Düren - „Dürener Orgelherbst“: Die Maßstäbe von fünf Epochen

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„Dürener Orgelherbst“: Die Maßstäbe von fünf Epochen

Von: Dietmar Engels
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Die Zuhörer spendeten nach dem Konzert in der Annakirche zur Eröffnung des siebten „Dürener Orgelherbstes“ Professor Stefan Palm minutenlangen stürmischen Applaus. Foto: Dietmar Engels

Düren. Mit einem beeindruckenden Konzert am Sonntagabend in der Annakirche ist der Veranstaltungsreigen zum siebten „Dürener Orgelherbst“ eröffnet worden. Professor Stefan Palm spielte auf der klanggewaltigen Metzer-Orgel fünf Stücke, die in den jeweiligen Epochen Maßstäbe setzten.

Während des gesamten Konzerts konnte man den anerkannten Meister seines Fachs auf einer großen Leinwand bei der „Arbeit“ an den Manualen beobachten.

Drei Konzertexamen

Regionalkantor Hans-Josef Loevenich würdigte in seiner Begrüßungsansprache das Können von Stefan Palm, mit dem er seit über 40 Jahren freundschaftlich verbunden ist. „Bei der Ausbildung in Jülich hatte er immer die Probenstunde vor meiner“, erinnerte sich der Organist an St. Anna. Stefan Palm legte an der Kölner Musikhochschule als bislang einziger Student drei Konzertexamen ab: neben dem Kirchenmusikexamen die Konzertexamen in Orgel, Cembalo und Klavier. Als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes studierte er an der Juilliard School in New York und schloss dort sein Studium mit dem „Master of Music“ ab.

Neben seinem Hauptfachunterricht bei Peter Neumann, Michael Schneider, Ulla Graf und Lionel Party holte er sich den letzten Schliff bei Meisterkursen mit Marie-Claire Alain, Guy Bovet, Lionel Rogg, André Isoir, Luigi Fernando Tagliavini, Malcolm Bilson, Gustav Leonhart und Itzhak Perlman. Schon während seines Studiums wurde er mit internationalen Preisen überhäuft: Internationaler Musikwettbewerb der ARD in München, Bach-Preis Wiesbaden, ION Nürnberg, Liszt-Wettbewerb Budapest, Karl Richter Wettbewerb Berlin, Internationaler Orgelwettbewerb Speyer, um nur die wichtigsten Auszeichnungen zu nennen.

Konzertiert hat er unter anderem schon in der „Verbotenen Stadt“ in Peking, der Kyoto Concerthall, in den Kathedralen von Tokyo und Moskau, im Hongkong Cultural Centre, in der St. Patrick’s Cathedral in New York, in der Kirche La Madeleine in Paris und im Wiener Konzerthaus.

Auch ungeübte Zuhörer spürten am Sonntagabend in der Annakirche, dass Stefan Palm ein ganz Großer in der Welt der Orgelmusik ist. Auf dem Programm standen Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552 von Johann Sebastian Bach (1685-1750), die Fantasie in f-moll KV 608 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), die Sonate d-moll op. 65 Nr. 6 von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), der Choral a-moll von Cesar Frank (1822-1890) und das zeitgenössische Werk Präludium und Fug in g-Moll op. 7,3 von Marcel Dupré (1886-1971).

Unmittelbar vor Konzertbeginn gab Hans-Josef Loevenich ein paar Informationen zu den Werken. Stefan Palm schöpfte die Möglichkeiten der Metzler-Orgel voll aus. „Wie viele Hände hat der Mann eigentlich?“, fragte ein faszinierter Zuhörer nach dem Konzert scherzhaft in die Runde. Das offenbar fachkundige, relativ kleine Publikum spendete dem Virtuosen stehend minutenlangen stürmischen Applaus.

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