„Dreisatz“: Drei Künstler, die sich perfekt ergänzen

Von: Bruno Elberfeld
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Mavi Garcia, Setsuko Fukushima, Pit Goertz, der künstlerische Leiter Burgau, und Kai Savelsberg (v.l.) freuen sich auf die Ausstellung „Dreisatz“ auf Schloss Burgau. Foto: Bruno Elberfeld

Niederau. Unter dem Titel „Dreisatz“ stellen ab Sonntag drei Künstler von nationalem und internationalem Rang auf Schloss Burgau im Dürener Stadtteil Niederau aus. Kai Savelsberg hat seine Wurzeln in Düren, Setsuko Fukuskimas Geburtsland ist Japan und die dritte im Bunde, Mavi Garcia, lebte bis vor 20 Jahren in Spanien.

Pit Goertz, so verriet er, hat dieses „Dreigestirn“ ausgesucht, weil die drei Künstker gut zusammenpassen. „Ich habe die Auswahl nach harmonischem Dreiklang ausgewählt“, sagte Goertz.

Die Künstler sind mit dieser Definition sehr einverstanden. „Unsere Sicht der Welt ist ähnlich“, erklärte Kai Savelsberg. Alle brächen sie in ihrem Tun Themen auf ihre Essenz, auf das Wesentliche, herunter. Dem Betrachter wird die Aufgabe – natürlich freiwillig – zugestanden, sich auf die Botschaft der Werke einzulassen. Die Voraussetzung für das Verständnis eines Objekts sei, so Savelsberg, der Tiefgang. Wer nur eine oberflächliche Besichtigung der Arbeiten auf seiner Agenda habe, nehme nichts mit.

Setsuko Fukushima präsentiert Objekte, Installationen und Kollagen. In einer Vitrine stehen zwei große Kugeln, aus der Ferne zwei Augäpfeln nicht unähnlich. Durch ein Loch sieht man schöne Bilder, Landschaften. Holzkisten in DIN A 4 Größe stehen auf dem Boden. Pinienmulch scheint die Kisten bis zum Rand zu füllen, bis man in die Hocke geht und den Mulch – egal wo – vorsichtig zur Seite streicht.

Hervorkommen Erinnerungen der Künstlerin: Texte, ein Buch. Fukushima schreibt Geschichten, die der Besucher freilegen kann. „In den Kisten versteckt ist meine universale Bibliothek“, sagt sie. Der Besucher lege Stichworte eines Textes frei und werde dazu animiert, eigene Erzählungen zu kreieren.

Bei Kai Savelsbergs Arbeiten ist die Malerei die Basis. Er setzt viele unterschiedliche Materialien ein, Materialien, die zu seiner Botschaft passen müssen. Papier, Leinwand, alle möglichen Träger bis hin zum alten Bilderrahmen – verblüffend, was nicht alles in einem Kunstwerk verarbeitet werden kann.

Savelsberg ist davon überzeugt, dass der Wohnraum den Menschen und seine künstlerische Aussage prägen. „Material und Räume nehmen Einfluss“, sagt er. Lange Zeit hat der Künstler in einem alten Haus in Monschau gelebt. Per Zufallsprinzip wurde in Savelsbergs Atelier der Boden durch Farbspritzer, Papierfetzen, Reste von Gehwegen zur Collage. Abgenommen und sachte bearbeitet, erzählt dieser Boden nun viele Geschichten. Eine Besonderheit: Kai Savelsberg schreibt zu seinem jeweiligen Werk einen Text – ein Gedicht oder eine Geschichte.

Die Andalusierin Mavi Garcia fotografiert meist Alltagsszenen. Die Bilder spektakulärer Installationen werden den Gästen in Erinnerung bleiben. So zum Beispiel ein Affenkostüm mit Schuhen auf einem riesigen Haufen geschredderter Dokumente. Thema: Entzweit. Der Gedanke dahinter ist, dass Bürokratie entzweien kann. Hier die unbelebte Welt, dort die Welt des Lebendigen, sichtbar im Schimpansen. In einem anderen Raum lässt Garcia aus einem Baumstumpf Papierstreifen wachsen. Auf diesen Papierstreifen liest man zusammenhängende Texte. Die Besucher werden nicht alle Sätze lesen können. Die Künstlerin hofft aber, dass sie eigene Lösungen suchen und finden.

Die Vernissage ist am Sonntag, 20. November, um 11 Uhr. Die Ausstellung dauert bis Sonntag, 8. Januar 2017. Die Öffnungszeiten sind jeweils mittwochs und samstags von 14 bis 18 Uhr, an Sonntagen ist die Ausstellungen von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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