Düren soll fahrradfreundlicher werden

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Problemstellen für Radfahrer in Düren: In Höhe Wibbelrusch führt der Radweg an Haltestellen vorbei. Foto: privat
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Problemstellen für Radfahrer in Düren: Die Wegführung bei Baustellen ist unzureichend. Foto: privat
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Problemstellen für Radfahrer in Düren: Lkw blockieren den Radweg vor dem Zollamt. Foto: privat
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Problemstellen für Radfahren in Düren: Falschparken wird oft nicht geahndet. Foto: privat

Düren. Im ADFC-Fahrradklima-Test 2016 wurde der Stadt von den gut 330 Teilnehmern der Studie eine glatte Vier attestiert. Das wundert Georg Schmitz, Verkehrspolitiker und Sprecher der Dürener Grünen nicht. „Bislang war es nicht sehr angenehm, in Düren Rad zu fahren“, räumt er ein, ist aber gleichzeitig überzeugt, dass „wir die richtigen Weichen“ gestellt haben.

Georg Schmitz ist passionierter Radfahrer. Dem Sprecher der Dürener Grünen und Verkehrspolitiker der „Ampel“-Fraktion liegt die umweltfreundliche Art der Mobilität sehr am Herzen, politisch und auch in privaten Initiativen wie „Prorad Düren.“ „Wenn die Beschlüsse umgesetzt sind, wird Düren eine deutlich fahrradfreundlichere Stadt sein – da bin ich mir sicher.“

Schmitz verweist auf den Bau von Abstellanlagen an der Weier-straße und auf dem Kölntorplatz (gegenüber der Hauptpost) – eine weitere auf dem Wirteltorplatz soll in Kürze folgen – und auf die Markierung von Radfahrerschutzstreifen und Aufstellflächen für Radfahrer auf weiteren Straßen und Kreuzungen. „An der Kreuzauer Straße in Niederau und an der Renkerstraße in Lendersdorf ist das bereits realisiert, und auf der Kölnstraße gibt es bergauf erstmals einen Schutzstreifen mit zusätzlichem Sicherheitstrennstreifen zu den parkenden Wagen.“ Weitere Markierungen folgen: Schmitz spricht die Valencienner und die Friedrichstraße an. Auch an der Bismarckstraße werde der Radverkehr im Zuge der Entwicklung von Bismarck-Quartier und Umgestaltung des Heuss-Parks neu geregelt. „Zudem werden befahrbare Sackgassen mit Aufklebern oder Schildern markiert, und das Fahren gegen die Einbahnstraße wird überall dort gestattet, wo es machbar ist.“

„Auch die weitestgehende Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht ist Konsens mit der Verwaltung“, betont Schmitz. Die weitere Umsetzung hake noch an Detailfragen wie den Ampelsteuerungen. In diesem Zusammenhang fordert Schmitz den außerhalb der Stadtgrenze auf der Nideggener Straße zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW auf, die Benutzungspflicht des Radweges in Höhe Wibbelrusch aufzuheben, der mitten durch zwei Bushaltestellen verläuft, die oft auch von sehbehinderten und blinden Rehabilitanden des Berufsförderungswerks (Bfw) genutzt werden. „Hier wäre es besser, die Fahrradfahrer wieder auf die Straße zu lassen.“

Ein großer Kritikpunkt im Fahrradklimatest war die mangelnde Kontrolle von Parkverstößen auf Radwegen und Radfahrerschutzstreifen. „Der wichtigste Beitrag zur Attraktivitätssteigerung wäre kurzfristig eine stärkere Kontrolle von Falschparkern durch das Ordnungsamt“, sagt Schmitz – er selbst hat unzählige Verstöße im gesamten Stadtgebiet dokumentiert. „Selbst wenn die Stadt mit diesen Kontrollen weniger Geld als mit dem Verteilen von Knöllchen auf Parkplätzen einnimmt, muss die Sicherheit in den Fokus rücken.“ Schmitz freut sich daher, dass das Ordnungsamt in Kürze auf Initiative der „Ampel“ Fahrradstreifen einsetzen wird. Denn: „Wer selbst auf dem Rad sitzt, hat einen anderen Blick für die Prioritäten bei der Verkehrsüberwachung.“ Das steht für den Verkehrspolitiker fest.

Ein anderer Anlass zu Kritik war die schlechte Wegeführung an Baustellen, privat eingerichteten wie städtisch veranlassten. „Hier haben wir die fehlende halbe Stelle im Tiefbauamt im Haushalt bereitgestellt“, sagt Schmitz, der auf Besserung hofft.

Ein Dorn im Auge ist dem Verkehrspolitiker nicht erst seit dem schweren Unfall vor wenigen Tagen die Situation rund um das Zollamt an der Ecke Arnoldsweilerstraße/Lagerstraße. „Das Zollamt muss raus aus der Stadt“, fordert Schmitz. In seinen Augen wäre es „Im Großen Tal“ viel besser aufgehoben. Zum einen müssten Lkw extra für die Zollmodalitäten in die Stadt fahren, zum anderen gebe es immer wieder Komplikationen, wenn Lkw vor dem Gebäude die Wege blockieren. „Leider gibt es bislang keine Signale des Zollamtes.“

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