Mariaweiler - Dürener Metallgewebe erobert die Welt

Dürener Metallgewebe erobert die Welt

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Spannende Einblicke in die Firma GKD in Mariaweiler. Foto: Sandra Kinkel
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Firmenchef Dr. Stephan Kufferath (2.v.r.) führte im Rahmen einer Aboplus-Tour 25 Leser unserer Zeitung durch sein Unternehmen in Mariaweiler. Foto: Sandra Kinkel
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In der Firma GKD – Gebrüder Kufferath AG entsteht hochtechnisiertes Metallgewebe, das weltweit zum Einsatz kommt. Manche Drähte sind deutlich dünner als ein menschliches Haar. Foto: Sandra Kinkel

Mariaweiler. Wissen Sie, was ein Tintenstrahldrucker, der Fifa-Hauptsitz in Zürich und kristallklares Bier gemeinsam haben? Alle drei profitieren von der Firma GKD – Gebrüder Kufferath AG aus Mariaweiler. Das weltweit agierende Unternehmen, das vor fast 100 Jahren in einer Drahtweberei seinen Ursprung hatte, hat sich die Schlagworte Sauberkeit, Sicherheit und Gesundheit auf die Fahnen geschrieben.

In einer exklusiven Führung haben Firmenchef Dr. Stephan Kufferath und Geschäftsbereichsleiter Peter Wirtz Lesern unserer Zeitung einen spannenden Einblick in ihr Unternehmen gegeben.

GKD – das verbinden die meisten Menschen zunächst mit Design und Fassadengestaltung. Und in der Tat: 1992 hat das Dürener Unternehmen die Nationalbibliothek in Paris mit feinem Metallgewebe ausgestattet und damit ein neues Geschäftsmodell entdeckt. Markante Gebäude wie die Fifa-Zentrale in Zürich und die Oper in Peking folgten.

Heute arbeiten 16 Architekten bei GKD. Und trotzdem: Design und Fassadengestaltung machen nur etwa ein Drittel dessen aus, wofür GKD steht. Das Unternehmen produziert darüber hinaus technisch anspruchsvolle Gewebe aus Metallen und Kunststoffen, die unter anderem in der Luft- und Raumfahrttechnik, der Nahrungsmittelbranche, der Elektronikindustrie, im Bereich Umweltindustrie und Trinkwasseraufbereitung sowie in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen.

Sicherer, sauberer und gesünder

Angefangen hat alles mit dem Weben von Draht und letztlich ist das heute immer noch die originäre Basis von GKD. „Wir sind immer noch eine Weberei“, betonte Kufferath mit einem Augenzwinkern. „Eigentlich verkaufen wir Löcher, die alle gleich groß sind.“ Heute, ergänzte der Firmenchef, konzentriere man sich auf Metallgewebe, das die Welt sicherer, sauberer und gesünder macht.

Mehr als 55 000 Quadratmeter groß ist allein der Firmensitz in Mariaweiler – eine Dimension, die man sich, steht man vor dem Komplex an der Metallweberstraße, kaum vorstellen kann. Klar, dass so ein großer Komplex nicht komplett besichtigt werden kann. Die spannendsten Bereich seines Unternehmens hat Dr. Stephan Kufferath unseren Lesern aber näher gebracht.

So erfuhren 25 interessierte Frauen und Männer, die aus der gesamten Region Aachen nach Mariaweiler gekommen sind, dass es Drahtgewebe gibt, das deutlich dünner ist als ein menschliches Haar. „Ein Haar“, erklärt Kufferat, „hat einen Durchmesser von 70 Mikrometern. Und ein Mikrometer sind 0,01 Millimeter. Wir arbeiten mit einem Draht, der 20 Mikrometer dünn ist – also weniger als ein Drittel eines Haares misst.“ Mit so feinem und federleichtem Gewebe entstehen bei GKD beispielsweise Ummantelungen für Passierflugzeuge, die Dank des Metallgewebes zum Faradayschen Käfig werden.

Dass die komplette Drahtummantelung eines Flugzeuges nur 45 Gramm wiegt, konnten die Teilnehmer der Führung erst glauben, als sie das dünne Drahtgewebe selbst unter die Lupe nehmen durften.

Für sein Unternehmen, erklärte Kufferath, sei es wichtig, weltweit unterwegs zu sein und gleichzeitig in seinen Marktnischen Weltmarktführer oder zumindest auf Platz zwei zu sein. „Diese Nischen“, sagte Kufferath, „sind häufig so klein, dass sie weltweit bearbeitet werden müssen, um sie ökonomisch sinnvoll zu nutzen.“

Dieselabgasfilter

Hochtechnisierte Filter werden ebenfalls bei GKD produziert – Dieselabgasfilter genauso wie Filter für die Lebensmittelindustrie, die beispielsweise dafür sorgen, das Bier kristallklar wird. Unter anderem werden „Polizeifilter“ hergestellt, das sind Abgasrückgewinnungsfilter, die in Turbomotoren zum Einsatz kommen. „Diese Filter“, erklärte Kufferath, „werden von Robotern hergestellt, weil sie absolut ohne Verschmutzung produziert werden müssen.“

Zum Schluss der Führung gab es für unsere Leser noch einen Einblick in die GKD-Philosophie. Kufferath: „Ausbildung ist für uns ein sehr wichtiges Thema. Wir bilden in zwölf verschiedenen Berufen aus.“ Darüber hinaus gibt es regelmäßig Werkstudenten, die ihre Bachelor- oder Masterarbeit bei GKD schreiben. „Wenn ich sage, dass wir ein Familienunternehmen sind“, sagte Dr. Stephan Kufferath bei der Aboplus-Führung, „dann meine ich damit nicht nur die Familie Kufferath.

Wir haben Mitarbeiter bei uns im Unternehmen, deren Väter und Großväter schon bei uns gearbeitet habe. Es ist auch unser erklärtes Ziel, Führungspositionen betriebsintern zu besetzen.“

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