Geilenkirchen - Dürener Türsteher zu 3200 Euro Strafe verurteilt

Dürener Türsteher zu 3200 Euro Strafe verurteilt

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung in zwei Fällen und einer fahrlässigen Körperverletzung verurteilte Richter Thomas Schönig am Montag einen 31-jähriger Türsteher aus Düren zu 160 Tagessätzen (á 20 Euro).

Ein ebenfalls angeklagter 35-jähriger Kollege aus Alsdorf kam bei einer vorsätzlichen Körperverletzung mit 30 Tagessätzen (á 40 Euro) davon. Beiden Männern wurden die Verfahrenskosten auferlegt.

Für Aufsehen sorgte besonders das Vorgehen des Düreners, Türsteher einer Geilenkirchener Diskothek, gegen einen 27-jährigen Gast aus Alsdorf, der anschließend drei Operationen über sich ergehen lassen musste, 13 Wochen krank geschrieben war und heute mit bleibenden körperlichen Schäden leben muss.

In diesem Fall war trotz Überwachungsvideo eine eindeutige Klärung, ob es sich um eine vorsätzliche oder fahrlässige Körperverletzung handelte, nicht möglich. Der angetrunkene 27-Jährige war von dem Türsteher mit einem Fixiergriff aus der Disko gebracht worden. Draußen ließ der Angeklagte den Alsdorfer los, so dass dieser auf sein Gesicht fiel und sich dabei die schweren Verletzungen zuzog.

Staatsanwältin Dr. Nicole Maske verlas das Plädoyer ihres erkrankten Kollegen Staatsanwalt Dennis Becker. Der Fall des Alsdorfers lasse zwei Interpretationen zu. Entweder habe der 31-jährige Dürener den 27-Jährigen hingeworfen, oder er, der Türsteher sei gestolpert und habe ihn fallen lassen.

Im Zweifelsfall ergehe das Urteil immer zugunsten des Angeklagten, so dass dieser Vorfall als fahrlässiges Handeln zu bewerten sei. Erschwerend für die Angeklagten sei allerdings, dass sie sich nicht zu ihren Taten eingelassen hätten und ihr willkürliches körperliches Vorgehen offensichtlich üblich sei.

„Es fehlt an Reue und Einsicht. Ich kann nicht nachvollziehen, dass sich der Angeklagte nicht entschuldigt hat“, ergriff Rechtsanwalt Rainer Dietz für die Nebenklage das Wort. In seinem Plädoyer verwies er mit Nachdruck darauf, dass das 27-jährige Opfer bleibende Schäden davonträgt.

Für ein Fahrlässigkeitsverhalten gebe es keine glaubwürdigen Hinweise. „Mein Mandant hat von seinem Recht Gebrauch gemacht zu schweigen“, meldete sich Verteidiger Rechtsanwalt Axel S. Iven aus Düren zu Wort. Iven zeigte erhebliche Bedenken, mehrere Aussagen von Zeugen als verwertbar anzusehen.

„Ich habe ganz klar auf dem Video gesehen, dass der Angeklagte stolperte“, so sein Verteidiger. Ivens forderte einen Freispruch. Richter Thomas Schönig rechtfertigte die umfangreiche Beweisaufnahme. Die Körperverletzungen würden sich wie ein roter Faden durch den Arbeitsalltag der Türsteher ziehen.

Für Schönig war auf dem Video zu sehen, dass der Geschädigte mit der Hand des Türstehers auf seinem Kopf zu Boden geschleudert worden ist. Es sei aber nicht eindeutig zu beweisen, ob der Türsteher vorsätzlich oder einem Reflex heraus gehandelt habe.

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