„Dürener Originale“: Mitleid mit dem jungen Tannenbaum

Von: Bruno Elberfeld
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Die „Dürener Originale“ eröffneten ihr Programm mit „Fröhliche Weihnacht“. Foto: Bruno Elberfeld

Abenden. In der kleinen Kirche St. Martin in Abenden erstrahlte der Altarraum in weihnachtlichem Schmuck. Kein Gottesdienst der herkömmlichen Art sollte gefeiert werden, sondern mit den „Dürener Originalen“ wollten Kirchengemeinde und Gäste ein alternatives Weihnachtsfest begehen.

Texte alter Weihnachtslieder wie „Ihr Kinderlein kommet…“, „Leise rieselt der Schnee…“ und natürlich auch „Stille Nacht“ waren auf den Liedzetteln zu finden.

Der Teufel schuf die Chips

Im krassen Gegensatz dazu die zeitkritischen Texte, die die Akteure vortrugen. Humorvoll und anregend die Schöpfungsgeschichte à la Dürener Originale: Gott schuf den Joghurt, der Teufel dagegen das weiße Mehl, Gott schuf Laufschuhe und Kartoffel, sein Widersacher Chips und den Cheeseburger für 99 Cent.

Alles, was lecker ist und dick macht, hat der Teufel zu verantworten, Gott jedoch achtet auf die Gesundheit seiner Ebenbilder. „Das schönste Geschenk“ heißt ein kleines Theaterstück, das Grübelarbeit nach sich zieht. Auf der Suche nach dem passenden Christbaum, zwei Tage vor Weihnachten, finden Kinder einen gerade gewachsenen Tannenbaum.

Weihnachten im Wald

Verwunderlich, dass diese Tanne sprechen kann. „Ich bin es, die Tanne“, stellt der Baum sich vor. Erstaunt kommen die Geschwister mit der Tanne ins Gespräch. Der Junge möchte den Baum fällen. Doch dieser erhebt leise Einspruch. „Ich bin doch erst zehn Jahre“, gibt er zu bedenken. „Eigentlich grausam, einem so jungen Lebewesen den Garaus zu machen!“ Die zündende Idee: Alternative Weihnachten im Wald. Mit Hilfe der Mutter wird die Tanne geschmückt, der Vater wird überrascht, und so findet der Heiligabend viele Jahre lang bei der lebenden Tanne im Wald statt.

„Weihnachten im Internet“ – ein modernes Lied, gesungen von Michelle, und der Sketch „Der Schokoladen-Weihnachtsmann“ fanden – wie alle Beiträge des Abends – großen Anklang. Student Josef Breitlinger (Hermann-Josef Habenicht) wird von Frau Dr. Schramm-Lüsterklemme (Margret Krause) über den Schokoladen-Weihnachtsmann geprüft: Anatomie des süßen Mannes, Hauttyp, Art der Verletzungen wie Frakturen sowie neurologische Gutachten. Humor und Witz, gepaart mit einer Prise Tiefgang, diese Kombination brachte die Gäste in den Kirchenbänken zum Schmunzeln. Und dann wieder Altbekanntes: Marias Sicht der Geburt Jesu, die „Drei Heiligen Könige“ mit drei Kamelen, Auftritt einiger Dürener Originale. Zum ersten Mal dabei „Schwazz Trinchen“. Es war ein gelungener Abend, dem man einige Zuschauer mehr gewünscht hätte.

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