Lendersdorf/Wuppertal - Dürener Nieten sichern die Wuppertaler Schwebebahn

Dürener Nieten sichern die Wuppertaler Schwebebahn

Von: Jörg Abels
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Projektleiter Volker Laufenberg vor der 34 Meter langen Brücke der Schwebebahn. Der Neubau ist das letzte von drei Projekten der Claus Queck GmbH für die Stadtwerke Wuppertal. Foto: Jörg Abels
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Rotleuchtend kommen die auf 1150 Grad erhitzten Stahlnieten vor dem Einbau aus dem Ofen.
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Mit einem Spezialwerkzeug werden die Nieten hydraulisch in die vorbereiteten Lochverbindungen gepresst.

Lendersdorf/Wuppertal. Vorsichtig nimmt ein Monteur mit einer meterlangen Zange die auf 1150 Grad leuchtend rot erhitzten Stahlnieten aus dem Spezialofen. Letzte Schlackereste schlägt er mit einem Hammer ab, bevor die Verbindungsbolzen nur Sekunden später mit einem Spezial-Druckluft-Niethammer hydraulisch in die Lochverbindungen der Stahlgerüstteile gepresst werden.

Es sind die letzten von mehr als 7000 Nieten, die von den Stahlbauern der Firma Claus Queck GmbH in ein ganz besonderes Bauteil eingesetzt werden. Die 34 Meter lange, 3,5 Meter hohe und knapp 40 Tonnen schwere Brücke mit den beiden noch einmal rund 25 Tonnen schweren Stützen ist der letzte Mosaikstein in der 1995 begonnen Erneuerung der 13,3 Kilometer langen Strecke der Wuppertaler Schwebebahn. Anfang August soll das Bauteil in Wuppertal eingebaut werden.

Schwertransport durch Düren

Die Zeit drängt: „Eigentlich sollte der Schwertransport in der letzten Juli-Woche fahren“, erklärt Projektleiter Volker Laufenberg. Weil aber die Sperrung der Aachener Straße während der Annakirmes nicht infrage kommt, musste der Transport auf die Nacht vom 25. auf den 26. Juli vorgezogen werden. Und noch ist die Brücke nicht fertig. Wenn die letzten Nieten eingesetzt sind, muss zuerst der vierschichtige Korrosionsschutz aufgetragen werden, ehe die Wuppertaler Stadtwerke das Brückenteil noch vor dem Transport ins Bergische auf dem Queck-Gelände in Lendersdorf für den Einbau vorbereiten und ausrüsten.

Für den Stahlbauspezialisten neigt sich damit die anderthalbjährige Zusammenarbeit mit dem Schwebebahn-Betreiber dem Ende zu. Das Auftragsvolumen betrug rund sieben Millionen Euro. Zunächst hat die Queck GmbH die Endstation der Bahn in Wuppertal-Oberbarmen erneuert, in der die Schienenfahrzeuge auch gewartet werden, dann die im Jugendstil erbaute Station Werth in Wuppertal-Barmen. Weil aus Gründen des Denkmalschutzes nicht wie heute üblich geschweißt, sondern wie beim Bau der anno 1901 in Betrieb genommenen Bahn nur genietet werden durfte, stand dabei selbst der renommierte und mehrfach prämierte Dürener Stahlbauer vor einer großen Herausforderung.

Umfangreiche Vorarbeiten

„Niemand im Unternehmen wusste noch, wie das gemacht wird“, räumt Laufenberg ein. Umfangreiche Vorarbeiten waren notwendig, damit die Nieten auch passgenau sitzen, erklärt der Projektleiter: „Schließlich soll auch die neue Brücke rund 100 Jahre halten.“ Dass genietet wird, liegt aber nicht nur am Denkmalschutz. „Angesichts der hohen dynamischen Belastung mit Zügen im Zehn-Minuten-Takt, gibt es nichts Besseres.“

Rund 21 000 Nieten wurden allein im Jugendstil-Nachbau der Station Werth verarbeitet, mehr als 7000 Stahlbolzen verknüpfen die Einzelteile der Brücke. Die Queck GmbH hat eigens für die Schwebebahn-Projekte bei einer Stockholmer Firma Druckluft-Niethämmer geordert, die ansonsten vor allem in der Luftfahrtindustrie zum Einsatz kommen. Wenn die Schwebebahn-Brücke Ende Juli ihren Weg nach Wuppertal antritt, wartet auf die Stahlbauer bereits der nächste Millionenauftrag. Für Thyssen-Krupp baut Queck eine rund 4000 Tonnen schwere Stahlanlage für einen Düngemittelhersteller an der türkischen Südküste.

Der Auftrag umfasst neben der Stahlkonstruktion auch die Dach- und Wandverkleidung, die der salzhaltigen Meerluft ebenso standhalten muss wie den Chemikalien, die in dem Werk einmal verarbeitet werden. Eine weitere Herausforderung stellt die Logistik dar. Die einzelnen Komponenten müssen mit Lkw in die Südtürkei transportiert werden. Allein das Übersetzen mit einem Fährschiff von Italien in die Türkei nimmt zwei bis drei Tage in Anspruch. Die Fertigung soll Ende des Jahres abgeschlossen sein.

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