Dürener erobern das neue Haus der Kunst

Von: Christoph Hahn
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Zuhörer, so weit das Auge schaut: Riesenandrang herrschte am Sonntag bei der Eröffnung des um einen Neubau ergänzten Leopold-Hoesch-Museums in Düren. Foto: Hahn

Düren. Unauffällig linsen die Damen und Herren am Eingang nach den Einladungen in den Händen der Gäste. Denn viele Menschen drängt es am Sonntagmittag, endlich das neue, erweiterte Lreopold-Hoesch-Museum in Düren mit eigenen Augen zu sehen.

Doch selbst die Zahl derer, die eine Einladung bekommen haben, reicht aus, um den für den eigentlichen Festakt vorbereiteten Saal im Neubautrakt bis an den Rand zu füllen. Denn es drängt die Bürger und ihre Gäste spürbar, ihr wieder gewonnenes Haus der Kunst in Besitz zu nehmen.

Zu einer Eröffnung, zumal im Museum, gehören Reden. Und wo eine Ansprache ist, da herrschen Ansprüche. Die formulierte als erster Bürgermeister Paul Larue. Gleich auf drei Ebenen, formulierte der Rathauschef, soll das Museum Wirkung zeigen - „regional, national und international”. Weite Perspektiven bestimmten auch sonst Larues Worte. „Eine Chance wie es sie nur alle 50 Jahre gibt”: Das um Peter Kulkas neuen Trakt ergänzte Gebäude Georg Frentzens aus dem Jahre 1905 biete nicht mehr und nicht weniger.

Der Düsseldorfer Staatssekretär Hans-Heinrich Große-Brockhoff gehört - noch - zu denen, die in Düsseldorf die kulturpolitischen Leitlinien formulieren. Zum Einstieg aber kleidete er ganz unstaatsmännisch, aber dafür um so glaubhafter seine Freude in Worte: „Dass ich das noch erleben darf!” Sein herzlicher Dank galt den Familien Schoeller und Peill, die sich noch heute mäzenatisch engagieren. Und eine nachgerade hymnische Huldigung galt dem Architekten des Neubaus: „Wir haben ja immer gewusst, Herr Professor Kulka, dass sie ein großer Meister sind.”

Große-Brockhoffs Rede erschöpfte sich im Übrigen nicht in Artigkeiten. Ein solches Haus liefere den Anstoß dafür, „endlich der ästhetischen Erziehung einen ähnlichen Stellenwert wie dem Wissenserwerb zu geben”. Bürgermeister Larue gab der Staatssekretär dann noch einen Arbeitsauftrag mit auf den Weg: „Sie sollten dafür sorgen, dass jedes Kind aus dieser Stadt und aus dieser Region ein Mal im Jahr oder zumindest alle zwei Jahre dieses Haus besucht.”

Dr. Eberhard Peill, Vorstandsmitglied der Günther-Peill-Stiftung, freute sich natürlich auch über das aufgefrischte Haus und seine Bestückung durch sieben Ausstellungen unter dem gemeinsamen Titel „Treffpunkt Düren”. Aber nicht nur. Er bettete das Museum von heute in seinen geschichtlichen Kontext ein und brachte seinen zahlreichen Zuhörern Leben sowie kunstvermittlerische Leidenschaft von Günther und Carola Peill nahe.

Recht unspektakulär gestaltete sich hingegen die Übergabe des Peill-Preises an den Mönchengladbacher Künstler Gregor Schneider, der im Museum seine Installation „Marienstraße” zeigt: Nur einige wenige Sekunden - dann hatte der mit 25.000 Euro beglückte Preisträger wieder in der ersten Reihe Platz genommen.

„Last but not least” in der Reihenfolge der Redner: Dr. Renate Goldmann, seit Januar Direktorin und Nachfolgerin von Dr. Dorothea Eimert. Sie ließ Feinsinnigkeit und Intellektualität erkennen. Das aktuelle Geschehen im Museum und die innere Weite der Kunst verdichtete sie zu einem fesselnden Panorama. Wer ihr konzentriert lauschte, begann zu ahnen: Von dieser Frau und ihren Plänen können Düren und die Region noch einiges erhoffen.
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