Aachen/Düren - Drogenmord-Prozess: Gutachter sagen aus

Drogenmord-Prozess: Gutachter sagen aus

Von: wos
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Die rechtsmedizinische Gutachterin aus Köln berichtete vor der Kammer unter Vorsitz von Richterin Regina Böhme von „mehreren Schlägen mit stumpfer Gewalt“ auf den Kopf und eine Gesichtshälfte des Opfers. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Düren. Im Prozess gegen zwei junge Männer aus Düren wegen Mordes vor einer Großen Jugendkammer des Aachener Landgerichts hatten am Montag die Gutachter das Wort.

Die weitgehend geständigen Täter – sie waren nachts in ein Haus an der Antoniusstraße in Düren eingestiegen, weil sie Drogen stehlen wollte – hatten bereits zugegeben, in das Haus eingebrochen zu sein.

Der jüngere der beiden, Mirko G. (21), hatte in der Nacht vom 27. auf den 28. Januar dieses Jahres zum Brecheisen gegriffen, als das 58-jährige Opfer beim Durchsuchen der Wohnung plötzlich wach wurde und zu schreien begann. Mittäter Juri S. (25) hatte noch versucht, der im Bett liegenden Frau den Mund zuzuhalten, da sauste auch schon die Brechstange nieder, wie er in seinem Geständnis berichtet hatte.

Die rechtsmedizinische Gutachterin aus Köln berichtete vor der Kammer unter Vorsitz von Richterin Regina Böhme von „mehreren Schlägen mit stumpfer Gewalt“ auf den Kopf und eine Gesichtshälfte des Opfers. Die Blutspuren zeugten von heftigen Schlägen, stellte die Gutachterin fest. Der Angeklagte Mirko G. hatte eingeräumt, zwei bis drei Mal zugeschlagen zu haben.

Aus Sicht der Jugendgerichtshilfe ist für Mirko G., der bei der Tat erst 20 Jahre alt war, noch Jugendstrafrecht anzuwenden. G. war teilweise bei seinem Vater in Süddeutschland aufgewachsen, teilweise bei der Mutter in Düren, wo er die Schule mit der mittleren Reife abschloss.

Das sah bei Juri S. anders aus. Er ging ohne Abschluss von der Schule ab und hatte von je her Schwierigkeiten, sich in soziale Systeme einzuordnen, er galt schon auf der Schule als „eigen“, für ihn gilt, dass er nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt würde.

Juri S. habe sich allerdings schon länger vorgenommen, sein Drogenproblem in den Griff zu bekommen, berichtete die psychiatrische Sachverständige Konstanze Jankowsky (Köln). Sie unterstütze seine Bemühungen und empfehle gutachterlicherseits eine mindestens einjährige Entziehungsmaßnahme während der zu erwartenden Haft.

Gewisse Aufgewühltheit

Die Psychiaterin stellte bei Mirko S. während der Tat eine gewisse Aufgewühltheit fest. Die brutale Tat sei aber keineswegs im Affekt und auch nicht bei verminderter Steuerungsfähigkeit durch einen vorangegangenen Drogenmissbrauch geschehen. Auch Juri S. sei trotz Drogenkonsums durchaus klar gewesen.

Am Mittwoch werden zunächst ab 9 Uhr die Pläydoyers von Staatsanwaltschaft, der Nebenklage und den Verteidigern erwartet, das Urteil soll dann im Laufe des Tages folgen.

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