Dürener Geschichtsverein: Buch über Herrschaftsformen an der Rur

Von: Sandra Kinkel
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„Düren. Die Stadt im Wechsel der Staats- und Herrschaftsformen ihrer jüngeren Geschichte“ heißt das Buch, dass Dr. Karl-Wilhelm Nellessen (3. v.l) geschrieben hat. Mit ihm freuen sich Bürgermeister Paul Larue, Verleger Bernd Hahne sowie Dr. Helmut Irmen und Karl-Josef Rubel vom Dürener Geschichtsverein (von links). Foto: Sandra Kinkel

Düren. Für Lokalgeschichte hat Dr. Karl-Wilhelm Nellessen sich schon immer interessiert. Sein Vater und sein Onkel haben auch zu historischen Themen geschrieben. Und Karl-Wilhelm Nellessens Großonkel war der Dürener Oberpfarrer Odenthal, der jeden Samstag das „Annablatt“ veröffentlich hat.

Karl-Wilhelm Nellessen setzt diese Familientradition fort. Für den Dürener Geschichtsverein hat er Band 32 der „Beiträge zur Geschichte des Dürener Landes“ verfasst. „Düren. Die Stadt im Wechsel der Staats- und Herrschaftsformen“ heißt sein 130 Seiten starkes Werk. „Ich bin halt Verwaltungsjurist“, sagt Dr. Karl-Wilhelm Nellessen, der seit 1975 in Düren lebt und über 30 Jahre als Abteilungsleiter bei der Kreisverwaltung in Aachen gearbeitet hat.

„Mich hat interessiert, wie die Verwaltung, aber auch die Bürger sich mit der jeweiligen Verwaltungsform zurechtgefunden haben.“ Und genau das hat Karl-Wilhelm Nellessen, der im nächsten Jahr 80 Jahre alt wird, in seinem Buch untersucht.

Verbundenheit zur Heimat

Dabei hat er besonders die französische Herrschaft und die Zugehörigkeit zum napoleonischen Kaiserreich, die preußische Herrschaft und das Deutsche Reich, die Weimarer Republik, die nationalsozialistische Herrschaft und die Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg unter die Lupe genommen.

„Eins kann ich sagen“, sagt Nellessen, „Über alle Epochen ist eine tiefe Verbundenheit der Bürger mit ihrer Heimatstadt festzustellen. Genau wie das gemeinsame Streben der Menschen, ihr Schicksal immer wieder aufs Neue selbst in die Hand zu nehmen.“ Darüber hinaus sei auch in allen Herrschaftsformen eine tiefe katholische Grundhaltung zu verzeichnen. „Die Dürener waren grund-katholisch“, sagt Nellessen. „Und Schwierigkeiten beim Wechsel der Staats- und Herrschaftsformen hat es eigentlich nur dann gegeben, wenn der Katholizismus in irgendeiner Form beschränkt werden sollte.“

Wie lange er an seinem Buch gearbeitet hat, kann Karl-Wilhelm Nellessen gar nicht genau sagen. Er hat unzählige Stunden im Dürener Stadtarchiv verbracht. „Ich musste zwischendurch aus gesundheitlichen Gründen eine Pause einlegen. Aber grundsätzlich hat mir die Arbeit sehr viel Freude gemacht. Weil das Thema mich einfach so sehr interessiert.“

„Renommierte Reihe“

Für Bürgermeister Paul Larue, der ebenfalls ein großer Freund der Geschichte ist, ist Nellessens Werk eine „neue, sehr interessante Veröffentlichung einer renommierten Publikationsreihe.“ „Ich habe noch nicht die Zeit gefunden, das Buch zu lesen“, sagt Larue. „Aber ich bin sicher, dass es mich begeistern wird.“

Dr. Helmut Irmen, Vorsitzender des Dürener Geschichtsvereins, dankt auch Helmut Krebs, Leiter des Dürener Stadtarchivs für seine Mitarbeit an dem Buch. „Herr Krebs hat wesentlich dazu beigetragen, dass dieses Buch entstehen konnte“, betont Irmen. „Unter anderem hat der Archivar Urkunden übersetzt und die Fotodokumentation erstellt.

Gleichzeitig kündigte der Vorsitzende des Geschichtsvereins noch für dieses Jahr eine neue Ausgabe der „Dürener Geschichtsblätter“ an. Außerdem planen die Verantwortlichen des Geschichtsvereins, der derzeit rund 300 Mitglieder hat, ein Buch über den Schillingspark in Gürzenich.

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