Düren - „Druck auf die Mitarbeiter” im Krankenhaus Düren?

„Druck auf die Mitarbeiter” im Krankenhaus Düren?

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Die Geschäftsführung des Dürener Krankenhauses hat gestern Post von der Ärztekammer bekommen. Der Kreisstellen-Vorstand sieht das Vertrauen der Klinik-Mitarbeiter in die Geschäftsführung „gestört”. Foto: Johnen

Düren. „Probleme am Krankenhaus Düren” ist der Brief überschrieben, in dem sich der Kreisstellenvorstand der Ärztekammer Nordrhein an den Aufsichtsrat des Dürener Krankenhauses wendet. „In großer Sorge” habe sich der Vorstand zuvor zu einer außerordentlichen Sitzung getroffen.

Anlass für das Treffen war die „ständig wachsende Zahl von Beschwerden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik, die sich von der Geschäftsleitung unter Druck gesetzt fühlen”. Dieser Brief, in dem der Vorstand ein Gespräch mit Gesellschaftern und Aufsichtsrat anbietet, liegt der Dürener Zeitung vor.

Krankenhaus-Geschäftsführer Uwe Stelling bestätigte am Mittwoch auf Nachfrage den Eingang des Briefes. Er werde gegenüber dem Aufsichtsrat des Krankenhauses „selbstverständlich zu jedem vorgetragenen Punkt konkret Rede und Antwort stehen”. Unverständlich sei, warum „aus unserem Haus heraus die Kammer als Medium genutzt worden ist”. Er bedauere, dass in dem Schreiben keine konkreten Fälle benannt sind, was eine Reaktion erschwere. Er biete allen Mitarbeitern das Gespräch an. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Klinik, Karl-Albert Eßer, teilte mit: „Einen solchen Brief nehmen wir ernst. Es wird selbstverständlich ein Gespräch mit dem Kreisstellenvorstand geben.”

Über die Beweggründe der Ärztekammer-Kreisstelle, sich in einem wohl einmaligen Vorgang an den Aufsichtsrat der Klinik zu wenden, heißt es in dem Schreiben: „Zahlreiche Angestellte, die sich aus Angst um ihre berufliche Zukunft scheuen, berechtigte Kritik offen zu artikulieren, haben ihre behandelnden Ärzte konsultiert und dort die unerträgliche Belastung geschildert, die seit dem Wechsel der Geschäftsführung an ihrem Arbeitsplatz entstanden ist.” Der Kreisstellen-Vorstand sehe die Gesundheit der Klinikangestellten und das Renommee des Hauses gefährdet.

Bei dem Treffen zwischen Ärztekammer und Klinik-Mitarbeitern sei unter anderem die „autoritäre und rücksichtslose Geschäftsführung” kritisiert worden, eine „nicht unerhebliche Personalfluktuation” und das „Außerkraftsetzen demokratischer Spielregeln per Dekret”. Auf das Nennen konkreter Beispiele werde „aus der Gründen der Schweigepflicht” verzichtet. Die Betroffenen seien aber zu umfassenden Aussagen bereit, „wenn sie ohne Angst vor Repressalien - und nicht im Beisein von Herrn Stelling - einem unabhängigen Gremium berichten dürfen”. In dem Schreiben heißt es weiter, dass der Aufsichtsratsvorsitzende bereits „vor mehr als einem Jahr” auf die Situation hingewiesen worden sei, um eventuelle Fehlentwicklungen zu korrigieren. „Offenbar wurde diese Aufgabe wieder Herrn Stelling übertragen, der damit zum Gutachter über die Kritik an der eigenen Person ernannt wurde”, heißt es im Schreiben der Kreisstelle.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung hatte zuletzt in einem Brief an den Aufsichtsrat der Klinik Kritik an der Geschäftsführung geäußert. Im Anschluss hatte sich nach Informationen der DZ der größte Teil der Chefärzte die „Einmischung von Außen” verbeten, sich positiv zur Arbeit der Geschäftsführung geäußert und Stellings „zukunftsorientierten Kurs” begrüßt.
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