Dürener Unternehmen wollen sich öffnen

Von: Sarah Maria Berners
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Einblick in die Produktion von Anker-Teppich: Die Dürener Firma und andere Industriebetriebe öffnen im Oktober ihre Türen für Besucher und zeigen, was hinter den Mauern der Betriebe passiert. Foto: Anker Gebr. Schoeller GmbH & Co. KG, Sarah Maria Berners

Düren. Industrie stinkt, macht krach und eigentlich braucht heute sowieso niemand mehr industrielle Betriebe. So oder ähnlich schlecht steht es laut einer Umfrage des Vereins „Zukunft durch Industrie“ um das Image der produzierenden Betriebe. Aber woher kommen unsere Mobiltelefone, Teppiche und Lampen?

Wer produziert die Dinge, die dafür sorgen, dass wir uns in Autos und auf Sportschuhen fortbewegen können? Richtig: die Industrie. Auch die in Düren.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt und die Betriebe wollen nun das Image der Industrie aufpolieren. „Wir möchten zeigen, dass die Industrie wertvoll ist. Wir möchten zeigen, was hinter den Mauern der vielen Dürener Industriebetriebe passiert“, sagt Michael Linn von der Wirtschaftsförderung.

Deswegen wird für Düren ein Maßnahmenpaket geschnürt. Ein Baustein zur sogenannten „Industrieakzeptanz“ ist die „Lange Nacht der Industrie“. Die gibt es in vielen Städten schon seit einiger Zeit. Im Oktober springt auch die Dürener Industrie auf diesen Zug auf, acht Firmen machen auf jeden Fall mit (siehe Infokasten).

„Irgendwo müssen die Gegenstände des täglichen Gebrauchs gefertigt werden“, sagt Michael Linn. Wenn es aber um Erweiterung oder Erneuerungen in den Industriebetrieben gehe, gebe es immer zunächst Gegenwehr. Dabei würden Veränderungen in der Industrie häufig sogar Verbesserungen bedeuten. Weil neue Maschinen meist leiser seien, zum Beispiel.

Die Firmen und die Wirtschaftsförderung wollen sich einem konstruktiven Dialog mit den Bürgern stellen. Industrie und auch Wirtschaftsförderung nehmen die Bedenken der Bürger ernst. Aber auch wegen dieser Bedenken werden die Firmen ihre Werkstore öffnen.

Gleichzeitig hoffen sie, damit potenzielle Arbeitnehmer und Auszubildende auf sich aufmerksam zu machen. „Die Unternehmen leisten viel für unsere Stadt. Sie bringen Arbeitsplätze, sorgen für Steuereinnahmen und sind in der Sport- und Kulturförderung tätig“, betont Heinz Mannheims, der Chef der Wirtschaftsförderung.

Die Öffnung der Industrie soll auch dafür sorgen, dass die Dürener ein bisschen stolz auf ihre Stadt sein können, wenn sie wissen, was die Firmen produzieren und in welchen Bereichen Dürener Industrieunternehmen Weltmarktführer sind.

Es sei die ausgewogene Mischung aus Industrie, Dienstleistung und Handwerk, aus großen, mittleren und kleinen Unternehmen gewesen, die Deutschland gut über die Krisenjahre getragen habe, betont Linn. In Düren gebe es eine breitgefächerte Industrie, die Stadt sei damit gut aufgestellt.

Für die Papierindustrie ist Düren bekannt, von dem, was hinter anderen Firmenmauern passiere, wüssten viele Menschen aber nichts. Das wollen die Firmen nun ändern und zeigen, wie Maschinen und Produkte hergestellt werden, wie industrielle Abläufe und Zusammenhänge aussehen.

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