„Dürener Köpfe“ haben viel zu erzählen

Von: Sandra Kinkel
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Interessante Runde: Beim „Dürener Talk“ diskutierten Professor Dr. Herbert Schmidt und Jürgen Roßkamp mit Barbara Zumbaum, Dr. Renate Goldmann, Uli Winters und Richard Bühl (von rechts) im Winkelsaal von Schloss Burgau. Foto: Marie Knodel

Düren. Können Sie sich vorstellen, warum Professor Dr. Herbert Schmidt Museumsdirektorin Dr. Renate Goldbach gedroht hat, sie auf der Annakirmes mal eben kurz aus einer Riesenrad-Gondel zu halten? Oder warum Uli Winters entsetzt darüber ist, dass die alte Außentreppe des Leopold-Hoesch-Museums nicht mehr existiert?

Beim dritten „Dürener Talk“ im Rahmen der Kulturtage des Lions-Clubs „Düren-Marcodurum“ wurden all diese Fragen beantwortet. Lions-Club-Mitglied Jürgen Roßkamp und Professor Herbert Schmidt vom Verein „Heinrich-Böll-Haus Langenbroich“ hatten eine interessante Runde zusammengestellt. Sie plauderten mit Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann, Autor Uli Winters, Gastronom Richard Bühl und der monegassischen Honorarkonsulin Barbara Zumbaum.

Traditionell ist ein Abend der Kulturtage dem Heinrich-Böll-Haus in Langenbroich gewidmet, wo Künstler, die in ihrer Heimat nicht in Ruhe und sorgenfrei arbeiten können, ein Refugium finden. Zunächst haben Lesungen mit Autoren, die gerade in dem kleinen Kreuzauer Ortsteil eine Heimat auf Zeit gefunden haben, stattgefunden. Vor drei Jahren haben Professor Herbert Schmidt und Jürgen Roßkamp den „Dürener Talk“ ins Leben gerufen. Mit großem Erfolg, denn der Rittersaal, wo die ersten beiden Talkabende stattgefunden haben, ist längst zu klein geworden.

Knapp 130 interessierte Männer und Frauen waren am Dienstagabend zu der Veranstaltung gekommen, die im vorderen Bereich des Winkelsaals stattgefunden hat. Gleich zu Beginn des Abends klärte Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann auf, wie es von Herbert Schmidt zu der „freundlichen Drohung“ gekommen war, sie aus einer Gondel des Annakirmes-Riesenrads zu halten. „In seiner Funktion als Sparkassen-Chef“, sagte Goldmann, „hat Professor Schmidt unsere beiden Museen immer unterstützt. Die Drohung mit dem Riesenrad kam, damit meine Bitten um finanzielle Hilfe nicht zu groß wurden. Für mich war das Ansporn, mir auch andere Mäzene zu suchen.“

Uli Winters, der unter anderem die WDR 2-Comedy-Reihe „Mutti und der Jung“ entwickelt hat, ist in Gürzenich aufgewachsen. „Ich habe einmal bei einer Reinigungsfirma gearbeitet und musste die schöne alte Museumstreppe putzen. Skandalös, dass es die nicht mehr gibt.“ Uli Winters erzählte darüber hinaus, wie sehr er durch seine Jugend in Düren für die Serie „Mutti und der Jung“ inspiriert worden sei. „Die Menschen hier haben die besondere Haltung, dass ihnen das Leben nicht wirklich etwas anhaben kann.“

Den Postboten „Zimmerbeutel“ aus seiner Radio-Comedy-Show habe es in Kufferath wirklich gegeben. „Der hieß nur anders, wollte aber auch immer ein Schnäpschen trinken.“ Gleichzeitig räumte Winters mit dem Vorurteil auf, dass sein Freund Michael Lentz, der vor Jahren mit dem Zitat „Bitte alle Düren schließen“ an der Rur für Aufruhr gesorgt hat, ein gespaltenes Verhältnis zu seiner Heimatstadt Düren hat. „Das hat er nicht“, ist Winters überzeugt. „Eher im Gegenteil. Michael Lentz mag Düren.“

Barbara Zumbaum berichtete über ihre Tätigkeit als Honorarkonsulin des Fürstentums Monaco. Der Geburtstag der Rechtsanwältin, die überwiegend in Potsdam arbeitet, fällt mit dem monegassischen Nationalfeiertag zusammen. „Seitdem“, sagt die Anwältin, verbringe ich den 19. November fast immer in Monaco. Das ist umso schöner, weil dieser Tag in Deutschland meistens grau und ungemütlich ist.“

Gastronom Richard Bühl berichtete von seiner Zeit als Pilger auf dem Jakobsweg. „Ich habe 68 Tage von Düren bis nach Santiago gebraucht“, so Bühl, „und mich eigentlich schon in Trier sehr frei und ziemlich glücklich gefühlt.“ Es sei ihm gelungen, einen Großteil der Pakete, die er mit sich umhergetragen hätte, wegzuwerfen.

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