Dürener Grüne lehnen Parkhauspläne ab

Von: Jörg Abels
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Den Bau eines Parkhauses auf d
Den Bau eines Parkhauses auf dem bereits als Parkplatz genutzten Areal Ecke Bismarck-/Moltkestraße lehnt Verena Schloemer, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Dürener Stadtrat, aus verkehrs- und umweltpolitischen Gründen ab. Foto: Abels

Düren. Die Kreisverwaltung wächst seit Jahren. Die Übertragung immer neuer Aufgaben erfordert immer neues Personal. Seit der Bündelung der Job-com-Angebote im Kreishaus D Anfang des Jahres ist die Grenze von 1000 Mitarbeitern überschritten.

Für derart viel Personal aber reichen die vorhandenen Parkplatzkapazitäten rund um die Verwaltungsgebäude an der Bismarckstraße bei Weitem nicht aus. Für viele der Mitarbeiter startet der Arbeitstag daher allmorgendlich mit der Suche nach einem freien Parkplatz in der Umgebung. Eine Befragung der Mitarbeiter hat einen Bedarf von zusätzlich 400 Stellplätzen ergeben, da mit der geplanten Wohnbebauung an der Marienstraße in naher Zukunft auch noch das zurzeit unbefestigte Areal mit rund 50 Plätzen wegfällt.

Finanzierung über Stellplatzmiete

Ein Mitarbeiter-Parkhaus soll daher die Situation entschärfen. Der Kreis plant, auf dem bereits jetzt als Parkplatz genutzten Areal Ecke Moltke-/Bismarckstraße ein so genanntes Split-Level-Parkhaus mit rund 460 Stellplätzen in vier beziehungsweise fünf versetzten Halbebenen zu errichten. Zusätzliche Kosten für den Kreis sollen dabei nicht entstehen, erklärt Kreispressesprecher Josef Kreutzer auf Nachfrage. „Die als Bauherr auftretende Gesellschaft für Infrastrukturvermögen des Kreises Düren würde das Projekt über die Mieteinnahmen finanzieren.” Und Nachfrage scheint es auch außerhalb der Verwaltung bereits reichlich zu geben. Kreutzer verweist auf Anfragen aus den benachbarten Schulen, aber auch seitens der Sparkasse Düren.

Eine Bauvoranfrage hat der Kreis bereits bei der Stadt Düren gestellt. Die müsste nämlich den Bebauungsplan ändern, der derzeit auf der 3700 Quadratmeter großen Fläche neben einer Tiefgarage eine bis zu achtgeschossige Bebauung vorsieht. Am Dienstag sollen die Pläne im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt erstmals beraten werden. Die Stadtratsfraktion der Grünen lehnt die Parkhauspläne schon jetzt kategorisch ab. „Wir wollen die Kreismitarbeiter nicht schikanieren”, versichert die Fraktionsvorsitzende Verena Schloemer. „Wir sind jedoch der Meinung, dass man ihnen attraktive und moderne Mobilitätsangebote machen sollte.” Ein Parkhaus sei das falsche Signal, plädiert die Grünen-Politikern für die Einführung eines Jobtickets und ein verwaltungsinternes Mobilitätsmanagement, um die Mobilität umweltverträglicher zu organisieren. Als passionierte Fahrradfahrerin darf dabei aus ihrer Sicht das Rad natürlich ebenso wenig fehlen wie eine noch bessere Nutzung der Mitfahrzentrale.

Aber es sind auch verkehrs- und bautechnische Gründe, die aus Sicht der Grünen gegen ein Parkhaus sprechen, insbesondere an dieser Stelle. Sie befürchten durch den zusätzlichen Verkehr negative Auswirkungen auf die benachbarte St.-Angela-Schule. „Hier stellen sich Fragen bezüglich der vom Parkhaus ausgehenden Lärm- und Schadstoffbelastungen”, betont Schloemer. „Aus schulischer Sicht ist auch das Thema Verkehrssicherheit und Schulwegsicherung an der Bismarckstraße von besonderer Bedeutung.” Schon jetzt sei die Verkehrsbelastung durch anfahrende Busse und Eltern, die Kinder am Morgen zur Schule bringen, enorm. Eine Situation, die durch den Bau des Parkhauses noch verschärft werde. Darüber hinaus - und das ist für die Grünen ein weiterer gewichtiger Grund ihrer Ablehnung - würde der zusätzliche Verkehr, der in die Innenstadt fließt, die bereits vorhandene Luftschadstoff-Problematik zuspitzen. Schloemer erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass für den Bereich rund um den keine 200 Meter Luftlinie entfernten Friedrich-Ebert-Platz aufgrund überhöhter Stickstoffdioxid-Werte bereits ein Luftreinhalteplan aufgestellt werden muss.
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