„Du bewegst Düren“: Jugendstudie vorgestellt

Von: Valerie Barsig
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Düren. Politische Entscheidungen sind oft Teil langer Diskussionsprozesse – auch mit Bürgern. Der Masterplan in Düren ist eines dieser Beispiele. Werden Jugendliche in diese Entscheidungen mit eingebunden? Geht es nach der Online-Befragung „Du bewegst Düren“ ist die niederschmetternde Antwort: so gut wie gar nicht.

1286 Jugendliche zwischen 14 und 25 hat der Sozialraum Stadtmitte/Nord in Kooperation mit dem Arbeitskreis Jugendschutz und dem Stiftischen Gymnasium im vergangenen Jahr online zu ihrem Freizeitverhalten befragt.

Innenstadt ist beliebter Platz

Nur rund 12,1 Prozent der befragten Jugendlichen geben in der Studie an, schon einmal von der Stadtverwaltung oder Politik nach ihrer Meinung gefragt worden zu sein. Denkt man an den Masterplan für die Innenstadt, erscheint dieses Ergebnis prekär, denn gerade die Innenstadt mit Markt (30,3 Prozent), Annakirche (39,3 Prozent), Kaiserplatz (44,6 Prozent) und dem Stadtcenter (70,6 Prozent) sind die Orte, an denen sich laut Studie die Dürener Jugendlichen aufhalten.

Dabei wurden Jugendliche im Rahmen der Erarbeitung des Masterplans durchaus nach ihren Vorstellungen für die Innenstadt befragt. „Und das war genau richtig“, sagte auch Bürgermeister Paul Larue (CDU), bei der Vorstellung der Studie am Donnerstag vor Vertretern der Sozialen Träger und dem Jugendhilfeausschuss-Vorsitzenden Thomas Floßdorf (CDU).

Auch das Jugendparlament und das Jugendforum bildeten in der Vergangenheit Versuche, Jugendliche in politische Prozesse einzubinden. Wie kommt also ein solches Ergebnis zustande? Antwortmöglichkeiten sucht auch Martina Schütz-Berg, Leiterin des Papst-Johannes Hauses in Düren. Sie vermutet, dass gerade Jugendliche, die nicht auf das Gymnasium gehen, eher seltener in politischen Foren aktiv sind. Gerade sie fühlten sich in Diskussionen oft unsicher.

Es sei schwer, diese Jugendliche zum Beispiel zu einem Besuch im Rathaus, und damit auf vollkommen unbekanntem Terrain zu bewegen. Die Befragung solle ein Ansatz sein, um solchen Schwierigkeiten in Zukunft zu begegnen und Formen zu suchen, wie sich Jugendliche an Politik beteiligen können, sagte Schütz-Berg.

Ein Grund für weniger Beteiligung, zum Beispiel in Parteien, könnte allerdings auch sein, dass über die Hälfte der befragten Jugendlichen angibt, nur zwischen null bis 15 Stunden Freizeit pro Woche zur Verfügung zu haben. „Ob sie dabei die verbrachte Zeit in Vereinen oder der Musikschule als Freizeit erachten, wissen wir allerdings nicht“, sagte Sabine Kieven, Mobile Jugendarbeiterin des Jugendamtes der Stadt Düren, die die Studie präsentierte. Rund ein Drittel der Jugendlichen gibt im Monat weniger als 30 Euro für Freizeitaktivitäten aus. „Das erscheint mir sehr wenig angesichts dessen, wie viel ein Kinobesuch kostet“, sagte Kieven. Es zeige, wie wichtig es sei, dass in den Jugendeinrichtungen kostengünstige oder kostenlose Angebote für Jugendliche beibehalten oder sogar ausgebaut werden müssten.

Nur 36,4 Prozent der Jugendlichen geben an, dass sie sich in Düren sicher fühlen. Auch daraus leite sich ein Ziel für Veränderungen in der Stadt ab, sagte Kieven. Überhaupt: Die eigentliche Arbeit beginne jetzt, nachdem die Ergebnisse der Studie bekannt seien. Aus den Details sollen konkrete Vorschläge für die Jugendarbeit in der Stadt erarbeitet werden.

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