Düren - Dürener Radfahrer dürfen jetzt öfter auf der Straße fahren

Dürener Radfahrer dürfen jetzt öfter auf der Straße fahren

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Fahrradbeauftragter Uwe Schmitz (rechts) und Mobilitätsmanager Benjamin Raßmanns mit einem Schild, das auf die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht hinweist. Foto: Stadt Düren
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Düren. In Düren dürfen Radfahrer künftig häufiger auf der Straße fahren. Die Radwegebenutzungspflicht wird vermehrt aufgehoben, die entsprechenden blauen Schilder mit weißem Fahrrad werden abgebaut. Damit wird den Radfahrern ermöglicht, selber zu wählen, ob sie die Straße oder den Radweg benutzen.

Benjamin Raßmanns, Amt für Stadtentwicklung, Abteilung Umwelt, weist darauf hin: „Die häufigste Unfallursache unter Beteiligung von Radfahrern ist, dass sie auf dem Radweg an Einmündungen und Zufahrten von Autofahrern übersehen werden. Auf der Fahrbahn sind Radfahrer häufig sicherer. Dies mag im subjektiven Empfinden des einzenen Radfahrers manchmal anders erscheinen, aber objektiv gesehen ist es eine Tatsache. Die wenigsten Unfälle mit Radfahrern passieren auf Straßen ohne Radweg.“

Im November 2010 hatte zudem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (BVerwG 3C4209) entschieden, dass eine Radwegebenutzungspflicht nur angeordnet werden darf, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Rechtsgutbeeinträchtigung erheblich übersteigt (§ 45 Abs. 9 Satz 2 der Straßenverkehrsordnung - StVO).

Auf Grundlage dieses Urteils hat das Amt für Tiefbau und Grünflächen der Stadt Düren in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Mobilitätsforum alle Radwege im Stadtgebiet überprüft. Außerorts und an stark befahrenen Gefahren-punkten bleibt die Radwegebenutzungspflicht bestehen. Bei Radwegen ohne blaues Radwegeschild haben Radfahrer in Zukunft die Wahl, ob sie auf dem Radweg oder auf der Straße fahren.

Das Abhängen der blauen Schilder wird sukzessive vom Dürener Service Betrieb übernommen. Zur Verdeutlichung werden temporär Hinweisschilder mit „Benutzungspflicht hier aufgehoben“ installiert. An Ampelkreuzungen ist mit den Radfahrern auf der Fahrbahn zudem häufig noch eine Anpassung der Ampelschaltungen notwendig.

Nur wenn das 10. Lebensjahr noch nicht vollendet ist, dürfen Radfahrer den Gehweg benutzen. Kinder unter acht Jahren müssen immer auf dem Bürgersteig fahren, bis zum zehnten Geburtstag dürfen sie es noch, für Radfahrer ab zehn Jahren ist es verboten. Gehwege sind dem Fußgänger vorbehalten.

Ausnahme: Gehwege, die für die Benutzung durch Radfahrer zugelassen werden, sind mit dem Schild „Radfahrer frei“ besonders gekennzeichnet. Hier darf Rad gefahren werden, es gibt aber keine Benutzungspflicht. Radfahrer müssen hier sogar besonders vorsichtig sein. Da sie zu Gast auf einem Gehweg sind, dürfen sie nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren.

Einfach merken

Am einfachsten merkt man sich, sagt die Stadt: Ein benutzungspflichtiger Radweg ist beschildert (rundes blaues Schild mit weißem Fahrrad-Symbol). Fehlen diese Schilder, dann dürfen Radfahrer die Fahrbahn benutzen. Dies müssen auch die Autofahrer beachten. Denn vermehrt werden Radfahrer auf der Fahrbahn fahren, obwohl auch ein Radweg vorhanden ist.

Dürens Fahrradbeauftragter Uwe Schmitz betont: „Durch die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht ist es notwendig, dass die verschiedenen Verkehrsteilnehmer verstärkt Rücksicht aufeinander nehmen, damit ein positives Miteinander im Straßenverkehr möglich ist.“

 

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