Niederau - Dürener Waldjugendspiele: Im Wald bei Reh und Greifvogel

Dürener Waldjugendspiele: Im Wald bei Reh und Greifvogel

Von: Anne Wildermann
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Erkunden den Burgauer Wald (v.l.): Die Grundschüler der Südschule in Düren Celine, Alexandra, Ali und Timo sind von allen 16 Stationen begeistert. Hätten aber gern auch ein echtes Reh gesehen. Foto: Wildermann

Niederau. Vorsichtig steckt Elisabeth (8) ein schmales Holzstäbchen in ein Glas mit Waldhonig, das ihr Imker Michael Köditz (56) reicht. „Etwas drehen, damit die Klebefäde nicht runterlaufen und jetzt in den Mund“, sagt der Imker und wie auf Kommando stecken alle Kinder der Klasse 3b der Südschule in Düren das Holzstäbchen in den Mund.

Einige verziehen das Gesicht, andere wollen gleich noch mal. „Eigentlich mag ich gar keinen Honig“, gesteht Elisabeth und lacht. „Aber der hier ist lecker, gar nicht so süß.“

Zusammen mit ihren Klassenkameraden besucht sie die fünften Waldjugendspiele im Burgauer Wald, die von Dienstag bis Donnerstag stattfinden und von dem Dürener Service Betrieb und Eva-Maria Rinkens-Seebald (51), Leiterin der Grundschule Merken, initiiert wurden. Insgesamt nehmen dieses Jahr an die 650 Kinder der dritten und vierten Klassen der Dürener Grundschulen teil. Finanziert wird das 4000 Euro teure Projekt vom Netzwerk gegen Kinderarmut und vom Lions Club Düren-Rurstadt.

Vinona (8) mag Honig sehr gerne. Am liebsten isst sie ihn auf Toastbrot. Aber Waldhonig habe sie bisher auch noch nie gegessen. Imker Michael Köditz erklärt den Schülern anhand von Fotos und bunten Tafeln, woher die Bienen den Saft für den Honig nehmen. „Die Blattläuse trinken den Baumsaft und scheiden einen Teil davon wieder aus. Und den sammeln die Bienen ein.“

An 16 Stationen erfahren die Kinder nicht nur etwas über den Wald und seine tierischen Bewohner. „Auch, dass der Wald für manche Menschen ein Arbeitsplatz ist, Schutz für viele Tierarten bietet und sogar als Erholungsraum dient“, sagt Förster Andreas Nießen (27), der mit seinem kleinen SUV Fragebögen an die Station „Holzernte“ bringt, die gleich Kinder ansteuern werden.

Dort steht ein Traktor mit Seilwinde und einige Baumstämme liegen auf dem Boden. Ein Arbeiter in orangefarbener Kleidung bearbeitet die Blöcke mit einer Motorsäge. „Die Kinder sollen an einem angesprühten Baumstamm erraten, wofür die unterschiedlichen Ziffern und Buchstaben stehen“, erklärt der Förster und zeigt auf ein Exemplar.

Die sechs steht für die Länge, die 57 für den Durchmesser und das C für die Qualität. „In dem Fall ist die eher schlecht und das Holz wird nur als Brennmaterial und nicht zur Verarbeitung genutzt“, erklärt er.

Kauend und etwas sabbernd steht Lucky vor einer neuen Gruppe Schüler. Das 16-jährige Pferd der Rasse Tinker stört sich nicht an dem lauten Geplapper und frisst weiter seine Möhren. Besitzerin Nadine Tings (27) spannt es mit dem Geschirr vor einen schmalen Baumstamm.

Mit dem dreht Lucky eine Runde um den Platz. „Früher wurden Pferde auch zum Rücken im Wald eingesetzt. Teilweise wird das sogar heute noch gemacht“ sagt Tings. Aber Lucky arbeitet nicht für einen Forstbetrieb und wird auch nicht an solch einen ausgeliehen.

Er rückt nur privat einige Stämme hin und her. „Wer weiß, wie schwer Lucky ist“, fragt die Besitzerin. Alegra (8) aus der Klasse 3c der Südschule sieht das Tier kurz an und antwortet: „650 Kilogramm.“ Damit liegt die Schülerin genau richtig. „Eine Freundin hat mir das mal erzählt“, sagt sie.

Neben Lucky sind auch die Greifvögel aus Hellenthal bei den Schulklassen sehr beliebt. Nacheinander dürfen die Jungen und Mädchen das südamerikanische Adlerweibchen Lima auf den Arm nehmen. Natürlich mit dickem Lederhandschuh. Friedfertig schaut der Adler in der Gegend umher. Zur Erinnerung werden Fotos von Kind und Adler gemacht.

Donnerstag von 14 bis 16 Uhr sind Spiele öffentlich.

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