Droht ein stiller Weihnachtsmarkt?

Von: Jörg Abels
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Zur stimmungsvollen Atmosphär
Zur stimmungsvollen Atmosphäre auf dem Weihnachtsmarkt gehört auch Musik. Deren Nutzungsgebühr könnte nach einem höchst richterlichen Urteil auch für die Dürener Veranstaltung drastisch steigen. Foto: Abels

Düren. Was gehört zu einem traditionellen Weihnachtsmarkt? Sicherlich der Duft von Glühwein und anderen kulinarischen Leckereien, Verkaufsstände mit weihnachtlichen Accessoires und Handwerkskunst, aber natürlich auch ein Bühnenprogramm mit Musik.

Das hat die Stadt Düren auch in diesem Jahr wieder vorbereitet; unter anderem mit Dixielandbands, Blasmusik und der Mini-Club-Weihnachts-Party mit Ralf Dreßen, erklärt Platzmeister Achim Greiff vom zuständigen Amt für Stadtentwicklung.

Gesamte Fläche ist relevant

Soweit die Planung. Zum Problem könnte ein Urteil des Bundesgerichtshofs werden, demzufolge die Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte (GEMA) die vom Veranstalter zu zahlenden Gebühren nach der Größe der gesamten Veranstaltungsfläche berechnen darf und nicht nur für den Bereich, der von der Bühne mit Musik beschallt wird.

Es sei typisch, urteilte das Gericht, dass das Publikum vor der Bühne ständig wechselt und damit wesentlich mehr Zuhörer die Musik wahrnehmen. Dazu komme, dass die Musik von der Bühne die Veranstaltung präge. Was das für den Dürener Weihnachtsmarkt bedeutet, ist noch völlig unklar.

„Natürlich werden wir das Bühnenprogramm bei der GEMA anmelden”, erklärt Platzmeister Achim Greiff von der Stadt Düren. Eine Rechnung aber liegt ebenso wenig bereits vor wie eine Gebührenkalkulation.

Klar ist aber auch: „Sollten die Gebühren drastisch steigen, müssten wir das auf die Beschicker des Marktes umlegen”, kündigt Greiff schon einmal an. Und die dürften wohl kaum frohlocken. Droht damit vielleicht sogar ein stiller Weihnachtsmarkt? Nun zumindest am Pferdekarussell von Toni Schleifer wird auf jeden Fall Musik erklingen. „Ich habe einen Ganzjahresrahmenvertrag mit der GEMA”, berichtet der Schausteller, und der gilt nicht nur für die Kirmessen, sondern eben auch für den Weihnachtsmarkt.

Ähnlich sieht es für die Weihnachtskirmes auf dem Wirteltorplatz aus. Karussellbetreiber Bert Cremer hat ebenfalls einen Rahmenvertrag mit der GEMA abgeschlossen, und auf weitere musikalische Untermalung verzichten die Schausteller ohnehin bereits.
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