Dreijährige Mia muss auf Kita-Platz noch lange warten

Von: Anne Wildermann
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Vettweiß. Anja Töller (40) aus Vettweiß hat drei Jahre lang ihre kleine Tochter Mia zu Hause betreut. Jetzt will sie, dass das inzwischen dreijährige Kind in eine Kita kommt. „Unsere Wunsch-Einrichtung ist die der Johanniter in Jakobwüllesheim“, sagt die Mutter. Aber so schnell wird Mia dort nicht unterkommen.

Der Grund: Es gibt keinen Platz für das Mädchen. Anja Töller ist verzweifelt und hat sich deshalb auch an unserer Zeitung gewandt. „Kürzlich habe ich in der Presse gelesen, dass es mehr Plätze für U 3-Kinder in NRW gibt. Aber anscheinend nicht für uns“, sagt sie traurig.

Platz in Froitzheim

Parallel hat sich Familie Töller mit dem Kreis-Jugendamt auseinandergesetzt. Mitarbeiterin Nicole Hensel unterstützt die Eltern und hat der Familie bereits einige Kompromisse angeboten. Mia könnte beispielsweise einen Platz in dem Kindergarten in Froitzheim bekommen. Problem: Anja Töller arbeitet in Merzenich. „Für mich liegt diese Kita logistisch gesehen einfach zu weit weg und in der entgegengesetzten Richtung“, sagt sie.

Zwar würde sie die Fahrtkosten nach Froitzheim erstattet bekommen, aber da ihr Mann keinen Führerschein hat, wäre sie diejenige, die stets das Kind hinfahren und wieder abholen müsste. „Das ist mir zu stressig. Und meine Eltern haben auch nicht immer Zeit“, ergänzt sie. In ein Taxi will sie ihre kleine Tochter nicht setzen.

Für den ländlichen Raum sei es schwer, eine bestimmte Kilometerstrecke für Eltern zumutbar zu machen, erklärt Nicole Hensel. Für die Stadt gelten fünf Kilometer.

Optional könnte das Kind noch bei einer Tagesmutter unterkommen. Auch hierfür würden die Kosten erstattet. Bedingung: „Sie muss qualifiziert sein“, betont Nicole Hensel. Allerdings findet die Mutter, dass ihre Tochter für eine Tagesmutter inzwischen zu alt sei und lieber mit gleichaltrigen Kindern spielen und basteln wolle.

Optional: Container

Da die Kita in Jakobswüllesheim demnächst ausgebaut werden soll, sollen Container aufgestellt werden. „Wann das sein wird, wissen wir noch nicht. Dieses Jahr vermutlich nicht mehr“, sagt Nicole Hensel. Dort könnte Mia bereits hinkommen und hätte so einen Platz in der Einrichtung sicher.

Mit dieser Alternative ist Familie Töller einverstanden. Doch solange die Container nicht stehen, wird die Mutter weiterhin halbtags arbeiten müssen und auch ihre Eltern für die Betreuung des Mädchens miteinbeziehen. „Mein Mann hat zum Glück mittwochs seinen freien Tag. So können wir uns die Betreuung teilen“, sagt Anja Töller erleichtert.

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