Drei Kommunen lassen Wiesenflächen wachsen

Von: cro
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Gewollter Wildwuchs: Das Gras rund ums Hürtgenwalder Rathaus wird länger und länger.

Hürtgenwald/Nideggen/Heimbach. Rund ums Rathaus in Kleinhau wuchert‘s: Der Rasen wird in diesem Jahr nur noch zweimal gemäht, einmal im Spätsommer, einmal im Herbst. Klingt nach Sparmaßnahme, ist aber ein von der EU finanziertes Naturprojekt.

Es heißt „Dorfbiotop“, gehört zu den LEADER-Vorhaben, mit denen der ländliche Raum gefördert werden soll, und soll die Artenvielfalt – die pflanzliche wie tierische – auf Wiesenflächen erhalten und erweitern. Abgesehen von der Gemeinde Hürtgenwald beteiligen sich die Städte Nideggen und Heimbach am „Dorfbiotop“, das die Bürger auf eingemähten Spuren begehen können. Schilder weisen darauf hin, dass der Gärtner nicht geschludert hat.

Die Fläche, die rund um das Rathaus in Kleinhau nicht mehr gemäht wird, beträgt rund 2000 Quadratmeter. Hinzu kommen gut 2500 Quadratmeter am Stockberg in Vossenack. Heidrun Düssel-Siebert, Geschäftsführerin der Biologischen Station des Kreises Düren, erklärt, dass auf den Rathauswiesen etwa 15 Pflanzenarten wachsen würden, und „die Zahl können wir mit dem Projekt verdoppeln“.

Bis zu 45 Arten

Zu sehen seien etwa schon Schafgarbe, Klatschmohn, mehrere Kleearten, Flockenblume und Habichtskräuter. In kalkhaltigen Böden (Magerböden) würden bis zu 45 Pflanzenarten wachsen. Eine gesteigerte Anzahl von Gräsern und Blumen zieht auch mehr Insekten und Vögel an, so die Rechnung der Experten. Projektleiterin Maria Hinz: „Wir wollen die Natur wieder mehr Natur sein lassen.“

Bürgermeister Axel Buch (CDU) sagte, bevor er das Hinweisschild in den Boden setzte, dass „die Gemeinde eine Verantwortung und Vorreiterrolle“ in diesem Thema habe.

In Nideggen habe sich die Stadt laut Bürgermeister Marco Schmunkamp (parteilos) vor einigen Wochen mit den Ortsvorstehern und der Biologischen Station zusammengesetzt, um Flächen für das dortige „Dorfbiotop“ auszusuchen. Im Gespräch seien Stadtmauer und Teile des Kurparks – Flächen, die sonst wöchentlich oder spätestens alle drei Wochen gemäht würden. Um welche Größe es sich handeln wird, ist noch offen.

Für die Stadt Heimbach sei laut Maria Hinz noch nicht abschließend geklärt, welche Flächen genutzt werden und ob das Projekt noch dieses Jahr anläuft; Termine mit Ortsvorstehern und ein abschließendes Gespräch mit der Verwaltung stehen noch aus. „Wir können auf jeden Fall dann die Erfahrungen aus Hürtgenwald nutzen“, sagt Hinz. Eine Alternative zu nicht gemähten Flächen sei die Einsaat von ausgewählten Pflanzen – „Samen haben wir schon gesammelt“.

Das Projekt „Dorfbiotop“ dauert drei Jahre, wird von einem Mitarbeiter der Uni Bonn begleitet und analysiert, und die EU stellt der Biologischen Station für Sach- und Materialkosten sowie Infoveranstaltungen 8000 Euro jährlich zur Verfügung, erläutert Projektleiterin Maria Hinz.

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