Dürener Jazztage: Für Harald Urban muss es grooven

Von: Burkhard Giesen
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Beruflich ist die IT-Sicherheit bei den Stadtwerken das Thema von Harald Urban. Privat steht die Musik im Mittelpunkt – am Samstagabend bei den Jazztagen Tony Momrelle. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Wenn Tony Momrelle am Samstagabend auf dem Hoesch-Platz beim Stadtwerkeabend der Dürener Jazztage die Bühne betritt, kann sich Harald Urban entspannt zurücklehnen. Urban, bei den Stadtwerken und dem Tochterunternehmen Leitungspartner für die IT-Sicherheit verantwortlich, ist nebenbei der Jazz-Experte des Unternehmens und damit auch derjenige, der die Künstler aussucht.

Urban ist Dauergast bei Jazz-Festivals, besucht viele Konzerte, um neue Künstler zu entdecken. Und das dann oft unter dem Gesichtspunkt, ob ein Künstler nach Düren passen würde, ob er bezahlbar ist und ins Konzept der Stadtwerke passt. Das setzt nicht nur einfach auf Soul oder Funk: „Es muss groovig und zum Mitmachen sein, allgemeinverträglicher Jazz und insbesondere die Stimme sollte beeindrucken.“ Dankbar ist Harald Urban dabei vor allem natürlich dem Dürener Jazzclub: „Ich kann mich hier künstlerisch austoben. Und ich bin sehr froh, dass der Jazzclub dann den organisatorischen Teil übernimmt. Das könnte ich alles gar nicht leisten.“

Kein Wunder, schließlich ist Urban als IT-Chef der Stadtwerke beziehungsweise der Leitungspartner GmbH schon ausgelastet. Als studierter Elektrotechniker hat sich Urban von der Hardware Stück für Stück zur Software vorgearbeitet. Sein Alltag sind Fragen wie: Welche Software benötige ich? Wo kann ich sie installieren? Wo speichere ich die Daten? Wer nutzt sie? Wie fließen die Daten der Kunden ein?

Klingt zunächst simpel, hat aber in heutigen Zeiten immer auch mit der Kernfrage zu tun: Wie garantiere ich Sicherheit? „Steuerungsnetze müssen besonders sicher sein“, sagt Urban. Hackerangriffe und Erpressertrojaner sind für ihn nicht die Ausnahme, sondern der Alltag: „Vielleicht schafft es ein Virus mal, die 1. Sicherheitsstufe zu überwinden, dann schlägt aber bei uns die 2. Ebene an. Ich weiß aber auch, dass wir eine 100-prozentige Sicherheit nicht garantieren können.“

Wichtige Infrastruktur

Die Folgen können dann dramatisch sein, wie jüngste Beispiele belegen: „Wenn nach einem Hackerangriff in Neuss an einem Krankenhaus tagelang keine Operationen stattfinden können, weil man keinen Zugriff mehr auf die Patientendaten hat, zeigt das, wie wichtig unsere Infrastruktur ist.“

Ein Thema, das Harald Urban auch in einem anderen Bereich beschäftigt. Er geht regelmäßig in Schulen und spricht mit den Jugendlichen vor allem über rechtliche Fragen, die einem im Umgang mit sozialen Medien begegnen können – vom Urheberrecht bis zu Cybermobbing. Seine Zielgruppe sind vor allem Jugendliche der 7. Klassen, weil sie mit dem 14. Lebensjahr schon haftbar gemacht werden können.

Dabei kommt dann auch Grundsätzliches zur Sprache. Urban: „Viele Jugendliche wissen zum Beispiel gar nicht, dass bei kostenfreien Diensten wie Google oder Facebook letztlich sie und ihren Daten das Produkt sind, mit dem die Unternehmen ihr Geld verdienen.“

Sein Rat, mit Daten sparsam umzugehen und die Regel „think before you post“ zu beachten, darf man getrost auch Erwachsenen empfehlen. Die erreicht er über die Schüler offenbar auch: „Ich erhalte oft ein positives Feedback der Eltern.“ Die wiederum ermuntert Urban, sich selbst mit den neuen Medien auseinanderzusetzen, auch, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was an Gefahren für die Jugendlichen im Netz lauert.

Heimliche Leidenschaft

Ein Geheimnis verrät der Jazz-Experte eher nebenbei. Seine heimliche Leidenschaft ist nämlich die elektronische Musik: Depeche Mode und Kraftwerk sind seine absoluten Favoriten. Zum Jazz ist Urban eher zufällig über den Soul gekommen – mit 17 bei seinem ersten Konzertbesuch bei niemand Geringerem als Diana Ross. Dem folgten dann Al Jarreau, Candy Dulfer und Maceo Parker und und und.

Wenn er denn ganz frei entscheiden könnte, ohne auf finanzielle Belange Rücksicht nehmen zu müssen, dann würde Harald Urban Diana Ross auf die Bühne stellen, „das wäre absolut wundervoll“, sagt er. Das wäre es in der Tat. Vielleicht sollte Harald Urban an diesem Traum arbeiten – davon würden die Dürener Jazztage insgesamt profitieren.

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