helfen.“ Valerie Flatten ist 20 Jahre alt, hat im vergangenen Jahr am Stiftischen Gymnasium ihr Abitur bestanden und wollte vor dem Studium erst einmal etwas anderes machen. Ein anderes Land, eine andere Kultur kennenlernen.

Valerie Flatten ist nach Bolivien gegangen, genauer gesagt in die Stadt Sucre. Dort hat sie sechs Monate in einem Kinderheim gearbeitet. Das Kinderheim Poconas, das im gleichnamigem Stadtteil von Sucre liegt, wird seit über 35 Jahren von der Kirchengemeinde St. Anna in Düren unterstützt. „Ich hatte schon viel von Poconas gehört“, erzählt Valerie Flatten.

„Meine Eltern haben das Kinderheim auch schon einmal besucht. Deswegen lag es für mich nahe, dort zu arbeiten.“ Von Oktober bis April ist die junge Frau in Südamerika gewesen – und mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen zurückgekommen. „Es war mit bewusst, dass ein Leben in Bolivien, einem Dritte-Welt-Land, sehr anders sein würde als ein Leben in Düren. Aber ich habe versucht, mir vorher nicht zu viele Sorgen zu machen und möglichst ohne Vorurteile nach Sucre zu gehen.“

Natürlich, sagt Valerie Flatten, sei das Leben in Bolivien sehr viel ärmlicher als das Leben in Deutschland. „Und obwohl die Menschen dort so wenig besitzen, haben sie immer etwas, das sie abgeben können. Die Gastfreundschaft in Bolivien ist einfach unglaublich groß. Und die Menschen sind sehr herzlich.“

Valerie Flatten hat mit den Mädchen im Internat in Poconas gewohnt. Morgens hat sie sich um die kleinen Kinder gekümmert, nachmittags hat sie mit den größeren Mädchen gespielt und Hausaufgaben gemacht. Die Säuglinge und Kleinkinder mussten gewickelt und gefüttert werden. Die Dürenerin hat mit den Jungen und Mädchen darüber hinaus Sprach- und Bewegungsübungen gemacht. „Ein Teil der Kinder sind Vollwaisen, einige haben noch Eltern.

Die Eltern leben aber in so ärmlichen Verhältnissen, dass sie ihre Kinder ohne Hilfe nicht durchbringen können. Manche sind unterernährt und schlecht entwickelt zu uns ins Kinderheim gekommen“, berichtet sie. Besonders beeindruckt hat Valerie Flatten die große Gemeinschaft, die im Kinderheim Poconas herrscht. „Die Kinder und die Ordensschwestern leben fast wie eine Familie zusammen. Die Älteren helfen den Jüngeren.“

Die 20-Jährige glaubt, durch ihre Zeit in Bolivien viel selbstständiger geworden zu sein. „Ich musste viele Dinge selbst regeln und organisieren.“ Darüber hinaus habe sie gelernt, viele Dinge einfach mehr wertzuschätzen. „Es geht uns in Deutschland schon sehr gut. Ich hoffe, dass ich von der Zuneigung, die ich von den Menschen und vor allen von den Kindern in Bolivien erfahren habe, etwas behalten und an andere weitergeben kann.“

Valerie Flatten möchte das Kinderheim Poconas auch weiterhin unterstützen und auf jeden Fall noch einmal nach Bolivien zurückkehren. Zunächst einmal will sie aber Medizin studieren. Bis zum Semesterbeginn arbeitet sie als Aushilfe in der Pflege am Lendersdorfer St.-Augustinus-Krankenhaus. „Medizin wollte ich schon vor Poconas studieren“, erklärt Valerie Flatten. „Durch meine Arbeit in Bolivien ist in mir der Wunsch gewachsen, später einmal im Bereich Kinderheilkunde zu arbeiten.“

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