Dürener Gymnasiasten reisen zum 109. Jugend-Presse-Kongress

Von: Marco Hansen
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125 Schülersprecher, Schülerzeitungsredakteure und Nachwuchsjournalisten aus der gesamten Republik reisten zum 109. Jugend-Presse-Kongress nach Bremen - unter ihnen auch Julian Loevenich und Marco Hansen aus Düren.

Düren/Bremen. Die Koffer sind gepackt, die Augen zum letzten mal auf die Bühne gerichtet und die Ohren gespitzt. Auf die Bühne tritt ein breitschultriger Mann mit weißem, dichtem Schnurrbart. „Es war für mich ein sehr schönes Wochenende, auch wenn man bei dem vielen Reden manchmal ein bisschen dusselig im Kopf werden kann.”

Seine Stimme klingt warm, fast schon ein wenig vertraut. Doch es spricht niemand, von dem man solche warmen Worte auf Anhieb vermuten würde. „Normalerweise bin ich kein Mann der Worte, sondern der Entscheidungen”, spricht Hartwig Tarnowski ein letztes Mal zu seinen Gästen. Es spricht ein Mann in Tarnkleidung. Es spricht ein General der Bundeswehr.

„Lassen wir uns überraschen”

Seine Worte richten sich an 125 Schülersprecher, Schülerzeitungsredakteure und Nachwuchsjournalisten aus der gesamten Republik, hinter denen ein ereignisreiches, lehrreiches aber auch durchaus anstrengendes Wochenende liegt. Unter den 125 auch zwei Dürener Schüler vom Stiftischen Gymnasium. Julian Loevenich und Marco Hansen wurden aus hunderten Bewerbungen zum 109. Jugend-Presse-Kongress nach Bremen eingeladen. „Logistik in der Bundeswehr - Perspektiven für junge Leute” lautet das Leitthema des Kongresses, der der „Young Leaders GmbH” veranstaltet wird.

Jugend-Presse-Kongress? Young Leaders? Logistik in der Bundeswehr? Zunächst standen offene Fragen im Raum. Spekulationen über Spekulationen bestimmten die Tage vor der Reise. „Lassen wir uns überraschen”, hieß dann das Motto vor der Reise voller Optimismus und Neugierde.

„Akkreditierung” - so hieß dann der erste Programmpunkt. Hinter dem Wort, das nach Musterung klingen mag, verbarg sich dann doch eine freundliche Begrüßung. „War die Anreise angenehm?”, hört man freitags immer wieder, um genau zu sein: 125 Mal. Doch richtig los ging es dann am Samstagmorgen: 7 Uhr morgens, dichte Nebelbänke liegen über Bremen, Temperaturen um den Gefrierpunkt - so fiel die wohl nicht sehr freundliche Begrüßung Bremens aus, doch von diesem Zeitpunkt an blieb wenig Zeit, sich mit dem Wetter zu beschäftigen: Workshops mit angereisten Profijournalisten, Vorträge, Präsentationen, aber auch eine gehörige Portion Action so wie etwa die Live-Vorführung eines Transportbataillons der Bundeswehr standen auf dem Programm.

Ein großer Platz, ein paar Soldaten, wenige Bundeswehrfahrzeuge, ein paar Zelte - erst einmal nichts besonderes für ein Bundeswehrgelände. Doch plötzlich wird es laut und immer lauter, es kommt näher, ein Geruch von Diesel liegt in der Luft - es stinkt. Gepanzerte Fahrzeuge rasen über den Platz, eins nach dem anderem, eins lauter als das andere. In der folgenden halben Stunde simulieren die Soldaten eine Szene wie sie täglich in Krisengebieten passiert, etwa in Afghanistan. Jeder Handgriff sitzt, alles läuft nach Plan. „Bei eine solchen Handlung kommt es vor allem auf Ruhe und Besonnenheit an”, kommentiert Hauptmann Marcus Jansen. „Im Ernstfall kann ein Fehler fatale Folgen haben”, sagt Jansen.

Doch neben aller Action und journalistischen Arbeiten wurden auch Grundsatzreden gehalten, wie etwa die des Young-Leaders-Geschäftsführers Reinhard Werner.

„Zukunftsstrategien für das 21. Jahrhundert” lautete der Titel seines Vortrages. Globalisierung, Entwicklung und Demografie, so Werner, seien die bestimmenden Themen der kommenden Jahre. „Engagiert euch, macht etwas, seid anders als die Masse”, rief Werner zum Engagement auf. „Gute Noten haben heute viele, doch das Engagement ist das, was jemanden auszeichnet.” Doch auch Kritik an der heutigen „Elite”, wie Werner es nannte, kam auf. „Guckt der Politik auf die Finger. Die Schulden, die die Politiker heute machen, müsst ihr mit euren Steuern abtragen”, rief er immer wieder zum kritischen Hinterfragen auf.

Doch jetzt gab es nur noch ein Ziel: An die Computer - fertig - los. Der Redaktionsschluss rückte immer näher und die Kommentare, Reportagen und Berichte mussten rechtzeitig fertig werden, damit auch jeder am nächsten Tag die druckfrische Zeitung in den Händen halten konnte.

Workshops, Vorträge und Schlusswörter standen am nächsten Morgen auf dem Zeitplan. Auch das des breitschultrigen Mannes, der sicherlich viele Klischees eines Generals widerlegte.

„Wir haben viel gelernt, viele Menschen kennengelernt und viel mitgenommen”, fassen die Schüler das Wochenende zusammen. Morgen wird der Alltag die Beiden wiederhaben. Dann steht nicht mehr interviewen und zitieren auf dem Stundenplan, sondern Mathematik und Deutsch.
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