Düren feiert ein kunterbuntes Stadtfest

Von: Stephan Johnen
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Deutsch-französischer Wohlklang: Junge Musiker aus Valenciennes und Düren machten beim Dürener Stadtfest mehrfach auf sich aufmerksam. Foto: Stephan Johnen
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Dan o‘Cock und Stereogold überzeugten auf dem Ahrweilerplatz mit Gitarre und Stimme.
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Rennwagen oder Riesenrad? Für jeden Besucher gab es das passende Angebot.
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Die Bühne vor dem Haus der Stadt wurde am Samstag zur Tanzfläche. Sonntags stand vor allem Blasmusik auf dem Programm.

Düren. Die Marseillaise erklingt in Düren nicht alle Tage. An diesem Wochenende jedoch gehörte das Anstimmen der französischen Nationalhymne zum guten Ton an der Rur: „Freundschaft mit allen Sinnen – Amitié avec tous les sens“ war das 35. Dürener Stadtfest überschrieben, das im Zeichen des vor 50 Jahren unterschriebenen Élysée-Vertrages und der deutsch-französischen Freundschaft stand.

Zur offiziellen Eröffnung am Samstag wurden die deutsche und die französische Hymne gleich an mehreren Stellen der Innenstadt angestimmt. „Das ist ein Signal für die völkerverbindende Freundschaft“, begrüßte Bürgermeister Paul Larue viele Gäste aus den Partnerstädten Valenciennes und Cormeilles. Es freue ihn ganz besonders, dass nach zwei furchtbaren Weltkriegen Deutschland und Frankreich nun „Motoren der europäischen Zusammenarbeit“ seien.

Doch nicht nur die französischen Gäste wurden von Larue begrüßt: Auch alle anderen Partnerstädte waren beim Stadtfest vertreten. Sie präsentierten sich, ihr Kultur und für die Herkunftsregion typische Produkte. Diesmal standen die Buden der sogenannten Partnerschaftsmeile am Ahrweilerplatz, rund um den Brunnen platziert.

„Wir sind ein schönes Beispiel für Europa“, wertete Geneviève Adam, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Valenciennes, die Freundschaft zwischen den Bürgern ihrer Stadt und den Dürenern. Der Austausch mit Düren – sei es kulturell, auf Vereinsebene oder wirtschaftlich – sei sehr rege.

„Europa und Freundschaft bedeuten Arbeit“, sagte Geneviève Adam, doch jeder Bürger könne „einen Ziegelstein mit auf die Baustelle nehmen, um das Gebäude zu errichten“. Ob denn Städtepartnerschaften noch zeitgemäß seien? „Sie beziehen die Bürger direkt ein“, findet Geneviève Adam, die auf die etwa 30 Musiker aus Frankreich verwies, die am Wochenende bei Dürener Familien eine Unterkunft fanden: „So werden Kontakte geknüpft, so entstehen Freundschaften.“

Ein Beispiel für eine harmonische Verbindung war bereits am Freitagabend ein Konzert im Haus der Stadt. Der inoffizielle Start des Stadtfests war eine deutsch-französische Koproduktion: Das L‘Ochestre d‘Harmonie de Valenciennes und das Sinfonische Blasorchester der Musikschule traten gemeinsam in der guten Stube der Stadt auf die Bühne.

Jubelfest-Marsch

Während die französischen Gäste den Marsch „Les enfants de Valenciennes“ aus der Feder von Eugène Bozza mitbrachten, steuerten die Dürener zum abwechslungsreichen Programm den Jubelfest-Marsch von Hermann Necke bei. Bozza war Direktor des Konservatoriums in Valenciennes, Necke Generalmusikdirektor der Stadt Düren, beide Stücke entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Botschaft: Musik verbindet über Landesgrenzen hinweg. Als kleine Geste der Freundschaft„tauschten“ auch im späteren Verlauf des Stadtfestes der französische Dirigent Maurice Jankowski und sein Dürener Kollege Renold Quade schon einmal die Orchester.

Country, Rock und Mundart

Generell präsentierte sich Düren am Wochenende als recht klangvolle Stadt. Bühnen standen auf dem Ahrweilerplatz, auf dem Annaplatz, auf dem Wirteltorplatz, auf dem Rudolf-Schock-Platz vor dem Haus der Stadt und auf dem Markt. Bereits am Freitagabend durfte gefeiert werden. Freunde der Rockmusik kamen im Verlauf des Stadtfest-Wochenendes ebenso auf ihre Kosten wie Mundart-Hörer und Country-Fans. Immer wieder standen auch Dürener Tänzer, Sportler und Musiker auf der Bühne, um ihr Können zu zeigen und ihre Vereine vorzustellen. Wer auf der Suche nach Schnäppchen war, durchstöberte die Trödelstände auf dem Schulhof der Peschschule.

Während sich aufgrund des durchwachsenen Wetters am Samstag tagsüber der Zulauf in Grenzen hielt, füllte sich am sonnigeren Sonntag die Stadt mit Gästen aus der gesamten Region. Das Haus der Stadt hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen. Auf der Bühne im Haus der Stadt und auf der Bühne vor dem Haus begrüßte der Kreisverband Düren des Volksmusikerbundes NRW die Gäste zum Kreismusikfest (siehe Bericht auf der dritten Lokalseite).

Wer sich am Wochenende einen Überblick aus der Vogelperspektive verschaffen wollte, stieg vor dem aufgrund der Sanierungsarbeiten in Schutzfolien gehüllten Rathaus in eine Gondel des Riesenrads ein. Die große Fläche des verhüllten Rathauses wurde aber auch genutzt: In den Abendstunden sorgte ein Projektor dafür, dass Stadtfestbesucher Bilder Dürens zu sehen bekamen. „Christo hat in Berlin einmal den Reichstag verpackt, wir haben für das Stadtfest unser Rathaus eingepackt“, scherzte Dürens Bürgermeister Paul Larue. Nachgefragt

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