Dürener Drogenring auf Anklagebank der Jugendkammer

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Landgericht Aachen Gericht Justiz Justizzentrum
Vor der Großen Jugendkammer des Aachener Landgerichts startet ein Prozess gegen fünf Männer, denen nicht nur bandenmäßiger Drogenhandel vorgeworfen wird. Symbolfoto: dpa/Henning Kaiser

Aachen/Düren. Zwischen 19 und 24 Jahre alt sind die fünf Angeklagten, denen seit Dienstag vor der Großen Jugendkammer des Aachener Landgerichts bandenmäßiger Drogenhandel, räuberische Erpressung und Bedrohung sowie Nötigung vorgeworfen werden.

Der Hauptangeklagte Reda A. (23) soll angebliche Schulden eingetrieben haben, in zwei weiteren Fällen sollen die jungen Drogenhändler Bekannte gezwungen haben, für sie Marihuana und Amphetamine zu „verticken“.

Zu Beginn des Tatzeitraums von Ende 2014 bis Mai 2016 waren zwei der Angeklagten erst 16 und 17 Jahre alt, darunter der Bruder des Hauptangeklagten. Die Tatvorwürfe beginnen im November 2014 mit Drohungen gegen einen Bekannten des Mitangeklagten Patrick D. (24), der angeblich für einen bei seiner Ex-Freundin zerstörten Laptop geradestehen sollte.

Er wurde von Patrick D. zum Anna-Kirmes-Platz gelockt und bedroht. Er sollte 350 Euro für den angeblich bei seiner Freundin zerstörten Laptop bezahlen. Falls er das nicht könne, so beschrieb der Zeuge am Dienstag die Situation auf dem Kirmesplatz, werde er schon sehen, was er davon habe.

Bei der Polizei hatte er damals ausgesagt, er sei sogar mit einem Messer bedroht worden. Patrick D., der ihn mit dem Wagen zu dem Treffpunkt gebracht hatte, sei der langjährige Freund seines Bruders gewesen, deswegen habe er keinen Verdacht geschöpft. Dann aber sei ihm klargeworden, dass D. in der Sache „drin hänge“, sagte der Zeuge.

D. habe ihm noch fadenscheinig empfohlen, doch besser das Geld mit Kellnern zu verdienen. Später dann habe es den Versuch gegeben, ihn als Passanten auf der Straße mitten in Düren durch ein riskantes Ausweichmanöver eines Wagens einzuschüchtern. Gleichermaßen soll die Bande kleinere Zwischenhändler aus der Dürener Drogenszene unter Druck gesetzt haben.

So soll man in Düren und in Gey einschlägig bekannte Personen massiv mit Schlägen bedroht und damit dazu genötigt haben, den Stoff der Gruppe unter die Leute zu bringen. Von einem der Männer, denen gesondert der Prozess gemacht wird, sollen sie pro Lieferung 350 Euro erpresst haben. Einem Händler in Gey erging es schlechter.

Um ihn gefügig zu machen, habe man ihn mit Faustschlägen gegen den Kopf malträtiert. Die fünf Angeklagten äußerten sich nicht zu den Tatvorwürfen. Der Prozess geht am 21. November weiter.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert