Dürener Kinderbücherei: Lesen, Musizieren und Quatsch machen

Von: ah
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„Bücherzwerge“ heißt eine neue Reihe in der Stadtbücherei Düren, bei der Väter und Kinder zwischen zwölf und 36 Monaten gemeinsam mit Vorlesepaten lesen, basteln und toben. Foto: ah

Düren. „Zuhause lese meistens ich vor,“ erzählt Daniel Felser, der Vater des zweijährigen Ben. Vater und Sohn haben am Samstag an der ersten Auflage der Lese-Reihe „Bücherzwerge“ in der Stadtbücherei Düren teilgenommen. Vorlesen und Zuhören ist für die beiden also nichts Neues, es gehört zum täglichen Familienritual.

Bei den „Bücherzwergen“ gibt es dazu eine bunte Mischung aus Musizieren, Quatsch machen, Puppenspiel, mit Papa in der Lese-Ecke kuscheln und natürlich Rumflitzen. „So lernt Ben die Bücherei als einen wirklich schönen Ort kennen. Und ich komme auch endlich mal wieder hierher.“

Daniel Felser (33) glaubt, dass er im Anschluss an die Veranstaltung nicht nur für seine beiden Kinder, sondern auch für sich selbst das eine oder andere Buch ausleihen wird. „Alleine durch die vielen Buchcover in der Bücherei bekommt man neue Lese-Ideen. Das ist eine gute Ergänzung zu Tipps von Freunden, Buchtipps zum Anfassen,“ sagt er.

Die Idee, eine Vorlese-Aktion für Väter und deren Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren ins Leben zu rufen, kam Melanie Joisten von der Stadtbücherei Düren, weil sie beobachtet hatte, dass an den Samstagen eben gerade Väter mit dem Nachwuchs in der Bücherei unterwegs sind.

„Für diese Zielgruppe wollten wir etwas anbieten,“ sagt sie und weist darauf hin, dass es bei den „Bücherzwergen“ darum geht, dass Väter mit ihren Kindern gemeinsam etwas unternehmen und nicht etwa darum, die Kinder abzugeben, während man selbst Einkäufe erledigt.

Lustige Handpuppen

Das käme Daniel Felser und Thomas Merten, den beiden Vätern, die am Samstag teilnehmen, auch gar nicht in den Sinn. Sie lesen Ausschnitte aus neuen Büchern vor, spielen kleine Szenen mit den zur Verfügung gestellten Klappmaul-Handpuppen und hören interessiert zu, wenn die drei Vorlesepaten Hanne Vogt, Hiltrud Klahr und Nils Holgersson vorlesen oder Buchtipps geben, indem sie von tollen Figuren aus Kinderbüchern erzählen.

Kinder bestimmen das Programm

„Bei den Bücherzwergen bestimmen die Kinder das Programm,“ sagt Hanne Vogt. Die erfahrenste der drei Vorleser liest seit fünf Jahren in Schulen. Die Zielgruppe der zwölf bis 36 Monate alten Kinder ist auch für sie neu. „Beim Vorlesen in der Schule versuche ich immer, mich möglichst gut vorzubereiten. Mit den kleinen Zuhörern sollte man aber nichts planen.“

So wird an diesem Vormittag improvisiert, im Wechsel zwischen Erzählen, Spielen, Vorlesen und Toben. „Das ist völlig okay,“ sagt sie. „Kinder in dem Alter haben einfach einen großen Bewegungsdrang. Wir wollen für die Veranstaltung keinen Psst-Charakter, sondern, dass die Kinder die Bücherei als großen Spielplatz erleben.“

Die Stadtbücherei Düren arbeitet mit rund 40 Vorlesepaten zusammen. Sie lesen in Grund- und weiterführenden Schulen, im Kindertreff, auf dem Abenteuerspielplatz und auch im Rahmen von Einzel-Leseförderungen, indem sie Kindern individuell vorlesen, aktuell zum Beispiel auch Flüchtlingskindern. Gemeinsam haben sie im Jahr 2014 knapp 580 Lesungen auf die Beine gestellt und 9188 Besuchern, davon 9154 Kindern, vorgelesen.

Tendenz steigend. Das liegt unter anderem daran, dass in letzter Zeit verstärkt auch jüngere Leute Vorlesepaten werden, während vorher eher Rentner, oftmals ehemalige Lehrer, den Großteil der Vorleser ausmachten. Melanie Joisten freut sich über jeden Einzelnen. „Es ist großartig, dass sich die Vorlesepaten ehrenamtlich mit viel Idealismus für das Lesen einsetzen. Sie haben immer ein offenes Ohr für die Kinder und Jugendlichen und ein Herz für neue Ideen. “

„Wir kommen wieder“

Neue Ideen wie eben die „Bücherzwerge“. „Wir kommen wieder und bringen Freunde mit“, sagt Thomas Merten zum Abschied und fängt Tochter Mia wieder ein, die sich gar nicht recht von der bunten Lese-Ecke, den Büchern und von der netten Holzlokomotive in der Raummitte trennen mag.

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