Düren - Drei Mal am Tag rückt die Feuerwehr aus

Drei Mal am Tag rückt die Feuerwehr aus

Von: sj
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Zahlreiche Mitglieder der Dür
Zahlreiche Mitglieder der Dürener Feuerwehr wurden bei der Jahreshauptversammlung für ihre Verdienste ausgezeichnet. Foto: Johnen

Düren. Über mangelnde Arbeit können sich die 647 Dürener Feuerwehrmänner und 34 Feuerwehrfrauen sicher nicht beklagen.

Während Wehrleiter Hans-Jürgen Pelzer bei der Jahreshauptversammlung in der Aula des Dürener Burgau-Gymnasiums vor allem um mehr Unterstützung von Seiten der Politik warb und ein „Ende des Investitionstaus” forderte, stellte sein Stellvertreter Johannes Rothkranz, der auch stellvertretender Amtsleiter ist, die Einsatzstatistik des Jahres 2011 vor.

Insgesamt 1063 Alarmierungen (1048 im Vorjahr) trafen im vergangenen Jahr im Stadtgebiet ein, darunter waren 391 Fehleinsätze (345 im Vorjahr), bei denen die Wehr vor Ort nicht tätig wurde.

80 Ölspuren beseitigt

Neun Großbrände gab es im vergangenen Jahr im Stadtgebiet, sieben mehr als 2010. Die einzelnen Züge und Löschgruppen rückten zu 18 Mittelbränden (18), 193 Kleinbränden (149) und fünf überörtlichen Einsätzen (drei) aus.

101 Menschen wurden während eines Einsatzes von der städtischen Feuerwehr in ein Krankenhaus transportiert, ein Mensch starb während eines Einsatzes. „Die Brände nehmen in der Spitze weiter zu”, sprach Johannes Rothkranz von einer zunehmenden Belastung für die Feuerwehrleute. Die Zahl der Brände bewege sich seit einigen Jahren auf einem hohen Niveau.

Etwas gesunken ist im Berichtszeitraum die Zahl der sogenannten Technischen Hilfeleistungen. 447 Mal (531 im Vorjahr) rückten Feuerwehrleute im vergangenen Jahr aus, um unter anderem 77 Mal Menschen in Notlagen zu unterstützen, 48 Mal Tiere aus Notlagen zu befreien, bei 112 Verkehrsunfällen zu helfen und 101 ABC-Einsätze zu fahren. Größte Einzelposition war bei den ABC-Einsätzen das Beseitigen von Ölspuren mit 80 Fällen.

Kopfschmerzen bereitet der Feuerwehr die gestiegene Zahl der Fehlalarmierungen. 215 Mal gingen blinde Alarme in gutem Glauben ein, 176 Mal lösten Brandmeldeanlagen einen falschen Alarm aus. Auslöser dürfte oft Missbrauch sein. „Wir haben angenommen, dass die Erhebung von Gebühren die Zahlen sinken lässt, aber dies geschieht nicht”, konnte sich Johannes Rothkranz die steigenden Fallzahlen nicht erklären. Sieben sogenannte „böswillige Alarme” verzeichnete die Dürener Wehr. Im Schnitt rückte die Feuerwehr Düren dreimal täglich zu Einsätzen aus.

Deutlich höher liegt die Frequenz beim Rettungsdienst: 17 112 Einsätze wurden im vergangenen Jahr gezählt. 3511 Mal waren Notarzt und Rettungswagen gemeinsam unterwegs, 1504 Mal rückte der Notarzt in den Südkreis aus und 4936 Mal war der Rettungswagen alleine im Einsatz. Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Feuerwehr fuhren zusätzlich 7159 Krankentransporteinsätze. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtzahl aller Rettungsdiensteinsätze allerdings leicht rückläufig: 2010 wurden 18 412 Einsätze verzeichnet.

Von 1285 brandschaupflichtigen Objekten (887 in der Stadt und 398 im Südkreis) nahm die Feuerwehr im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes 191 Objekte bei einer Brandschau in Augenschein. 25 Mal wurde der Brandschutz-Koffer als Präventionsmaßnahme in eine Kindertagesstätte ausgeliehen, mit der Brandschutzerziehung wurden 586 Personen erreicht.

Die Feuerwehrleute übernahmen 145 Brandsicherheitswachen, unter anderem im Haus der Stadt und der Arena Kreis Düren, und 14 Wachen auf der Annakirmes und dem Maimarkt. 748 Feuerwehrfrauen und -männer leisteten dabei 4850 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. In die Aus- und Weiterbildungen investierten die Angehörigen der Wehr rechnerisch etwa 44 Ausbildungsstunden pro Kopf. In der Summe kamen rund 15.000 unentgeltliche Stunden zusammen.

Einen Einblick in die Arbeit der Jugendfeuerwehr, die in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag feiert, gab Stadtjugendfeuerwehrwart Lars Leisten. Zehn Mädchen und 99 Jungs sind aktiv, zehn Mitglieder wurden in die aktive Wehr überstellt.

Während der Jahreshauptversammlung wurden zahlreiche Beförderungen ausgesprochen. So begrüßt die Dürener Wehr unter anderem mit Stefan Harms und Patrick Prohl zwei neue Brandmeister in den Reihen ihrer Gruppenführer. Wolfgang Scholl, Lars Leisten, Rene Hensch und Hans Schlebusch wurden nach erfolgreicher Ausbildung zu Oberbrandmeistern befördert. Neue Hauptbrandmeister sind Michael Meuser, Frank Abschlag und Marcel Huppertz.

Auszeichnungen

Dank und Anerkennung sprachen Hans-Jürgen Pelzer und Bürgermeister Paul Larue den Mitgliedern der Feuerwehr aus, die seit Jahrzehnten für den Schutz der Bürger im Einsatz sind. Larue ließ es sich nicht nehmen, die Auszeichnungen des Landes und der Verbände eigenhändig zu überreichen. Mit der Silbernen Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes wurden Manfred Jachtmann, Klaus-Peter Göddertz, Markus Herzog, Bernd Otto und Karl-Heinz Bodendorf ausgezeichnet.

Die Goldene Ehrennadel erhielten Peter Frings senior und Peter Schick. Das Silberne Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes NRW nahmen Marko Schmitz, Günter Nonn, Dietmar Freier, Volker Dammers, Reiner Jacobs, Ralf Croé, Guido Thönneßen, Josef Schramm, Marco Clemens, Ralf Jansen, Helmut Prumbach, Uwe Reisen und Georg Gelhausen in Empfang. Das Goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen erhielten Ralf Horst Cremer und Jürgen Thiemann.

Über die Ehrennadel des Verbandes der Feuerwehren in NRW für 50 Jahre Mitgliedschaft freuten sich Reinhard Boving, Christian Dohmen, Norbert Fuchs, Alfred Schnitzler, Harald Jansen und Artur Lauscher. 60 Jahre Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr sind Klaus Stadler und Paul Woltiri. Seit sieben Jahrzehnten gehören Alfred Brück und Ehrenbrandmeister Heinrich Vogel der Wehr an.
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