Düren - Dürener Krankenhaus muss immer mehr Schwerstkranke behandeln

Dürener Krankenhaus muss immer mehr Schwerstkranke behandeln

Von: Stephan Vallata
Letzte Aktualisierung:
krank2003_3sp_bu
So sieht die Realität in Düren nicht aus: Auf den Fluren „geparkte” Patienten soll es im Dürener Krankenhaus auch dann nicht geben, wenn alle Kapazitäten ausgereizt sind. Foto: imago

Düren. Angst steckt wohl in jedem Patienten. Mal mehr, mal weniger. Nicht nur die vor der Krankheit, sondern auch die vor dem Krankenhaus. Auf sich selbst gestellt, der Apparatemedizin ausgeliefert, wegen Überfüllung auf den Flur abgeschoben - die Bilder im Kopf werden schnell zur Schreckensvision.

Martha Schmitz (Name von der Redaktion geändert) musste unangenehme Erfahrungen machen, als sie zu einer Herzuntersuchungen einige Stunden im Krankenhaus verbringen musste. Ein Badezimmer voller Gerätschaften und ohne Tageslicht habe man ihr zugewiesen, empört sich die ältere Frau. Später dann sei sie auf den Flur „verlegt” worden. Die Frage lautet nun: Wie vermeiden Krankenhäuser trotz hoher Auslastung, dass sich Kranke wie Patienten zweiter Klasse fühlen müssen?

Ein maßgeblicher Faktor sei die Kommunikation, sagt Dr. Gereon Blum, als stellvertretender Geschäftsführer des Krankenhauses Düren für das ärztliche Qualitätsmanagement zuständig. „Die Patienten dürfen sich nicht alleingelassen fühlen.” Aus diesem Grund sei es gang und gäbe, diesen genau zu vermitteln, warum welche Untersuchung wie abzulaufen hat, verdeutlicht Blum.

Bei Verdacht auf Herzinfarkt sei es etwa erforderlich, dass ein Patient mindestens sechs Stunden am Stück überwacht werden muss, um anhand der Blutwerte verlässliche Daten gewinnen zu können. Gerade im Notfallbereich kommt es auf jede Sekunde an, da es um Leben und Tod geht. Dass im Zweifelsfall ein akut gefährdeter Patient Vorrang vor einem nicht in Lebensgefahr schwebenden Patienten genieße, sei eine Selbstverständlichkeit, wirbt Blum um Verständnis für die Entscheidungen der Mediziner.

„Unsere Patienten werden von der ersten Minute an überwacht”, weist Blum auf das „aktive Betten-Management” der gemeinnützigen GmbH hin. Alle Stationen sind miteinander vernetzt, ein Zugriff ist über diverse Terminals möglich, die Auskunft geben über Belegung, Diagnosen, OP-Einsätze und andere für die Therapie unverzichtbare Informationen.

Von der viel beschworenen Zwei-Klassen-Medizin zwischen Privatpatienten und gesetzlich Versicherten kann nach Ansicht des ärztlichen Leiters zumindest vor Ort keine Rede sein: „Die medizinische Behandlung ist für alle gleich, nur der Komfort der Unterbringung nicht.” Das Vorkommen von Beschwerden führt Blum nicht zuletzt auch auf die durch den harten Winter bedingte „drastische Zunahme von Behandlungsfällen im internistischen Bereich zurück”.

Seit Anfang des Jahres verzeichnet die Einrichtung eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Waren es im März 2009 noch 963 Patienten, sind es im März 2010 bis dato schon 1070. Trotzdem gelte der Grundsatz: „Wir melden uns nach Möglichkeit nie von der Rettungsstelle ab.” Die Notaufnahme weise keinen Patienten ab.

Allein in der vergangenen Woche habe man sechs zusätzliche Intensivbetten eingerichtet. Wenn nun Patienten trotz anders lautender Wünsche in Drei-Bett-Zimmern untergebracht werden müssten, sei dies den besonderen Umständen geschuldet.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert