Dürener Trinkwassermix besteht nicht nur im Geschmackstest

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
Anita Müller
Im Labor der Stadtwerke in Obermaubach ist Diplom-Chemikerin Anita Müller für die chemische Kontrolle des Trinkwassers zuständig.

Düren. Teures Mineralwasser aus dem Supermarkt oder das erheblich billigere aus dem Wasserhahn: Welches ist gesünder? Welches schmeckt besser? An diesen Fragen scheiden sich die Geister. Die Stadtwerke Düren sind überzeugt: „Dat Wasser von Düre es jot.“

So gut, dass es auch einen Geschmackstest im Vergleich mit Mineralwässern namhafter Markenhersteller besteht? „Das Wasser, das wir hier gewinnen, ist so gut, dass wir es überhaupt nicht mehr aufbereiten müssen“, betont Cord Meyer, Geschäftsführer der Stadtwerke Tochter „Leitungspartner“, während er mit Wassermeister Oliver Terkatz die Tür zu einem der drei sechs Meter tiefen Wasserbrunnen an der Dr.-Overhues-Allee öffnet.

Ständige Kontrollen im hauseigenen Labor der Stadtwerke Düren in Obermaubach bestätigen dies. Laborleiterin Yvonne Jacobi und ihre Kollegin Anita Müller unterziehen nicht nur das an der Overhues-Allee entnommene Wasser regelmäßigen Kontrollen. „Wir überprüfen, ob die chemischen und mikrobiologischen Parameter der Trinkwasserverordnung eingehalten werden“, erklärt die Laborleiterin.

PH-Wert, Leitfähigkeit und Trübung werden ebenso unter die Lupe genommen wie die Einhaltung der Grenzwerte von Chemikalien wie Ammonium, Nitrite und Phosphate. Überhaupt nicht vorkommen dürfen Coli- und Coliforme Bakterien, die Durchfall verursachen könnten. Ohne das Okay des Labors darf keine Wasserleitung freigegeben werden. Auch die Pfingstmontag geborstene Leitung in Birkesdorf muss nach der Reparatur solange gespült werden, bis das Labor in Obermaubach „grünes Licht“ gibt.

Bis zu 1,5 Millionen Kubikmeter fördert die SWD-Tochter in der 2012 vollständig erneuerten Anlage an der Overhues-Allee jährlich. Grundwasser von den Eifelhöhen, das selbst in trockenen Zeiten wie diesen nie versiegt und über 360 Meter lange Schlitzbrückenrohre aus bis zu sechs Metern Tiefe gewonnen wird, bevor es über eine Verbindungsleitung in die Wasserbehälter auf dem Annakirmesplatz gepumpt wird, erklärt Cord Meyer. Dort laufen die verschiedenen „Wasserquellen der SWD“ zusammen, werden gemischt und ins rund 730 Kilometer lange Versorgungsnetz in Düren und Merzenich geleitet.

Aus der Wassergewinnungsanlage an der Dr.-Overhues-Allee stammen bis zu 20 Prozent der 5,4 Millionen Kubikmeter, die jährlich benötigt werden. Weitere 20 Prozent stammen aus dem 2012 modernisierten SWD-Wasserwerk in Ellen, kleinere Mengen vom Kreuzauer Wasserwerk Concordia und ab Ende des Jahres auch aus Langerwehe. Das Gros mit rund 60 Prozent stammt seit 2013 aus der Wehebachtalsperre. „Dieses Wasser ist schon von Hause aus weich und natürlich“, erklärt SWD-Geschäftsführer Heinrich Klocke.

Daher ist er sich sicher, dass das Dürener Wasser den von der Dürener Zeitung begleiteten Geschmackstest bestehen wird. Neben den DZ-Lesern werden in weiteren Testrunden auch SWD-Mitarbeiter, Politiker und Sportler zur Jury gehören. Am Ende wird ausgewertet und eine Rangfolge ermittelt. Dann steht fest, ob das Trinkwasser wirklich so gut schmeckt, wie die Stadtwerke behaupten.

In Düren und Merzenich werden jährlich 5,4 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht, davon 4,3 Millionen in Haushalten. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag in den 1980er Jahren noch bei rund 140 Litern, heute bei nur noch 120. Davon werden nur fünf Liter getrunken oder zum Kochen benutzt, 43 für Duschen und Baden, 33 für die Toilettenspülung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert