Drohen jetzt Wahlplakate an allen Laternen?

Von: Jörg Abels
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Die Kommunalwahl droht auf Dürens Straßen zu einer Materialschlacht zu werden. Ein Abkommen der Parteien, nur die 22 städtischen Tafeln für Wahlplakate zu nutzen, ist nicht zustande gekommen. Foto: Abels

Düren. Im Vorfeld der Kommunal- und Europawahl am 25. Mai müssen sich die Dürener offenbar auf deutlich mehr Plakate der Parteien im Straßenbild einstellen als bei früheren Wahlen. Ein von der CDU vorgeschlagenes Abkommen, nur die städtischen Wahltafeln zu benutzen, ist gescheitert.

Wie Georg Schmitz von den Grünen mitteilt, hätten vor allem die kleinen Parteien – er führt insbesondere AfD, Piraten und Linke an – signalisiert, auf zusätzliche Wahlwerbung nicht verzichten zu wollen. Dies hatte schon im Vorfeld der Bundestagswahl im September für Unmut gesorgt. Vor einem halben Jahr hatten Piraten und Linke an vielen Straßenzügen der Stadt sogenannte Hohlkammerplakate flächendeckend an Laternen aufgehängt.

Ein „Wettrüsten“ wollte die CDU eigentlich verhindern. Das Problem: Von den einst einmal mehr als 40 städtischen Wahltafeln stehen nur noch 22 zur Verfügung, bestätigte Hans Feltes, Leiter des Wahlbüros, auf DZ-Anfrage. In jedem Stadtteil würde mindestens eine Tafel aufgestellt, versicherte er, in der Innenstadt seien es mehrere Tafeln.

Mehr als die 22 vorhandenen aber werde es definitiv seitens der Stadt nicht geben. Das klang vor Wochen im Hauptausschuss noch anders. Da hatte Bürgermeister Paul Larue durchblicken lassen, dass der Dürener Service Betrieb gewillt sei, zusätzliche Tafeln zusammenzuzimmern und aufzustellen. Dies hatten vor allem SPD, FDP und Grüne immer wieder gefordert, ist jetzt aber offenbar vom Tisch.

„Wir haben immer gesagt, dass wir ein Problem darin sehen, sollte es nicht mehr als 22 Wahltafeln geben“, erklärte SPD-Fraktionschef Henner Schmidt am Dienstag, zumal ja auch noch Flächen für die Europawahl benötigt würden. „Wir wissen noch nicht, wie wir jetzt verfahren werden“, betonte er. Nicht unwahrscheinlich aber scheint es, dass nun auch die SPD an Laternen zusätzliche Wahlplakate anbringen wird.

Während die FDP in einer Runde der Fraktionsvorsitzenden bereits durchblicken ließ, zusätzliche Plakate aufzuhängen, wären die Grünen nach Aussage von Georg Schmitz bereit gewesen, auch unter den eingeschränkten Bedingungen von nur 22 städtischen Wahltafeln auf die Plakatierung an Laternen und Bäumen zu verzichten

Die CDU werde in der nächsten oder übernächsten Woche entscheiden, wie sie nun verfahre, kündigte der Stadtverbandsvorsitzende Thomas Floßdorf an. Er bedauerte, dass ein Abkommen nicht zustande gekommen ist, „obwohl wir auch das Angebot gemacht haben, die uns aufgrund unserer Größe zustehende Flächen abzugeben“.

Und Floßdorf betont, dass die Kandidaten vor Ort ja ohnehin bekannt seien. Sie müssten nicht mit ihrem Konterfei jede Laterne zieren. Sollte es jetzt allerdings zu einer Materialschlacht kommen, sei die CDU finanziell und personell in der Lage, auch diese zu bestehen.

Die Kritik der Grünen im Zusammenhang mit dem gescheiterten Wahlkampfabkommen, die CDU habe ihrerseits ja auch bereits Großflächenplakate bestellt, wies Floßdorf im Übrigen zurück. „Die Wesselmänner waren noch nie Teil eines solchen Abkommens.“

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