Dürener Talente mischen in NRW vorne mit

Von: Kevin Teichmann
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Ein eingespieltes Team: Julia Lüttgen und Finn Kuhlmann sind zwei große Talente des 1. BC Düren und treten am 30. April beim NRW-Finale der Turnierserie „Young Masters“ in Gelsenkirchen im Duell der sechs besten ihres Jahrgangs an. Foto: Kevin Teichmann

Düren/Gelsenkirchen. Am Samstag findet das NRW-Finale der Badminton-Vergleichsserie „Young Masters“ in Gelsenkirchen statt. Die Turnierserie dient als Sichtungs- und Wettkampfserie für die Altersklassen U 9 bis U 11. Mit dabei sind auch zwei große Talente des 1. BC Düren.

Die zehnjährige Julia Lüttgen und der neunjährige Finn Kuhlmann sind so etwas wie die Aushängeschilder der guten Jugendarbeit des BC. Zwar ist Düren kein Badminton-Stützpunkt, dennoch lernten beide viel beim Club mit Bundesliga-Zugpferd.

„Wir beide kannten uns schon aus dem Kindergarten, haben uns danach aber irgendwie aus den Augen verloren“, erzählt Julia, dass sie und Finn sich schon länger kennen. „Zufälligerweise haben wir uns dann beim Sommer-Camp des BC Düren 2013 wiedergetroffen“, ergänzt Finn. „Früher habe ich mit Papa gerne Federball gespielt und irgendwann hat der BC dieses Camp veranstaltet“, lacht Julia. Beiden hat das Camp sehr gut gefallen und so blieben sie.

„Der Spaß steht im Vordergrund“, meint Julia trotz der derzeitigen Erfolge. Vor eineinhalb Jahren hatten die jungen Badminton-Asse ihr erstes Turnier – das war jedoch nur von kurzer Dauer: „Am Anfang fliegt man direkt raus und verliert die Spiele hoch“, erinnert sich Finn noch sehr gut an die schmerzlichen Momente. Natürlich hatten die anderen Kinder schon vier oder fünf Jahre mehr Turniererfahrung.

Doch schon bald trat Besserung ein, bemerkte der U 10-Junior: „Es gibt in meiner Altersklasse in NRW mittlerweile nur noch drei Spieler, die etwas besser sind und zwei, mit denen ich mich auf Augenhöhe duelliere. Während ich vor einem Jahr noch weit weg war, bin ich nun am Top-Feld dran.“ Finn spielte anfangs parallel auch noch Fußball beim FC Düren-Niederau. Dieses Hobby gab er irgendwann dem Badmintonsport zuliebe auf – es sollte sich lohnen.

„Ich glaube nicht, dass ich ein so großes Talent bin. Das ist erst mit der Zeit gekommen und dafür habe ich richtig hart trainiert“, hat Finn das Können zwar nicht unbedingt in die Wiege gelegt bekommen, sich über die Trainingseinheiten aber stets verbessert. Sein hartes Training scheint sich auszuzahlen, schließlich wurde er im März erst in den U 13-Landesleistungskader berufen. Der NRW-Coach hat neben ihm nur drei weitere Kandidaten berufen. Das bedeutet Extra-Training und sogar spezielle Lehrgänge über mehrere Tage.

Noch kein Schiedsrichter

Bei Turnieren haben Julia und Finn in ihren Altersklassen noch nicht die Unterstützung eines Schiedsrichters. Man muss sich eben mit dem Gegenüber einigen: „Das machen wir untereinander aus. Bei Meinungsverschiedenheiten hilft die Turnierleitung. Kann man sich einmal überhaupt nicht einigen, dann wird eben wiederholt“, finden Julia und Finn immer irgendeine Lösung mit ihren Gegenspielern.

Wenn es um die Disziplin „Mixed“ geht, spielen die Freunde natürlich zusammen. „Das Mädchen steht dabei immer vorne am Netz, dadurch muss ich automatisch mehr laufen“, berichtet Finn und Julia gibt augenzwinkernd, aber ehrlich zu: „Das finde ich besser.“ „Mir macht laufen aber Spaß – deshalb ist das schon okay so“, scherzt Finn.

Dieses Mal nicht im NRW-Kader

Julia hat es diesmal leider nicht in den NRW-Kader geschafft. „Es gehört auch ein bisschen Glück dazu – in den Spielen an sich und natürlich auch, wenn ein Trainer entscheiden muss, wer ins Team darf“, hofft sie auf eine neue Chance bei der nächsten Nominierung.

Gute Ergebnisse bei den „Young Masters“-Finalspielen könnten ihr mehr Aufmerksamkeit des NRW-Übungsleiters schenken. Neben Badminton haben sowohl Julia als auch Finn noch andere Hobbys. „Ich spiele Cello und gehe reiten“, lächelt Julia – Finn spielt auch ein Instrument: „Trompete! Und außerdem verabrede ich mich gerne mit Freunden.“

Ob bei mindestens drei Mal Badminton-Training da nicht die Schule ein wenig zu kurz kommt? „Nein, zuerst geht es in die Schule, danach werden Hausaufgaben gemacht und erst dann kommen die Hobbys“, ist Finn felsenfest davon überzeugt, dass eine gewisse Disziplin im Tagesablauf notwendig ist. Hinzu kommen natürlich gut organisierte Fahrdienste der Eltern der beiden Kinder.

Einen großen Anteil am Erfolg beider Kinder habe übrigens ihre Trainerin, da sind sich die zwei einig: „Reni Hasan ist eine super Trainerin und spielt sogar selbst noch bei der Deutschen Meisterschaft.“ Und natürlich gucken beide auch regelmäßig Bundesliga-Spiele an der Zülpicher Straße. Hierbei dürfen sie sogar schon die Punkte zählen, sprich die Punktetafeln umblättern, je nachdem was der Unparteiische anzeigt. „Leider dürfen wir nur zählen und nicht entscheiden“, würde Julia wohl am liebsten nur die auf der Seite des BC Düren „blättern“.

Selbstverständlich bekommt man bei der tollen Atmosphäre auch Lust, eines Tages das Parkett der höchsten deutschen Spielklasse zu beschreiten: „Erst einmal möchten wir uns im Training immer weiter verbessern. Klar wäre es ein Traum, irgendwann in der Bundesliga für den BC aufzulaufen.“

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