Düren - Dürener Stadtrat beschließt Indensee-Klage

Dürener Stadtrat beschließt Indensee-Klage

Von: Jörg Abels
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Nach dem Tagebau ein See? Die Indeland GmbH sieht keinen Grund, die Seepläne zu verwerfen. Ein Experte der Bergbaubehörde bestätigte nach einem Besuch in Nachterstedt, dass die Verhältnisse nicht auf das rheinische Revier übertragen werden können. Foto: Abels

Düren. Große Hoffnung, dass der Braunkohlenausschuss der Kölner Bezirksregierung am 28. August die von ihm Ende 2008 beschlossene und vom NRW-Wirtschaftsmisterium bereits genehmigte Änderung des Braunkohlenplans Inden noch einmal vertagt und damit den Restsee auf Eis legt, hat Hans Wabbel nicht.

Dafür hat Dürens Baudezernent seit Dienstag Gewissheit: Die Stadt wird nach Inkraftreten gegen die Planänderung klagen. Einstimmig beschloss der Stadtrat Verfassungsbeschwerde einzulegen, sollte die Seevariante im Licht des Unglücks von Nachterstedt nicht noch einmal neu bewertet werden.

Bürgermeister Paul Larue unterstrich dabei noch einmal, dass die Stadt den „Indeschen Ozean” nicht erst seit dem Erdrutsch am Concordiasee, bei dem drei Menschen ihr Leben verloren, ablehnt und verwies auf drei Ratsbeschlüsse aus den letzten Jahren.

„Wir haben immer an die Risiken einer jahrzehntelangen Nutzung schon während der Befüllung des Sees erinnert”, wiederholte Hans Wabbel die skeptische Haltung der Stadt gegenüber den mit dem See verbundenen Visionen.

Die seien spätestens seit Nachterstedt widerlegt, verwies CDU-Fraktionschef Karl-Albert Eßer auf die Prognos-Studie zum Indensee, die die wirtschaftlichen Potenziale des Sees in Frage stellt, sollten die Randbereiche nicht frühzeitig genutzt werden können.

Eine Bebauung der Ränder aber könne seit Nachterstedt doch wohl nicht mehr gutheißen, betonte Eßer, der wie Wabbel aber nicht nur die Frage vermeidbarer und beherrschbarer Risiken aufwarf, sondern auch von einer „raumplanerischen Fehlentwicklung” sprach.

„Der Kreis hatte es seit der kommunalen Neugliederung schwer genug zusammenzuwachsen”, erklärte Eßer. Er werde durch die Tagebauseen in Inden und Hambach nun wieder getrennt. Weil ein Großteil des Hinterlandes wegbreche, sehen sie die Bedeutung Dürens als Mittelzentrum gefährdet.

Für die SPD ist noch ein anderer Punkt von entscheidender Bedeutung: Wer könne schon heute prognostizieren, was in 60 Jahren das Richtige für die Region ist. „Die Seelösung ist einseitig, die Landlösung aber bietet multifunktionale Nutzung”, brachte es Fraktionschef Henner Schmidt auf den Punkt.

Die SPD war es, die die Sondersitzung des Rates beantragt hatte. „Der Bürger hat ein Recht darauf, noch vor der Kommunalwahl Gewissheit über die Haltung der Stadt zu haben.”

Die Klage ist seit Dienstag beschlossene Sache, die Grüne Verena Schloemer aber mahnte CDU und SPD auch an, noch einmal auf ihre Mitglieder im Braunkohlenausschuss einzuwirken, damit Hans Wabbel mit seiner Einschätzung vielleicht doch falsch liegt.
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