Dürener Kammerchor „Camerata“ begeistert in St. Marien

Von: Bruno Elberfeld
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Der Kammerchor „Camerata“ sang unter der Leitung von Andrea und Peter Eich ihr Pfingstkonzert. Foto: bel

Düren. Vom Heiligen Geist erfüllt haben die Sänger des Dürener Kammerchors „Camerata“ in St. Marien, unter der Leitung von Andrea und Peter Eich, ihr Pfingstkonzert „Vom Wehen des Geistes“ in Szene gesetzt.

Von der Orgel-Empore herunter erklang das „Veni, Creator Spiritus“, ein über 1200 Jahre alter Text, den Bertold Hummel für zwei Chöre und Orgel 1992 vertont hat. Der mehrstimmige Chor spiegelte in seiner Buntheit die Vielfalt des Lebens mit unterschiedlichen Empfindungen und Lebensweisen auf unserem Kontinent wider. Leise mischten sich hier und da orientalisch geprägte Klänge ein. Flehentliche Stimmen

Der sechsstimmige Chor sprach mit „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz“ von Andreas Hammerschmidt Gott direkt an. Die Sänger hatten in U-Form hinter den Gästen Stellung bezogen, um der sehr guten Akustik noch mehr tonale Fülle zu verleihen. In Form von Gebet und Meditation pflanzten sich die flehentlichen Stimmen bis in den Altarraum fort.

Johann Sebastian Bachs Motette „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ gestaltete sich zu einem der technisch schwierigen Höhepunkte des Konzerts, denn von jedem Sänger wurde nahezu mathematische Exaktheit gefordert. Mit Inbrunst und Ernsthaftigkeit gesungen, trug die Motette gewiss zur geistigen Vorbereitung aller auf Pfingsten vor. Zum unmittelbaren Vergleich barocker und zeitgenössischer Motetten diente „Geist“ aus der Feder von John Hoybye.

Das bis dato nur begleitende Klavier beschritt hier eigene Wege und brachte einzelne Stimmen, wie den sanften Sopran und die weichen Männerstimmen, immer wieder in Fahrt. Mit dem Komponisten César Franck und seinem „Dextera Domini“ schaute die „Camerata“ wieder ein paar Jahrzehnte zurück. Leise Männerstimmen eröffneten die Erzählung vom „Sitzen zur rechten des Herrn“. Die Frauenstimmen übernahmen.

Gebetsartiges Flehen ging durch das Kirchenviereck und schwoll schließlich zu selbstbewusstem Bitten an. Ein großes Maß an Konzentration musste jeder einzelne Sänger hier leisten. Siegfried Strohbach hat „Die Verklärung Jesu“ für gemischten A cappella-Gesang komponiert. Es ist die moderne Auffassung einer Motette.

Die Stimmengruppen mussten zeitweise langgezogene Töne bewältigen und schienen oft eigene Wege zu gehen, um dann doch in Harmonie zu enden. Das Ende des Pfingstkonzerts wurde ebenfalls von einem mehrstimmigen Musikstück bestimmt. Johannes Brahms komponierte „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz“. Brahms berichtet darin von einem freudigen Geist, der es in der Welt schon richten wird.

Als Zugabe – Romantik pur für das Herz – sangen die Männer und Frauen das „Abendlied“ von Josef Rheinberger, eine Wegzehrung mit viel Gefühl im Gepäck. An der Orgel und am Klavier begleitete Christian Werres. Einen Tag zuvor hatte die „Camerata“ in Schlich das gleiche Konzert gesungen.

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