Dürener Theaterwerkstatt: Vom Publikum auf die Bühne

Von: Annika Thee
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Fühlen sich auf der Bühne wohl: Maggy Engelke, Wolfgang Mario Betz und Uta Gärtel (v.l.) vom Altentheaterensemble des Freien Werkstatttheaters Köln im Haus der Stadt. Foto: Annika Thee
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Monika Rothmaier (r.) begrüßt die Zusammenarbeit mit der Regisseurin Ingrid Berzau und Gründer Dieter Scholz des Altentheaterensembles. Foto: Annika Thee

Düren. Für Monika Rothmaier-Szúdy, die künstlerische Leiterin des Theaters Düren, geht bald ein Herzenswunsch in Erfüllung. Denn die Aufführung ist keine wie jede andere.

Die Schauspieler des Altentheaterensembles vom Freien Werkstatttheater Köln warten hinter der Bühne auf ihren Auftritt. Doch vorher will Rothmaier einen Appell an das Publikum richten.

Denn die Aufführung soll nicht nur das Publikum begeistern, sondern einen Impuls geben und die Lust wecken, selbst aktiv zu werden. „Wir möchten, dass Theater gucken und Theater machen zusammenkommt“, erklärt Rothmaier ihren großen Wunsch. Mit Unterstützung der Theaterpädagogin Svenja Niekerken möchte sie die Dürener Theaterwerkstatt gründen.

Interessierte aller Altersklassen sind eingeladen, an Schnupperworkshops teilnehmen. Wem die Schauspielerei auf der Bühne gefällt, kann ab Januar regelmäßig proben und schließlich selbst bei einer Aufführung im Rampenlicht stehen. Als Vorbild für das Projekt dient das Altentheaterensemble, das nun im Haus der Stadt die Bühne einnimmt. Die 25 Schauspieler sind zwischen 65 und 95 Jahren alt.

Zusammen mit Regisseurin Ingrid Berzau haben sie das Theaterstück geschrieben, es erzählt autobiografische Geschichten aus dem eigenen Leben. „Wir haben ein großes Kapital an Lebenserfahrung, insgesamt 1800 Jahre“, sagt Dieter Scholz, der Gründer des Ensembles. Etwa zwei Jahre dauerte es, bis das Stück entstanden, geprobt und bereit für die Bühne war.

Die Liebe als Essenz des Lebens

Das Stück „Ein Lieben lang“ erzählt von der Vergangenheit der Schauspieler. Sie blicken auf geliebte Partner, Eltern und Freunde zurück, erzählen von Angst und Verlust. Im Zentrum steht immer die Liebe. Die Zuschauer freuen sich über die Musik-, Tanz- und Gesangseinlagen der Schauspieler. Sie leiden mit den Protagonisten, die von Krieg und Enttäuschung erzählen. Monika Rothmaiers Idee scheint aufzugehen. Das Stück überzeugt das Publikum. Die Zuschauer fiebern mit den Schauspielern, seufzen tief bei romantischen Szenen und einige teilen die Erfahrungen aus der Nachkriegszeit.

In der nächsten Szene weicht die Betroffenheit im Saal einem Schmunzeln. „Armors Pfeil hat mich nur einmal richtig getroffen, alles anderen waren bloß Streifschüsse“, sagt Schauspielerin Rosemarie Rohr. Obwohl sie von ihrem ersten Mann betrogen wurde und ihr zweiter Mann verstorben ist, hat sie die Hoffnung auf eine neue Liebe noch nicht aufgegeben. Sie und ihre Kollegen vom Altentheaterensemble sind sich sicher: „Das Leben schreibt die schönsten Geschichten.“

Unter diesem Motto soll nun bald dank der Kooperation des Theaters Düren mit Düren Kultur und der VHS Rur-Eifel das Theaterprojekt starten. Mit den Teilnehmern soll ein Stück entwickelt werden, das auf der Annakirmes spielt und von Liebe, Eifersucht und Zukunftsangst handelt. Gefördert wird die Theaterwerkstatt von der Erna-Schiefenbusch-Gesellschaft, dem Lions Hilfswerk Marcodurum, dem Seniorenrat der Stadt und der Sparkasse Düren.

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