Düren ist bei Taschendieben sehr beliebt

Von: Stephan Johnen
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Kommissariatsleiter Friedhelm Fink warnt vor Taschendieben. Foto: Stephan Johnen

Düren. Die nackte Zahl ist erschreckend, zumindest auf den ersten Blick. 100 Prozent mehr Taschendiebstähle hat die Polizei im vergangenen Jahr in Heimbach registriert. Und dennoch bereitet diese Entwicklung Friedhelm Fink, Leiter des Kriminalkommissariats Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde, kein Kopfzerbrechen.

Die Diebe griffen in Heimbach zwei Mal zu, im Jahr zuvor gab es einen Taschendiebstahl. Daher rührt die auf dem Papier bombastische Steigerung. Kreisweit gehen die Taschendiebstähle sogar zurück. Ganz anders sieht die Lage aber in Düren aus. „Die Stadt fällt aus dem Rahmen“, spricht der Kriminalpolizist von einer „signifikanten Erhöhung“. Düren ist bei Taschendieben offenbar sehr beliebt.

Von 210 auf 282 Fälle im Jahr ist die Zahl angestiegen. Eine Steigerung, die nicht allein auf eine Umstellung der statistischen Erfassung zurückzuführen sei. Für die Polizeistatistik lag ein Taschendiebstahl bislang dann vor, wenn ein Dieb etwas aus einer (Hosen-/Jacken-)Tasche oder „vom Körper“ gestohlen hatte. Das, was darüber hinaus für Otto Normalbürger zwar ein Taschendiebstahl war, wurde anders „verbucht“.

Mittlerweile werden auch Diebstähle aus dem Körbchen eines Rollators oder aus Handtaschen und Tragetaschen hinzugezählt. Taschendiebstähle, die als Raubdelikt gelten, gebe es an der Rur nur wenige. Aber meist seien solche Fälle, in denen beispielsweise ein Radfahrer einer älteren Passantin ihre Handtasche entreißt, mit gravierenden Folgen verbunden. „Nicht selten verletzen sich die Opfer schwer, weil sie stürzen“, weiß Fink.

Doch warum gibt es eine signifikante Zunahme der Fälle in Düren? „Immer dort, wo viel los ist, dichtes Gedränge herrscht, lohnt es sich für die Täter“, sagt Fink. Viele Fälle habe es zuletzt am Bahnhof und in großen Geschäften gegeben. Fink: „Viele Diebe reisen mit dem Zug an. Sie gehen bereits beim Aussteigen auf Beutezug.“

Immer öfter werde grüppchenweise vorgegangen. Passanten werden „aus Versehen“ angerempelt, ein Täter fragt nach Wechselgeld, während ein anderer zugreift, eine Frage nach dem Weg erweist sich später als Ablenkungsmanöver – Tricks gebe es viele. Auch rund um Geldautomaten lohne sich ein prüfender Rundumblick. Oft würden Täter ihre Opfer dort ausspähen.

Die Polizisten auf Streife hätten zwar ein waches Auge, doch die Aufmerksamkeit der Bürger könne selbst „ein Beamter an jeder Straßenecke“ nicht ersetzen. „Meine Devise lautet: Augen auf und Taschen zu“, sagt Fink. Er rät, Wertsachen in einer mit Reißverschluss gesicherten Innentasche zu verstauen und vor allem niemals eine Konto-PIN aufzuschreiben. „Auch die Tarnung als Telefonnummer ist nicht sicher“, betont er. Im Fall eines Diebstahls sollte das Opfer sofort alle Karten sperren lassen und Anzeige erstatten.

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