Düren - Dürener Reiter treiben die Inklusion voran

Dürener Reiter treiben die Inklusion voran

Von: Kim Statzner
Letzte Aktualisierung:
14803675.jpg
Erster Wettkampf: Luisa Brauswetter wird von ihrer Schwester Elena auf Arak geführt. Das ist Inklusion auf dem Pferderücken. Foto: Statzner
14803677.jpg
Von links: Doreen Nießen, Irene Jacobs, Nina Leipertz und Alina Kreitz.

Düren. Inklusion ist insbesondere aus der Schule bekannt, in der Kinder mit und ohne Behinderung zusammen lernen. Der Reitverein „Deutschritter Düren 1926“ hat dieses Prinzip nun auch auf den Reitsport übertragen und erstmals ein Turnier mit inklusiven Prüfungen ausgerichtet – für den Kreis Düren war es eine Premiere.

Auf der Reitanlage „An der Kuhbrücke“ wurden am Donnerstag den ganzen Tag lang Dressurprüfungen, Geschicklichkeits- und Springparcours bestritten.

„In den letzten 20 Jahren hat sich der Reitsport schon sehr verändert“, sagt Dr. Roger Haunhorst, Vorsitzender des Vereins. „Dementsprechend müssen auch wir neue Wege gehen und Ideen ausprobieren.“ Er erklärt, dass sich Reiten gut für praktische Inklusion eigne: Anders als zum Beispiel im Behindertensport, geht es hier darum, Menschen mit und ohne Behinderung in demselben Wettkampf antreten zu lassen. Mit speziellen Sättel, Gurten oder einer Begleitperson wird auf die verschiedenen Bedürfnisse der Reiter eingegangen. Das Pferd als Sportpartner kann so die Unterschiede und Einschränkungen ausgleichen.

„Stolz auf die Kinder“

Für die meisten der jungen Teilnehmer war es das allererste Turnier. Das Zentrum für therapeutisches Reiten „Kids auf Trab“ aus Stolberg reiste für die inklusiven Einsteigerwettbewerbe mit sieben Kindern und den Therapiepferden Tigger und Cadillac an. „Mich freut sehr, dass der Verein ein solches Turnier ausrichtet“, sagt Geschäftsführerin Irene Jacobs nach dem ersten Wettkampf. „Die Richter haben das toll gemacht und die Atmosphäre war großartig. Ich bin so stolz auf die Kinder, alle haben sich so viel Mühe gegeben.“

Für Jacobs war es wichtig, dass auch die Kinder mit einer Behinderung ganz regulär an einem Turnier teilnehmen konnten. Für das therapeutische Reiten sei das eine schöne Bestätigung. Von ihren sieben Schützlingen haben vier eine Behinderung. Doreen hat das Downsyndrom und ist begeistert, weil sie mitmachen darf. „Es macht sehr viel Spaß, und ich habe richtig gute Laune“, sagt sie, als sie von Therapiepferd Cadillac absteigt.

Auch die 13-jährige Luisa Brauswetter hat das Downsyndrom. Luisa reitet seit sie drei Jahre alt ist und ist Mitglied im Verein. Nun durfte sie zum ersten Mal auch an einem Turnier teilnehmen. Geführt wurde sie im inklusiven Führzügel-Wettbewerb von ihrer großen Schwester Elena. Auf Pferd Arak zeigte die 13-Jährige, was sie kann.

Zusammen mit ihren Mitstreitern präsentierte sie verschiedene Übungen. So wurde zum Beispiel freihändig oder auf dem Hals des Pferdes liegend geritten. Am Ende schaffte es Luisa auf den zweiten Platz und verließ den Dressurplatz zur Ausmarschmusik bestens gelaunt mit Preis und Schleife.

Es war unschwer zu erkennen, dass dieser erste Einblick in ein echtes Reitturnier für die meisten jungen Teilnehmer ein besonderer Moment war. Für Dr. Haunhorst war es vor allem wichtig, neue Erfahrungen zu sammeln. „Wir haben so etwas ja vorher noch nie gemacht“, erklärt er. „Jetzt müssen wir schauen, ob alles reibungslos funktioniert hat oder ob wir für das nächste Mal noch irgendwo nachbessern müssen.“

Er möchte die Inklusion im Reitsport auf jeden Fall weiter fördern und glaubt, dass dieser Sport bestens geeignet sei Menschen mit und ohne Behinderung zusammen zu bringen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert