Dürener leiht Scott Bakula seine deutsche Stimme

Von: Sandra Kinkel
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Gudo Hoegel
Gudo Hoegel (links) ist gebürtiger Dürener und international erfolgreicher Synchronsprecher. Unter anderem ist er die deutsche Stimme von Scott Bakula und Küchenchef Skinner in „Ratatouille“ (von links). Fotos: Imago/stock&people, PanoramiC,

Düren/München. Manchmal, wenn Gudo Hoegel ins Taxi steigt und sein Ziel nennt, kann es passieren, dass der Taxifahrer sagt „Ui, der Mörder ist in meinem Auto.“ „Das kommt vor“, sagt Gudo Hoegel und muss lachen. Die markante Stimme des gebürtigen Düreners kennen viele Leute besser als das Gesicht des gelernten Schauspielers.

Zwar war der 68-Jährige unter anderem in Fernsehserien wie „Derrick“, „Schwarzwaldklinik“ und „Wolffs Revier“ zu sehen, richtig bekannt geworden ist er aber als Synchronsprecher. Hoegel ist die deutsche Stimme von Scott Bakula in dessen Rolle als Captain Jonathan Archer in „Star Trek Enterprise“, Bösewicht „Wurmschwanz“ in den Harry-Potter-Verfilmungen, gespielt von Peter Pettigrew und Daniel Auteuil. Gerade läuft „Trainspotting 2“ im Kino, hier spricht Hoegel die Rolle des Franco Begbie, gespielt von Robert Carlyle. Ein Film mit Daniel Auteuil wird auch zu Hoegels ´

Gudo Hoegel ist in Düren geboren und mit sechs Jahren in die Peschschule gekommen. Im gleichen Jahr ist seine Familie nach Abenden gezogen. Hoegel: „Ich war auf der Volksschule in Nideggen und später auf der Martin-Luther-Schule. Meine Gymnasialzeit habe ich dann auf dem Internat verbracht.“ Nach dem Abitur ist Gudo Hoegel nach München gegangen und hat angefangen, Betriebswirtschaftslehre zu studieren. „Ich habe aber während meiner Schulzeit immer schon gerne und viel Theater gespielt. BWL war nicht so richtig mein Ding und so bin ich an die Münchener Schauspielschule gegangen.“

Nach diversen Theaterengagements in München, Ingolstadt, Augsburg, Hof und Nürnberg sowie einigen Fernsehauftritten ist Gudo Hoegel irgendwann Synchronsprecher geworden. „Viele Kollegen haben das damals gemacht, um Geld zu verdienen“, erzählt er. „Für mich war es auch deswegen von Vorteil, weil ich wegen meiner Familie nicht mehr so viel unterwegs sein wollte. Und die Arbeit als Synchronsprecher kann ich sehr häufig von München aus machen.“

Einfühlungsvermögen

Ein guter Synchronsprecher muss für Gudo Hoegel vor allen Dingen eins haben – Einfühlungsvermögen. „Und ein gutes Timing“, sagt Hoegel. „Im besten Fall muss sich ein Synchronsprecher die Filmszene nur einmal im Original anschauen. Dann hat er den Rhythmus und die Pausen verinnerlicht und kann sofort synchronisieren.“ Es sei gut, wenn Synchronsprecher auch eine Schauspielausbildung hätten. „Es ist einfach von Vorteil, wenn man ein gesundes Handwerk gelernt hat. Ich finde, man kann sich dann leichter in die Schauspieler einfühlen.“ Bei der Suche nach den Synchronsprechern, ergänzt der Wahl-Bayer, würde heute sehr viel Wert auf die Ähnlichkeit der Stimmen gelegt. „Früher wurden Rollen sehr häufig blind besetzt. Heute müssen auch Synchronsprecher sehr häufig an einem Casting teilnehmen.“

Von den berühmten Darstellern, denen er regelmäßig seine Stimme zeigt, hat er noch nie einen persönlich getroffen. „Eigentlich ist das schade“, sagt Hoegel, „aber es hat sich einfach nie ergeben.“ Besonders den französischen Kino-Star Daniel Auteuil würde er gerne einmal kennenlernen. „Er ist in Frankreich sehr bekannt, und die Filme mit ihm sind künstlerisch eigentlich am wertvollsten.“ So wie „Im Namen meiner Tochter“, der nächste Woche in Düren gezeigt wird. „Wir haben lange überlegt, ob wir diesen Film mit einem schwierigen Stoff zeigen sollen. Aber es ist einfach mein aktuellster.“

Hoegel freut sich auf seinen Besuch in Düren. „Ich bin häufiger in der Gegend. Ich habe noch Familie und Freunde im Kreis Düren.“ Außerdem sei er auch nach fast 50 Jahren in Bayern im Herzen immer noch Rheinländer. „Der Humor und die Leichtigkeit der Rheinländer gehen den Bayern schon etwas ab.“

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