Dürener Know-how für chinesische Biogasanlagen

Von: Jörg Abels
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Dr. Uwe Krieger, Geschäftsführer der Firma Bellmer Kufferath, erklärt das Prinzip der Schneckenpresse. Foto: Jörg Abels

Mariaweiler. Als Zulieferer der Papierindustrie gehört China seit Jahren zu den wichtigsten Absatzmärkten des in Mariaweiler ansässige Maschinenbauers Bellmer Kufferath. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung versucht die Firma nun auch mit ihrem zweiten Standbein, dem Bereich Recycling, im Reich der Mitte Fuß zu fassen.

„Ziel des Projektes ist es, mit Hilfe einer mobilen Pilotanlage aufzuzeigen, wie unrecycelte Abfälle zur Verwendung in Biogasanlagen maschinell aufbereitet werden können, um so einen Beitrag zur Reduzierung des hohen Abfallaufkommens Chinas beizutragen“, erklärte Geschäftsführer Dr. Uwe Krieger bei einem Besuch des Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer (Grüne).

Die von Bellmer Kufferath entwickelten Schneckenpressen kommen bei der Entwässerung, Eindickung und Sortierung verschiedenster Stoffmischungen zum Einsatz, von Faserstoffen über Schlämmen bis hin zum Biomüll, der bislang nur zu einem geringen Teil in Biogasanlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung zum Einsatz kommt. Das könnte sich mit der von Bellmar Kufferath entwickelten Technik ändern. Nach dem Prinzip eines Fleischwolfs trennen die Schneckenpressen „Made in Düren“ die organischen Stoffe von den in einer Biogasanlage unverwertbaren Resten (unter anderem Metall, Plastik, Holz). Und auch der am Ende des Biogas-Prozesses verbleibende Gärrest kann noch einmal getrennt werden.

Die von Bellmar Kufferath entwickelte Pilotanlage ist seit dem vergangenen September in China unterwegs. Mitarbeiter der Niederlassung in Shanghai transportieren die Anlage seitdem quer durch das Land, um vor Ort mit potenziellen Kunden Versuche zu fahren.

Das noch bis Oktober laufende Projekt, das von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft in Köln getragen wird, hat ein Volumen von 400.000 Euro. Davon entfallen 150.000 Euro auf die Herstellung der Pilotanlage. 65 Prozent der Summe hat die Mariaweiler Firma selbst aufgebracht, auf 141.000 Euro beläuft sich die Förderung des Bundes. Und das Projekt trägt bereits erste Früchte. „Eine erste Anlage wird im Juli nach China ausgeliefert“, gab Uwe Krieger bekannt. Weitere sollen folgen.

„Das ist eine große Chance, mit Dürener Know-how nachhaltige Energieerzeugung in Biogasanlagen zu ermöglichen“, betonte Krischer nach der Vorstellung des Projekts und sah bereits ein großes Potenzial weltweit. Krieger und sein Kollege Thomas von Bothmer hätten nichts dagegen. Der nach eigenen Angaben weltweit führende Schneckenpressenhersteller hat am Standort Düren noch immenses Entwicklungspotenzial. Aktuell ist jedoch noch keine Expansion geplant.

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