Niederau - Dürener Tierheim: „Vorbild für viele andere im Land“

Dürener Tierheim: „Vorbild für viele andere im Land“

Von: sj
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Düren Tierheim
„Rettungsanker für Tiere in Not“: Stefanie Blank ist Leiterin des Tierheims. Dort haben aktuell rund 500 Hunde, Katzen, Vögel, Kleintiere und Exoten Unterschlupf gefunden. Foto: Stephan Johnen

Niederau. Angefangen hat alles mit 13 Boxen für Hunde und zwei Räumen für Katzen. Mit den Herausforderungen und Anforderungen wuchs auch das Tierheim des Tierschutzvereins für den Kreis Düren, in Sichtweite von Schloss Burgau gelegen. Mittlerweile arbeiten dort zehn Fachkräfte, die täglich 500 Tiere versorgen.

„Das Dürener Tierheim gilt aus Musterbeispiel. Hier wird Tierschutz nicht im abgekapselten Raum betrieben, sondern für jeden offen zugänglich“, sprach NRW-Umweltminister Johannes Remmel den Tierschützern ein Lob aus. Der Verein feierte am Wochenende sein 50-jähriges Bestehen. „Sie sind ein Vorbild für viele andere im Land“, zollte Remmel dem Geburtstagskind Respekt. Nicht nur das Tierheim sei vorbildlich, sondern auch die Arbeit, die im Verein geleistet werde.

„Eines war uns immer wichtig: Tierschutz mit Herz und Verstand voranzubringen“, bilanziert der Vorsitzende Günther Oltrogge im Gespräch mit der DZ. „Gerade Tierschützer können sich genüsslich in die Wolle kriegen“, weiß Oltrogge, der seit 34 Jahren Vorsitzender des Vereins ist. Doch warum überhaupt, wo es doch gemeinsame Ziele gibt? Weil es – vereinfacht gesagt – zwei Pole gibt: „Maximalforderungen und einen geschäftsmäßigen Ansatz“, versucht Oltrogges Stellvertreter Jürgen Plinz eine Erklärung. Wer Tierschutzdebatten rein emotional begründe und führe, werde für die Tiere kaum etwas erreichen.

„Ohne Herz klappt es nicht, aber realistisches Herangehen an Aufgaben schadet nicht“, fügt Franz Josef Hermanns, der zweite stellvertretende Vorsitzende, hinzu. „Beraten, informieren, schulen“, fasst Günther Oltrogge wesentliche Aufgaben zusammen. Der Verein betreibt das Tierheim, übernimmt für die Kommunen die Fundtierversorgung und -vermittlung. Aber die Mitglieder betreiben auch Öffentlichkeitsarbeit. Hähnchenmast im Kreis Düren, Pelze in Geschäften, Wildtiere im Zirkus: Der Tierschutzverein hat sich in der Vergangenheit stets eingeschaltet, wenn es um die Belange der Tiere ging, er will Diskussionen anstoßen. Zuletzt beispielsweise mit einem Projekt zur Direktvermarktung von Bio-Lebensmitteln.

Auch auf der eigenen Geburtstagsfeier nahm der Verein die Politik in die Pflicht. Mit den drei Dürener Bundestagsabgeordneten wurde unter anderem über die vom Tierschutzverein geforderte Zwangskastration von Katzen debattiert. „Irgendjemand muss die Verantwortung für das Elend übernehmen, wenn kranke und unterernährte Tiere nicht behandelt werden“, forderte Oltrogge. Das Tierheim stieß im vergangenen Jahr an seine Grenzen – und stellte erstmals kurzfristig die Annahme von Katzen ein.

Tierschutzarbeit sei oftmals eine Politik der kleinen Schritte. Wer Erfolge erzielen möchte, benötige Ausdauer, Geduld – und eine große Portion Beharrlichkeit. Es sei nach wie vor auch nicht einfach, „an das Geld anderer Leute zu kommen“, sagte der Vorsitzende des Tierschutzvereins augenzwinkernd. „Aber es ist hilfreich, wenn man etwas vorweisen kann!“ Dass die Dürener eine Menge vorweisen können, wurde ihnen am Wochenende nicht nur einmal attestiert. Oltrogge: „1963 haben die Menschen gar nicht gewusst, was Tierschutz ist. Heute weiß fast jeder, was wir tun.“

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