Düren - Dürener Einzelhändler warten aufs große Geschäft

Dürener Einzelhändler warten aufs große Geschäft

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Weihnachten ist nicht mehr weit, in diesen Tagen werden die letzten Geschenke gekauft – viele Kunden setzen dabei aber nicht auf einen Bummel, sondern den Versandhandel. Den Einzelhandel trifft das hart. Foto: smb

Düren. „Manche Geschäftsleute sind sehr enttäuscht, manche sind nur im Plan, weil sie ihren Plan verändert haben. Wir haben zwar Frequenz in den Städten, aber zufrieden kann der Einzelhandel nicht sein.“ Mit diesen Worten zieht der Dürener Jörg Hamel, Geschäftsführer des Handelsverbandes Aachen-Düren-Köln, ein erstes Zwischenfazit des Geschäftsjahres und des Weihnachtsgeschäftes.

Und weiter: „Wir merken, dass das Geschäft in dieser Woche anzieht, der Einzelhandel setzt aber vor allem auf die Tage zwischen Weihnachten und Silvester. Da haben viele Menschen frei und gehen in die Stadt.“

Auch der Dürener Elektronikhändler Uwe Gunkel weiß: „Das Weihnachtsgeschäft endet nicht mit Weihnachten. Es wird viel Geld verschenkt. Die nächsten Tage müssen gut werden, es ist unsere stärkste Woche.“ Eine richtige Bilanz könne man aber erst Anfang des neuen Jahres ziehen.

Das Weihnachtsgeschäft bezeichnen Uwe Gunkel und der Dürener Textilhändler Ulf Minartz als „ruhig“. Für Minartz ist der Dezember mittlerweile ein Monat wie jeder andere auch. Das mag für den einzelnen Fußgänger mit der Einkaufstüte angenehm sein, für den Handel ist es weniger erfreulich. Zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft ist hingegen Center-Manager Böttke, und er führt das auf den Mix unter einem Dach zurück, wo jüngst auch drei neue Marken eine Heimat gefunden haben. Aber auch für das Stadtcenter sind die kommenden Wochen mit dem Jahresbeginn sehr wichtig.

Konkurrenz im Umland

Der stationäre Handel hat es schwer. Die Konkurrenz im Umland und im weltweiten Netz ist groß. „Jedes vierte Geschenk wird angeblich online gekauft“, sagt Gunkel. „Gehen Sie also besser in die Innenstädte. Da sind die Schlangen weniger lang als bei der Paketabholung bei der Post.“ Gerade bei Elektronik und Spielwaren sei der Internethandel stark. In diesen Branchen sowie bei Parfüm macht aber auch das Weihnachtsgeschäft 25 bis 30 Prozent aus.

Für den Textilhandel ist die Adventszeit laut Hamel recht gut gewesen (siehe Infokasten), das bestätigt auch Böttke für die Läden im Stadtcenter. „Das Wetter hat überwiegend gestimmt, wir hatten einige kühle Tage“, sagt Hamel. Haushaltswaren hingegen seien eher schleppend gelaufen, die klassischen Weihnachtsgeschenke Parfüm, Spielsachen und Schmuck seien in diesen Tagen merklich angezogen. Und tatsächlich waren die Geschäftsleute dort am Mittwoch zu beschäftigt, um mit unserer Redaktion zu sprechen. Aber auch Gutscheine sind in der Stadt und im Center gefragt.

Ein Grund für das durchwachsene Weihnachtsgeschäft in der Stadt ist bekanntermaßen der Online-Handel, der in diesem Jahr erneut Zuwächse verzeichnen wird. „Das wird von Jahr zu Jahr mehr. Dabei gibt es im Internet viele Waren auch nicht billiger“, sagt Minartz für seine Branche, die Markenbekleidung. Auch er sieht, dass die Stadt oftmals gut frequentiert ist. „Läden, in denen man kleine Dekorationsartikel kaufen kann, werden dann gut besucht“, sagt er. Aber nicht in allen Läden gebe es entsprechende Umsätze

Zu wenig Muße zum Einkaufen

Einen weiteren Grund sieht Jörg Hamel in der kurzen Adventszeit, schließlich fällt der Heiligabend auf den vierten Advent. Geschenke müssen zwar trotzdem bis dahin eingekauft sein, allerdings gehen die Fachleute von folgender Kette aus: Wenn der Advent kurz ist und die Leute ohnehin wenig Zeit haben, bleibt weniger Gelegenheit für mußevolle Stadtbummel. Bei denen wird aber mehr gekauft, als beim gezielten Geschenkekauf unter Druck.

Ulf Minartz macht aber auch die Stadt und ihre sozialen Probleme für die Entwicklungen verantwortlich. Gleichwohl sieht er Düren mit den baulichen Veränderungen auf einem Weg in die richtige Richtung. Und auch Gunkel sagt: „Der Weg ist gut, hoffentlich ist es nicht zu spät. Die Entwicklungen im Handel sind erdrutschartig.“

Die Kölnstraße sieht er als Paradebeispiel. Auch der dort ansässige Minartz sagt: „Nach der Umgestaltung der Kölnstraße interessieren sich auch neue Firmen für eine Ansiedlung. Und auf den Bänken lassen sich die Menschen nieder, die wir uns für unsere Geschäfte auch wünschen.“

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