Düren - Dürener Brass Band: Ein Konzert als bejubelter Neuanfang

Dürener Brass Band: Ein Konzert als bejubelter Neuanfang

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
8761185.jpg
Die Arbeit der letzten Monate hat sich gelohnt: Die Dürener Brass Band wurde mit tosendem Applaus gefeiert. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Sie hatte sich in der jüngsten Vergangenheit ein wenig rar gemacht. Kaum etwas war noch von der Dürener Brass Band zu hören bis zum jetzigen Herbstkonzert im Haus der Stadt.

Im Mai spielte das Ensemble, das sich aus über 30 Amateurmusikern, Musikstudenten und professionellen Musikern zusammensetzt und seit einigen Jahren die Faszination der Brass Band Musik in die hiesige Region bringt, in der Aula des Stiftischen Gymnasiums. Es war gleichsam eine Generalprobe für den anstehenden Auftritt bei den Deutschen Brass-Band-Meisterschaften in Bad Kissingen. Nicht unberechtigt schien damals der Traum von guten Platzierungen. Doch der Gig im Konzertsaal des Regentenbaus in der fränkischen Stadt wurde eher zum Albtraum. Als Pflichtprogrammteil hatten sich die Dürener „Tallis Variationen“ von Philip Sparke ausgesucht und wollten die Juroren mit einer eigenständigen Klangphilosophie überraschen.

Alles auf dem Prüfstand

Doch daraus wurde nichts. Die Band konnte in weiten Teilen nicht ihre Nervosität ablegen, und so kam es zu erheblichen Fehlern bei der Aufführung, wie sich Dirigent Martin Schädlich erinnerte. Statt eines Top-Ergebnisses sprang in ihrer Gruppe nur der letzte Platz heraus. „Die Enttäuschung war im ersten Moment riesengroß, aber schon im Bus haben wir begonnen, wieder nach vorne zu sehen“, gab Martin Schädlich die Stimmung wieder. „Wir hatten uns ein schwieriges, packendes sinfonisches Werk ausgesucht und waren überzeugt von unserer Wahl. Da nimmt man es gerne in Kauf Letzter zu werden.“

Die Zeit bis zum Herbstkonzert nutzte die Band für sich. Alles kam auf den Prüfstand, Neuerungen eingeführt, Strukturen verändert, die musikalische Arbeit weiter konzentriert. Ein wegweisendes Jahr für die Dürener Brass Band, die beim „Heimspiel“ mit frischer Energie überraschte und wohl auch sich selbst beweisen wollte. So stand erneut das Wettbewerbsstück „Tallis Variationen“ auf dem Programm. Ein schwieriges Stück, in dem begleitende Instrumente betont oder in eine solistische Eigenständigkeit geführt, die die Solisten mit klaren und sauberen Tönen zu starken Szenen ausbauen sollten. Was über weite Strecken gelang, und den Zuhörern wurde klar, weshalb man mit diesem schwierigen Stück glänzen oder scheitern konnte. Einige Bravo-Rufe aus dem Publikum waren der Dank für die überwiegend gelungene Interpretation. Stark sind die Dürener immer, wenn sie dem Big Band Sound huldigen, in dem Fall dem „Salute to the Count“ (Count Basie).

Nach der Pause erlebte das Publikum eine erfrischende Band, die mit ihrem abwechslungsreichen Programm, das sich Kompositionen und Bearbeitungen bekannter Brass Band „Spezialisten“ zusammensetzte, geradezu den Applaus einforderte. Keine Konzertstarre bei den Musikern, alles schien im Fluss, angereichert durch einige Show-Elemente. Heiter Konzertstunden mit Marsch- und Filmmusik oder Paso Doble sowie leicht-lockere, teils swingende Bearbeitungen bekannter Ohrwürmer von Julius Fucik (Florentiner Marsch) im Stile von Mnozil Brass, John Williams (Hymn to the Fallen), Freddie Mercury (Seaside Rendezvous) und Bellowhead. Eine weitere Überraschung auf der Bühne war Cirillo, der einige Musikstücke „szenisch“ begleitete und „interpretierte“.

Den Abend eingeleitet hatte mit „Brass für Spass“ das zweite Ensemble der Band, das sowohl aus sehr jungen als auch erfahrenen Musikern besteht. Ein Klangkörper, in dem Interessierte mitmachen können, wenn sie bereit sind zu üben „und besser werden wollen“, wie es Martin Schädlich formulierte. Vor allem beim konzertanten Musikstück „Dakota“ von Jacob de Haan stellte schon hohe Anforderungen an die Musiker. Dirigent Martin Schädlich gelang es trefflich mit glänzenden Führung den Großen Geist, die Büffeljagd und den Indianertanz lebendig werden. Überhaupt war es ihm zu verdanken, dass dieie Band unter seiner musikalischen Leitung einen weiteren Riesensprung gemacht hat. Mit tosendem Applaus honorierte das Publikum die Leistungen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert